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De Jesus Fernandes im letzten November auf einer Parteiveranstaltung (Bild: Youtube-Screenshot)

  • 12. Januar 2016, 22:03h 44 4 Min.

Der Kreisvorsitzende der Rechtspopulisten darf nicht mehr den Klub Einblick besuchen – er hatte u.a. einen Antrag gegen "Werbung" für Homosexualität mitgetragen.

Der Schweriner Kreisvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Thomas de Jesus Fernandes, hat Hausverbot im örtlichen Homo-Zentrum bekommen. Der 41-Jährige darf damit den Klub Einblick, das "schwul-lesbische Kommunikations- und Beratungszentrum" der Stadt, nicht mehr betreten.

Das berichtete die "Schweriner Volkszeitung" am Dienstag unter Verweis auf den Vereinsvorsitzenden Peter Brill. "Das Hausverbot wurde einstimmig vom Vereinsvorstand ausgesprochen", sagte Brill der Zeitung.

De Jesus Fernandes habe in sozialen Netzwerken schwulen- und lesbenfeindliche Positionen seiner Bundespartei unterstützt, hieß es zur Begründung. Der Vereinsvorstand habe beschlossen, dass im Klub Einblick niemand mehr etwas zu suchen habe, der sich öffentlich zu solchen Aussagen bekenne.

Homophobe Stimmungsmache auf Facebook


Auch für De Jesus Fernandes (2.v.l.) hatte es sich "ausge-gendert"

Der Immobilienfachmann, gegen den laut der Zeitung wegen Steuerschulden ermittelt wird, tritt im September für die AfD bei den Landtagswahlen an. Er sitzt zudem im Kreistag Ludwigslust-Parchim und war bereits für die Europawahl Kandidat der Partei.

De Jesus Fernandes hatte im letzten Frühjahr bundesweit mit einem Aufruf zu einem Rewe-Boykott für Schlagzeilen gesorgt, auf Facebook macht er zudem Stimmung gegen Flüchtlinge, eine vermeintliche "Lügenpresse" oder "Genderideologen", die die "Zerstörung unserer Kultur und der Familie" beschleunigten.

Auch wagte er sich zusammen mit seinem Kreisvorstand im letzten März mit einem "Anti-Gender-Antrag" in die Öffentlichkeit, der seitdem in dieser und ähnlicher Form in der AfD die Runde macht und unter anderem die Streichung von Gleichstellungs- und Anti­diskriminierungs­gesetzen fordert, wie auch aller Stellen für Gleichstellungsbeauftragte und Lehrstühle für Gender Studies (queer.de berichtete).

Sexualkundeunterricht sei ein "sittenwidriger Eingriff in die Kinderseelen", heißt es darin unter anderem, die "Gender-Ideologie" sei mit "Glaubenswahrheiten aller monotheistischen Weltreligionen gänzlich unvereinbar". Und: "Die 'Alternative für Deutschland' hält die politisch-bürokratische und rechtliche Förderung bzw. die aktive massenmediale Werbung für Empfängnisverhütung, Abtreibung und homo­sexuelles Verhalten für unvereinbar mit den vitalen Interessen der Deutschen."

Diskussionen um rechten Umgang mit Rechten


Der Klub Einblick hat keine Lust auf Publikum, das öffentlich gegen seine Ziele kämpft

Das Schweriner Hausverbot dürfte dennoch für Diskussionen sorgen: Brill ist nicht nur Vorstand im Klub Einblick, sondern auch Kreisvorsitzender der Linken in Schwerin – jener Kreisverband, der sich zuerst mit der Meldung an die Öffentlichkeit wagte, vermutlich Rechtsradikale hätten mit einem Messer unter den Worten "schwule Kommunistensau" auf einen jungen Parteiaktivisten eingestochen (queer.de berichtete). Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 18-Jährigen wegen der mutßmaßlichen Vortäuschung einer Strafttat (queer.de berichtete).

Bereits in Düsseldorf hatte es kürzlich Aufregung um ein Hausverbot gegeben: Dort wollte das Schwulenreferat von Uni und FH den Vorsitzenden der AfD-Hochschulgruppe, David Eckert, nicht bei seinem traditionellen Sektempfang dabei haben. Der Landesvorstand der "Jungen Alternative" war ebenfalls bundesweit durch einen absurden Vorschlag bekannt geworden – er wollte Arbeitslose als lebende Wahlplakatwände nutzen.

Eckert, der Monate zuvor noch öffentlich eine Abschaffung des Referats gefordert hatte, weil es nur die Interessen einer Nische vertrete, konnte schließlich trotz herbeigerufener Polizei bleiben – und beklagte danach in einer Pressemitteilung, dass "Menschen, nur weil sie eine andere Meinung haben, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verwehrt werden soll".

Die "Homo­sexuellen in der AfD" sprangen Eckert damals bei – und am Dienstag abend auch de Jesus Fernandes. Bundessprecher Mirko Welsch erklärte, mit dem Politiker sei ein "schwuler Migrant" am "Pranger der linksgrünen Gutmenschen" gelandet: Die AfD sei "nicht homophob", sondern "unbewusst sogar die schwulenfreundlichste Partei", da sie sich gegen "die Islamisierung und Scharia" stelle. Ein anderes Mitglied der AfD-Homos klärte ihn später auf Facebook auf, dass de Jesus Fernandes "waschechter Mecklenburger und kein Migrant" sei. (nb)

 Update  13.1., 19.15h: Reaktion des AfD-Politikers

Thomas de Jesus Fernandes hat sich in einem langen Eintrag bei Facebook über das Hausverbot beschwert, das ein "Verstoß gegen die Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und den gesunden Menschenverstand" sei sowie eine "Ausgrenzung und Verfolgung auf Grund einer aktiven Teilhabe am politischen Prozess". Zu einem Bild, das Peter Brill als "Großinquisator" zeigt, schrieb er weiter, dass der Linkenpolitiker damit nicht nur ihn, sondern auch seinen Mann diskriminiere. Die AfD habe als "politisch Verfolgte" nun quasi "Anspruch auf Asyl im eigenen Land" und werde dies im Schweriner Landtag thematisieren.

-w-

#1 paren1957Ehemaliges Profil
  • 12.01.2016, 23:13h
  • "Die AfD sei "nicht homophob", sondern "unbewusst sogar die schwulenfreundlichste Partei", da sie sich gegen "die Islamisierung und Scharia" stelle."

    Welche Bewusstseinstrübung ist denn das schon wieder? Schon manifest pathologisch!
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#2 Miguel53de
  • 12.01.2016, 23:35hOttawa
  • Dieser Typ ist gleich doppelt geschlagen, mit seiner geistigen Blindheit. Hntergrund als Migrant und schwul - aber aktiv in der AfD.

    Da kann man nur noch staunen und sich fragen, was in solchen Koepfen vor sich geht.

    Mit Recht wird ihm der Zugang zum Haus verweigert. Jemand, der die Ziele eines Vereins ablehnt, hat dort nichts zu suchen.
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#3 Roman BolligerAnonym
  • 13.01.2016, 00:29h
  • Der hat was von einem Gottesanbeterinnen-Männchen, welches sich beim Kopulieren bald kopflos in den Fangarmen seiner Angebeteten wiederfindet.
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