https://queer.de/?2550
- 15. März 2005 2 Min.
Berlin Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat FDP-Chef Guido Westerwelle im Zusammenhang mit dessen Kritik am Antidiskriminierungsgesetz angegriffen. "Herr Westerwelle müsste eigentlich wissen, dass ein Verzicht auf das zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz einem Schlag ins Gesicht vieler Schwulen und Lesben gleichkommt", sagte LSVD-Sprecher Philipp Braun am Dienstag in Köln. "Eine bloße 1:1-Umsetzung der EU Richtlinie reicht eben nicht aus, weil dann auch weiterhin viele Homosexuelle etwa im Versicherungsbereich diskriminiert werden können", so Braun weiter. "Normalität im Umgang mit Homosexualität, Herr Westerwelle, bedeutet weitaus mehr als wenn Frau Merkel Sie und Herrn Mronz zum Geburtstag einlädt!" Zuvor hatte Westerwelle gefordert, das ADG zu "beerdigen".
FDP-Sprecher Robert von Rimscha wies die Kritik des LSVD am Nachmittag laut dpa scharf zurück. Gerade das Antidiskriminierungsgesetz sei schwulen- und lesbenfeindlich. Die damit geschaffene zivilrechtliche Möglichkeit, Klagerechte an Organisationen abzutreten, werde dazu führen, dass Schwule und Lesben vor Vertragsverhandlungen ausgesiebt werden, erklärte Rimscha.
Mit der Pressemitteilung reagiert der LSVD offenbar parteipolitisch: Auf die gleichlautende Kritik der SPD-Minister Clement und Schily am ADG hatte der LSVD erst kürzlich mit einer Pressemitteilung reagiert, in der allgemein ein solches gefordert wurde, die Minister jedoch nicht persönlich angriffen oder gar erwähnt wurden. Wenige Tage zuvor hatte das linksgerichtete whk in einer Erklärung gefragt, warum der grünennahe LSVD einen angeblichen Schutz vor Diskriminierungen durch Versicherungen "bejubelt" - der Entwurf sieht bei einer "auf relevanten und genauen versicherungsmathematischen und statistischen Daten beruhenden Risikobewertung" durchaus Einschränkungen vor. (nb/pm)
aktualisiert um 17.20 Uhr









