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Anzeige im "Stern"
Opel AG wirbt mit "Nichts gegen Schwule, aber..."

Die Anzeige der Adam Opel AG im aktuellen "Stern"
- 23. Januar 2016, 11:14h 2 Min.
Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht, kommentiert das Projekt 100% MENSCH eine Werbeanzeige im "Stern" für das "automatische Notbremssystem". Wir dokumentieren die komplette Stellungnahme.
Im aktuellen "Stern" findet man auf Seite 93 eine Werbeanzeige der Adam Opel AG. Die Werbung ist unglücklich, der Slogan kann missverstanden werden und es bedarf schon einer sehr genauen Betrachtung der Anzeige, um die eigentliche Botschaft zu erkennen. Bevor aber der Shitstorm losbricht, möchten wir unsere Sicht auf diese Anzeige darstellen, denn sie ist unserer Meinung nach nicht homophob – im Gegenteil: sie stellt sich vor die LGBT-Community.
Zu den drei Figuren im Bild. Das schwule Pärchen wird von der linken Person angesprochen. Die Reaktion auf diese Ansprache ist dem Pärchen deutlich im Gesicht abzulesen. Die ablehnende Handbewegung der linken Figur (das ist kein Knickhändchen!) unterstreicht die negative Ansprache, die da lautet:
"Nichts gegen Schwule, aber…"
Weiter kommt er nicht, denn in diesem Moment greift das "Bremssystem" und stoppt die in sich schon homophobe Äußerung der linken Figur. Daher auch die "Deformation" des "aber". Unserer Meinung nach werden die Äußerungen ausgebremst.
Der Satz "Stoppen bevor es knallt" wäre somit keine Weiterführung des Satzes "Nichts gegen Schwule", sondern eine deutliche Absage gegen Homophobie. Die oben dargestellte Situation soll gestoppt werden, "bevor es knallt".
Die Werbung ist in unseren Augen leider wirklich misslungen. Die eigentliche positive Aussage kehrt sich angesichts der Verschlüsselung und der durchgehenden Farbe der beiden Sätze "Nichts gegen Schwule" und "stoppen bevor es knallt" in Gegenteil. Schade Opel! Gut gemeint ist in diesem Fall nicht gut gemacht.
ABER: Diese Werbung ist nicht homophob!!
Die Adam Opel AG ist seit 2007 Mitzeichnerin der Charta der Vielfalt und hat in ihrer "Betriebsvereinbarung zur Chancengleichheit und respektvollen Zusammenarbeit" auch mittelbare Diskriminierung ausdrücklich erwähnt und konsequentes Entgegentreten eingefordert.
Liebe Adam Opel AG! Wir freuen uns über Eure Unterstützung! Wir freuen uns über Firmen, die sich deutlich gegen Homo- und Transphobie sowie Menschenfeindlichkeit wenden! Bitte überprüft in Zukunft, ob eine Werbung missverstanden werden kann!! Diese ist ein deutlicher Fall und es wäre schade, wenn Euer Einstehen für Diversität und Gleichberechtigung durch unbedachte Werbemaßnahmen in der öffentlichen Wahrnehmung leiden würde!
Das Projekt 100% MENSCH
Links zum Thema:
» Homepage des Projekts 100% MENSCH
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...und bei LSBTTIQ Organisationen nachfragen, oder noch besser LSBTTIQ's einladen beim Erstellen sollcher Projekte!