https://queer.de/?25507
Vorwahlen der Republikaner
Donald Trump wirbt jetzt auch um Homo-Hasser

Donald Trump führt derzeit das Bewerberfeld der Republikaner an (Bild: flickr / Gage Skidmore / by 2.0)
- 1. Februar 2016, 14:12h 3 Min.
Bislang hat der populistische Milliardär in seiner Kampagne das Thema LGBT-Rechte kaum gestreift – kurz vor dem Beginn der Vorwahlen hat sich das geändert.
Zu Update springen: Sieg für Cruz in Iowa
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat in einem Fernsehinterview am Sonntag erklärt, er wolle die Ehe-Öffnung in den USA wieder rückgängig machen, indem er nach einem Wahlsieg homofeindliche Supreme-Court-Richter ernennt. Im konservativen Haussender "Fox News Channel" sagte der New Yorker auf eine Frage zur Ehe für alle: "Wenn ich gewählt werde, würde ich mich immens dafür einsetzen, Richter ins Amt zu heben, die womöglich Dinge verändern können."
Es werde eine Zeit kommen, in der das Thema wieder auf der Tagesordnung stehe. Dann sollten die Bundesstaaten selbst entscheiden können, ob sie Schwulen und Lesben das Ehe-Recht zugestehen oder nicht, so Trump. Er kritisierte die Richter dafür, dass sie Bundesrecht über die Rechte der Bundesstaaten gestellt hätten. "Ich kann aber fühlen, dass sich die Dinge bald verändern werden."
Der oberste Gerichtshof der USA, dem traditionell neun auf Lebenszeit ernannte Richter angehören, hatte im Juni vergangenen Jahres das Ehe-Verbot mit fünf zu vier Stimmen für verfassungswidrig erklärt (queer.de berichtete). Der US-Präsident hat das alleinige Recht, Nachfolger für ausscheidende Richter zu ernennen – anschließend muss noch der Senat dem Kandidaten zustimmen. Es wird erwartet, dass der kommende Präsident mindestens einen neuen Richter ernennen kann. Drei der fünf Richter, die für die Ehe-Öffnung gestimmt haben, sind älter als 77 Jahre.
Kampf mit Cruz: Wer ist homophober?

Schärfster Trump-Widersacher ist der texanische Senator Ted Cruz (Bild: United States Congress)
Trumps aggressiver Ton bei der Frage der Ehe für alle hängt nach Ansicht von Politikwissenschaftlern mit den beginnenden innerpartelichen Vorwahlen zusammen: Im Staat Iowa, in dem am Montag mit dem Vorwahlmarathon begonnen wird, befindet sich Trump derzeit in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem texanischen Senator Ted Cruz. Cruz konnte in dem sehr ländlichen Bundesstaat insbesondere mit einem extrem homophoben Wahlkampf punkten (queer.de berichtete). In den letzten Wochen suchte Trump daher auch die Nähe zu homophoben Predigern oder Aktivisten. Zuvor hatte Trump bereits mit Äußerungen gegen Mexikaner und Muslime um Stimmen unter von der Obama-Regierung enttäuschten weißen Republikanern geworben.
Beim Thema LGBT-Rechte hatte der 69-Jährige im Vergleich zu seinem republikanischen Mitbewerbern stets als relativ moderat gegolten – und genoss auch die Unterstützung von republikanischen LGBT-Organisationen (queer.de berichtete). Letzten Sommer bezeichnete er den Streit um die Ehe-Öffnung als "erledigt" und erklärte etwa, dass er selbst bei einer "großartigen" gleichgeschlechtlichen Hochzeit dabei gewesen sei. Daraus schienen Cruz und seine Anhänger zuletzt Kapital schlagen zu wollen. So erklärte die LGBT-feindliche Lobbygruppe "National Organization for Marriage", sie unterstütze Cruz, weil Trump neben der Ehe für alle wohl auch andere "illegitime" Entscheidungen des Supreme Courts unterstützen werde – etwa, wenn die Höchstrichter wie Mitte des 19. Jahrhunderts die Sklaverei für legal erklären würden. (dk)
Update 2. Februar, 09:20 Uhr: Sieg für Cruz in Iowa: Überraschend konnte sich Ted Cruz bei der Vorwahl in Iowa mit 28 Prozent gegen Donald Trump durchsetzen, der 24 Prozent erhielt. Dritter wurde Marco Rubio mit 23 Prozent der Stimmen.
Bei den Demokraten hatte der Außenseiterkandidat Bernie Sanders einen starken Auftritt. Er liegt aktuellen Zwischenergebnissen zufolge mit 49,6 Prozent nur 0,2 Prozentpunkte hinter Hillary Clinton.
Die nächste Vorwahl findet kommende Woche in New Hampshire statt.















www.spiegel.de/einestages/pasolinis-skandalfilm-salo-oder-di
e-120-tage-von-sodom-a-1073759.html