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- 15. März 2005 2 Min.
Zum Weltfrauentag vergreifen sich die Grünen im Bild.
Von Norbert Blech (queer.de)
"Frauen können alles werden. Ausser schwul". So lautet eine Plakataussage der Grünen zum letztwöchigen Weltfrauentag, bebildert mit sechs angeblich schwulen Männern, die in ihren Rollen wie Bauarbeiter oder Polizist den Village People nachempfunden sind. Dazu wurde der Slogan "Für gleichen Zugang zu allen Berufen" gesetzt.
Was wollen uns die Grünen mit diesem Plakat sagen? Dass Schwulsein ein Vollzeitjob ist? Autsch. Dass an Männer interessierte Frauen keine Geschlechtsanpassung haben können? Transverbände, bitte protestieren! Dass sie Humor haben? Das mag Ansichtssache sein, aber im Vergleich scheint selbst der Musikantenstadel von erfrischendem Witz geprägt zu sein.
Wer meint, mit der Darstellung von Klischeetunten heute auf der Höhe der Zeit zu sein, liegt arg daneben. Mal ganz davon abgesehen, dass es noch immer ernsthafte Diskriminierungen von Frauen gibt, die man hätte bebildern können und die man mit dem Plakat veralbert: die Kampagne, die die Parteivorsitzende Claudia Roth auch ausdrücklich mit der Forderung nach einem Antidiskiminierungsgesetz verband, zeigt, dass auch die Grünen nicht immer ein Gespür für den Umgang mit Minderheiten haben.
Man muss nicht von einem diskriminierenden Plakat reden, das wäre übertieben. Aber peinlich ist es schon. Bitte einstampfen. Und das mit den Antidiskriminierungsgesetz, das bitte durchsetzen. Als kleine Entschädigung quasi…
Dienstag, 15. März 2005, 14 Uhr
Links zum Thema:
» Das Plakat als eCard















Im Zusammenhang mit dem Internationalen Frauentag war es eine gute Aktion ein solches Plakat zu wählen. Als ich das Plakat zum ersten Mal gesehen habe, bin ich erst auf den Frauentag aufmerksam geworden, der sonst einfach an mir vorbeigegangen wäre...
Ich sehe da auch kein Problem drin, ein solches Plakat zu wählen; es ist im Kontext zum Frauentag und zum Text sehr gut gemacht.
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Im übrigen ist das Anliegen für mehr Rechte von Frauen auf der Welt und in der Arbeitsgesellschaft sehr gut und wenn homosexuelle Menschen hierfür ihr Gesicht hergeben, ist das eins wirklich schöne Sache.
Nicht immer sollte alles negativ betrachtet werden...
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Nur der letzte Satz des Artikels stimmt.