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Dominikus Schwaderlapp
Weihbischof "trauert" wegen gleichgeschlechtlicher Ehen

Weihbischof Dominikus Schwaderlapp kritisiert die evangelische Kirche (Bild: Erzbistum Köln)
- 1. Februar 2016, 15:10h 2 Min.
Die katholische Kirche droht erneut mit dem Ende der Ökumene, sollten die Protestanten schwule und lesbische Paare als gleichberechtigt anerkennen.
Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp hat die evangelische Kirche in der "Rheinischen Post" vor einer Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben bei kirchlichen Trauungen gewarnt und mögliche Konsequenzen für die ökumenische Zusammenarbeit der beiden Kirchen angekündigt. Anlass ist die Entscheidung der evangelischen Kirche im Rheinland, als zweite Landeskirche gleichgeschlechtlichen Paaren die kirchliche Trauung zu ermöglichen (queer.de berichtete).
"Ich sehe diese Entscheidung schon mit einer gewissen Trauer. Es ist zumindest kein Schritt zueinander, sondern etwas, das einen Graben eher etwas vertieft", warnte Schwaderlapp. Er erklärte weiter, dass auch die Protestanten bei diesem Thema gespalten seien.
Es ist nicht das erste Mal, dass die katholische Kirche vor einem Aus der Ökumene warnt, sollte die evangelische Kirche weiter auf Schwule und Lesben zugehen. So führte 2013 eine Orientierungshilfe der EKD, in der die Beziehungen von Homo- und Heterosexuellen als "gleichwertig" bezeichnet worden waren, zu Aufregung in der katholischen Führungsebene. Der Münsteraner Bischof Felix Genn warnte damals vor einem "richtigen Riss" zwischen katholischen und evangelischen Christen (queer.de berichtete).
Unter Protestanten gibt es derzeit unterschiedliche Auffassungen über Homosexuelle: Während auch die Landeskirche Hessen-Nassau gleichgeschlechtliche Eheschließungen erlaubt, gestatten es die meisten anderen lediglich, verpartnerte Homo-Paare zu segnen. Demgegenüber zeigt sich die evangelische Kirche insbesondere im Süden des Landes homofeindlich: Die Landeskirche Württemberg hat erst vor einem Jahr die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren abgelehnt (queer.de berichtete).
Sachsen hat sich besonders stark gegen Schwule und Lesben positioniert: So sagte Landesbischof Carsten Rentzing vor einem halben Jahr in einem Interview, dass Homosexualität nicht "gottgewollt" sei (queer.de berichtete). Kurze Zeit später wurde ein Organist in Chemnitz wegen seiner Homosexualität gefeuert (queer.de berichtete).
In anderen Ländern haben protestantische Kirchen dagegen weniger Probleme mit Homo-Paaren: So beschloss die evangelisch-lutherische Volkskirche Norwegens vor knapp drei Monaten nach langen Debatten, Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichzustellen (queer.de berichtete). Die schwedische Kirche hatte diesen Schritt bereits 2009 durchgeführt (queer.de berichtete). (dk)














