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Gesetzesreform
Schweiz: Stiefkindadoption für Homo-Paare nimmt erste Hürde
- 13. Januar 2016, 11:28h 2 Min.

Die Schweiz will ihr Adoptionsrecht ein wenig modernisieren, allerdings bleibt die Volladoption verheirateten heterosexuellen Paaren vorbehalten (Bild: Kevin Prichard / flickr / by-sa 2.0)
Erstmals sollen auch gleichgeschlechtliche Paare im eidgenössischen Adoptionsrecht berücksichtigt werden.
Die Schweiz will die Rechte von eingetragenen Lebenspartnern ein wenig verbessern: Der verantwortliche Ausschuss im Ständerat, der Parlamentskammer der Kantone, hat am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur sda ein Reformpaket zum Adoptionsrecht beschlossen, das die Öffnung der Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Partnerschaft vorsieht. In der Rechtskommission (Rechtsausschuss) wurde eine von der Regierung angeregte Gesetzesänderung mit sieben zu drei Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.
Die Stiefkindadoption ist die Adoption eines leiblichen Kindes durch die Lebenspartnerin oder den Lebenspartner. Bislang ist die Adoption durch Schwule und Lesben in der Schweiz noch überhaupt nicht gesetzlich vorgesehen. Neben eingetragenen Lebenspartnern sollen auch unverheiratete heterosexuelle Paare (sogenannte "Konkubinatspaare") das Recht auf Stiefkindadoption erhalten.
Das Gesetz muss nun noch mehrere weitere rechtliche Hürden überwinden, bevor es in Kraft treten kann. So muss es noch von der anderen Parlamentskammer, dem Nationalrat, abgesegnet werden.
In dem Gesetzespaket sind weitere Reformen enthalten, das Adoptionsmindestalter soll etwa von 35 auf 28 Jahre gesenkt werden. Außerdem müssten in Zukunft alle Paare, die adoptieren wollen, mindestens drei Jahre einen gemeinsamen Haushalt geführt haben. Zudem soll immer das Kind vor der Adoption angehört werden.
Deutschland führte Stiefkindadoption vor elf Jahren ein
In Deutschland ist die Stiefkindadoption bereits 2004 vom Bundestag beschlossen worden – damals gegen den erbitterten Widerstand von CDU und CSU (queer.de berichtete).
Die Schweiz hinkt derzeit bei LGBT-Rechten den anderen deutschsprachigen Ländern hinterher: Laut der aktuellen Rangliste von ILGA Europe liegen die Eidgenossen in Europa bei der rechtlichen Gleichbehandlung nur auf Rang 32 von 49 Ländern. Deutschland ist demnach auf dem 15. Platz, Österreich ist mit der Öffnung der Adoption für Schwule und Lesben auf Rang elf aufgestiegen (queer.de berichtete).
Am 28. Februar könnte die Schweiz sogar noch weiter zurückfallen: Dann wird die Bevölkerung in einem Volksentscheid darüber abstimmen, ob das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der Bundesverfassung verankert werden soll (queer.de berichtete). (dk)















Ich hoffe, dass die Schweiz diesen Weg weiter geht und es dort bald auch die Volladoption für gleichgeschlechtliche Paare gibt. Gerade zum Wohl der betroffenen Kinder...