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LGBT-feindliche Gesetzentwürfe

USA: Ehe-Verbot für Menschen mit Syphilis?


Homo-Gegner wollen in diesem Jahr auf lokaler Ebene die Rechte von LGBT einschränken (Bild: flickr / Fibonacci Blue / by 2.0)

  • 27. Januar 2016, 10:17h 18 3 Min.

Ein halbes Jahr nach der vom Supreme Court angeordneten Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gibt es in der Hälfte der US-Staaten Pläne, die Uhren wieder ein wenig zurückzudrehen – mit absurden Gesetzentwürfen.

Amerikanische LGBT-Aktivisten werden in diesem Jahr viel Arbeit haben: In 27 der 50 Bundesstaaten, insbesondere im Süden und der wenig besiedelten Mitte des Landes, sind nach Angaben der LGBT-Organisation Human Rights Campaign in diesem Jahr Gesetze zur Einschränkung der Rechte von Schwulen, Lesben oder Transsexuellen geplant, die Aussicht auf eine Mehrheit haben. Bereits im letzten Jahr seien mehr als 100 LGBT-feindliche Gesetze eingereicht worden, von denen viele in diesem Jahr beraten werden sollen.

Die größte Anzahl der Gesetzentwürfe will Privatpersonen, Geschäftsleuten und sogar Regierungsbeamten erlauben, aus religiösen Gründen Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren zu dürfen. Im vergangenen Jahr sind derartige Entwürfe nach Protesten in mehreren Staaten abgeschwächt worden oder gescheitert (queer.de berichtete).

In weiteren Gesetzentwürfen sollen Kommunen Antidiskriminierungsrichtlinien aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität untersagt werden. Außerdem planen mehrere Staaten, Transsexuellen unter Androhung von Hafstrafen die Nutzung von öffentlichen Toiletten zu verbieten.

Oklahoma mit 26 LGBT-feindlichen Gesetzentwürfen


Sally Kern möchte die Homo-"Heilung" staatlich schützen

Bei den einzelnen Bundesstaaten zeigt sich Oklahoma am homo- und transphobsten: Im Parlament liegen inzwischen 26 Gesetzentwürfe, die sich direkt oder indirekt gegen LGBT oder Regenbogen­familien richten – etwa ein Gesetz zur Unterstützung von Homo-"Heilung", das von der Abgeordneten Sally Kern eingebracht worden war und etwa ein Verbot der umstrittenen Praxis verhindern soll. Die Republikanerin hatte 2008 für Schlagzeilen gesorgt, als sie in einer Rede behauptete, dass Homo­sexuelle eine größere Gefahr seien als Terroristen (queer.de berichtete).

Im Senat des Bundesstaates, in dem die Republikaner eine Vier-Fünftel-Mehrheit inne haben, liegt seit Monaten sogar ein Gesetzentwurf, der allen Menschen die Ehe verbieten will, die an Syphilis "oder anderen Infektions­krankheiten" leiden. Die Ergebnisse der medizinischen Tests sollen danach öffentlich zugänglich sein. LGBT-Aktivisten sehen den Entwurf als Versuch, durch die Hintertür insbesondere schwulen Männern die Eheschließung zu erschweren. Viele Rechtsexperten glauben ohnehin, dass ein derartiges Verbot gegen Bundesgesetze zum Schutz der Privatsphäre verstößt.

"Wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn das Parlament seine Diskriminierungsagenda entfesselt", erklärte Troy Stevenson von der LGBT-Gruppe Freedom Oklahoma. Vielmehr werde man gegen jedes einzelne Gesetz kämpfen.

Auch im laufenden Präsidentschaftswahlkampf wollen sich LGBT-Aktivisten im ganzen Land engagieren. Die Organisationen stehen dabei fest an der Seite der demokratischen Partei. So hat die Human Rights Campaign bereits angekündigt, Hillary Clinton unterstützen zu wollen (queer.de berichtete). Homo-Gegner versammeln sich dagegen vor allem hinter dem republikanischen Kandidaten Ted Cruz (queer.de berichtete). Mit seinem Versprechen, gleich­geschlechtlichen Paaren das Ehe-Recht wieder zu entziehen und Schwule und Lesben aus dem Militär zu schmeißen, hat er sich die Unterstützung von homophoben Organisationen wie der "National Organization For Marriage" gesichert, die durch "Proposition 8" bekannt geworden ist. (dk)

-w-

#1 thorium222
  • 27.01.2016, 11:30hMr
  • Den gleichen versuchten Rollback hat es auch nach der Legalisierung der gemischtrassigen Ehe gegeben.
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#2 David77Anonym
  • 27.01.2016, 11:54h
  • "Die Republikanerin hatte 2008 für Schlagzeilen gesorgt, als sie in einer Rede behauptete, dass Homosexuelle eine größere Gefahr seien als Terroristen"

    Solchen hirnlosen Leuten würde ich es wünschen mit einem bewaffneten Terroristen im Fahrstuhl stecken zu bleiben. Kann ja nicht schlimmer sein. Wenn man sie in einen Raum sperren würde und sie sich entscheiden müsste, dann müsste sie sich zwangsläufig für den Terroristen entscheiden. Solche Idioten sollten ihre dämlichen Aussagen mal selber zu spüren bekommen.

    "Don't mess with marriage"?
    Ok, wer von den Demonstranten jungfräulich in die Ehe gegangen ist, nicht fremdgeht, 10 Kinder hat oder zumindest Sex nur zur Fortpflanzung, nicht wiederverheiratet ist, der kann da stehen bleiben. Dem Rest sollte man die Ehe aberkennen und verbieten.
    Packt euch an die eigene Nase ihr verlogenen dämlichen Heuchler, wenn ihr fordert "don't mess with marriage"!
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#3 Johannes45Anonym
  • 27.01.2016, 12:29h
  • Meine Einschätzung ist, dass diese Gesetzentwürfe alle vor den Gerichten in den USA keinen Bestand haben dürften und dort "einkassiert" werden.

    Die Republikaner "ärgern" sich halt gewaltig, dass sei den Kampf um die Eheöffnung verloren haben und das der Supreme Court Ihnen dort jede Chance auf einen "Rollback" einen Riegel vorgeschoben hat.

    Daher versuchen republikanische Abgeordnete jetzt als Gegenreaktion sich auf dem Feld der Diskriminierung auszuzeichnen und hervorzuheben, weil es hier in den USA einen gesetzlichen "Flickenteppich" gibt; ein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, wie wir es hier in Deutschland gottseidank haben, gibt es in den USA nicht. Bei uns in Deutschland wurde das AGG von SPD, Grünen, Linkspartei und CDU/CSU im Bundestag mitgetragen und daher sind wir hier in Deutschland auch besser in diesem Themenfeld geschützt. Dafür hinkt Deutschland gewaltig bei der Eheöffnung "hinterher" und dort sind die USA mit der Entscheidung des Supreme Court nunmehr weiter als Deutschland.

    ABER es steht ausser Frage: Hillary Clinton muss in den USA im Herbst gewinnen.
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