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Gilead-Antrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur

Pille zum Schutz vor HIV vor Zulassung in Europa?


In den USA ist PrEP bereits seit 2012 zugelassen

Noch in diesem Jahr könnte hierzulande das Medikament Truvada als sogenannte Präexpositions-Prophylaxe erhältlich sein.

Das Pharma-Unternehmen Gilead Sciences hat die Zulassung von Truvada als vorbeugendes HIV-Medikament (Präexpositions-Prophylaxe oder PrEP) bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur beantragt. Das teilte die kalifornische Firma am Montag auf ihrer Website mit. Die Arzneimittel-Agentur ist für alle EU-Länder sowie für Norwegen, Island und Liechtenstein zuständig.

Das Medikament Truvada, das die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin enthält, wird in Deutschland bereits bei HIV-Positiven eingesetzt, um die Ausbreitung des Virus im Körper zu hemmen. Außerdem kann Truvada als Post-Expositionsprophylaxe in Kombination mit einem anderen Medikament angewendet werden, wenn es binnen 24 Stunden nach einem Risikokontakt eingenommen wird. Gilead will nun erreichen, dass auch HIV-Negative in Europa das Mittel einnehmen dürfen, um sich vor einer möglichen zukünftigen Infektion mit HIV zu schützen.

Die Wirkstoffe ermöglichen aktuellen Studien zufolge HIV-Negativen bei täglicher Einnahme, das Ansteckungsrisiko praktisch auf Null zu senken. In den USA ist die Pille bereits seit 2012 zu diesem Zweck zugelassen. Vergangenes Jahr haben auch Kenia und Südafrika Truvada als PrEP eingeführt. Zudem hat Frankreich kürzlich eine "temporäre Gebrauchsempfehlung" für Truvada zum Schutz vor einer sexuellen Ansteckung mit HIV gegeben.

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DAH: PrEP ist "Sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention"

Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat den Gilead-Antrag am Montag begrüßt und rechnet damit, dass die Zulassung noch in diesem Jahr erfolgt. Das Medikament sei "eine sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention in Deutschland", erklärte DAH-Vorstand Winfried Holz. "Jetzt geht es darum, dass die PrEP nicht nur zugelassen, sondern auch verfügbar gemacht wird. Menschen, denen die PrEP helfen kann, HIV-negativ zu bleiben, müssen auch Zugang zu dem bislang sehr teuren Mittel bekommen." Derzeit kosten 30 Tabletten Truvada – also eine Monatspackung – in Deutschland mehr als 800 Euro.

Trotz des hohen Preises ist PrEP in den USA ein Erfolg: Mehreren Untersuchungen zufolge hat die PrEP-Nutzung in Amerika in den letzten Jahren stark zugenommen. So sollen laut einer aktuellen Studie aus dem Bundesstaat Washington 31 Prozent der "besonders gefährdeten Männer, die Sex mit Männern haben", bereits mindestens einmal PrEP eingenommen haben. 2012 habe der Anteil noch bei fünf Prozent gelegen.

Im November letzten Jahres hat die US-Gesundheitsbehörde CDC empfohlen, dass Menschen mit besonders hohem Risiko das Medikament einnehmen sollten – darunter laut CDC rund ein Viertel von sexuell aktiven Schwulen und bisexuellen Männern, die HIV-negativ sind (queer.de berichtete). Für die Schätzung hatte sie Verhaltensmuster analysiert.

DAH: Kein Ersatz für Kondome

Laut DAH könne die PrEP aber kein Ersatz für Kondome sein, sondern stelle lediglich "eine zusätzliche Schutzmöglichkeit für einige Gruppen dar". Eine dauerhafte Einnahme komme "vor allem für eine kleine Gruppe von schwulen Männern in Frage, die ein sehr hohes HIV-Risiko haben, zum Beispiel, weil es ihnen aufgrund ihrer Lebensumstände schwerfällt, sich mit Kondomen zu schützen." Zudem wird auch vor Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Durchfall und Magenbeschwerden gewarnt. (dk)

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#1 SebiAnonym
  • 02.02.2016, 15:06h
  • Das wird sicher auch nicht die Krankenkasse zahlen, weil die dann argumentieren, man könne sich ja auch wie bisher mit Kondomen schützen (und die zahlt die Kasse ja auch nicht).

    Neben dem Preis ist es natürlich lästig, jeden Tag eine Pille zu nehmen. Und die Nebenwirkungen sind ja auch nicht völlig komplikationslos.

    Ziel muss nach wie vor sein, irgendwann eine richtige Impfung gegen HIV zu haben, die man nur einmal (oder wenigstens nur einmal im Jahr) braucht. Und ein weiteres Ziel wäre natürlich die Heilung und Ausrottung von HIV.
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#2 HonestAbe
  • 02.02.2016, 15:06hBonn
  • Na wird aber auch Zeit!

    Leider aber werden bis zur vollständigen Akzeptanz von PrEP noch viel Dummheit und Vorurteile abgebaut werden müssen ... war bei mir ja nicht anders.
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#3 wefpupjhAnonym
  • 02.02.2016, 15:33h
  • Gefährlich.

    Warum?

    HIV ist nicht das einzige Krankheitsrisiko, dem man sich bei Analverkehr ohne Kondom aussetzt und diese Pille würde einige dazu verleiten auf das Kondom zu verzichten.

    Ich sehe schon wie sich die Schwulen, die fast jeden Tag mit nem anderen Kerl Sex haben und gerne dabei auf das Kondom verzichten wollen, sich die Hände reiben und diese Pille als Freifahrtschein für Poppen ohne Kondom ansehen. Und dann werden sich andere Krankheiten wieder vermehrt unter diesen Schwulen ausbreiten...

    Selbst wenn HIV heilbar wäre, oder es eine Impfung gegen HIV geben würde, gäbe es immer noch genug andere schwere Krankheiten, mit denen man sich bei ungeschütztem Analverkehr anstecken kann.

    Deshalb ist das Kondom für Schwule, die Analverkehr mit häufig wechselnden Sexualpartnern haben, derzeit alternativlos.
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