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Kommentare zu:
Umfrage: Viele Schwule finden offene Beziehungen "großartig"


#51 finkAnonym
  • 06.02.2016, 14:49h
  • Antwort auf #13 von Grisu
  • "Das was immer so schön als offene Beziehung bezeichnet wird, ist meiner Meinung nach nichts anderes als ein Fickverhältnis zwischen zwei guten Kumpels die zusammen wohnen."

    Wenn ich so etwas lese, muss ich immer an einen Freund denken, der seinen krebskranken älteren Partner aus dem Hospiz zurück in die gemeinsame Wohnung holte und einen riesigen Aufwand betrieb, damit er dort unter Freunden sterben konnte. Er hielt seine Hand, als er starb. Es war unglaublich rührend und schön, solche Treue zu erleben.

    Und an einen anderen, der mit seinem schwer aidskranken Partner durch die Welt reiste, ihn Treppen hoch und runter trug und ihm mehrmals täglich die Windeln wechselte, damit er noch möglichst viel Schönes erleben konnte.

    Beides nach deiner Definition keine echten Beziehungen, denn es waren offene Beziehungen.

    Alles andere ganz egal, weil nur die sexuelle Exklusivität zählt? Mir fehlen die Worte bei solcher Ignoranz.
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#52 AxelAnonym
#53 paren1957Ehemaliges Profil
  • 06.02.2016, 14:59h
  • Antwort auf #50 von Grisu
  • Was in der Vergangenheit nicht war, lässt sich ohnehin nicht zurückholen. Also, was solls?

    Auf GayRoyal habe ich mal im Umkreis von 10 km alle Profile angeklickt, bei denen ich die Leute sympathisch fand. Aktuell werden 3962 angezeigt. Knapp die Hälfte werde ich wohl besucht haben. Über 50 Prozent waren in einer Beziehung. Das fände ich nicht grundsätzlich tragisch, suche ja nicht nur einen Partner. Und auch über Freunde von Freunden kann man eventuell Leute kennenlernen. Wenn man denn einen Fuß in Tür kriegt. Aber es kam keine einzige Rückmeldung mit Interessebekundung.

    Ansonsten sehe ich selbst in einer Großstadt wenig Möglichkeiten, wo man sich außerhalb der Szene über den Weg läuft und auch als schwul identifiziert. Habe es auch mal mit Pride-Armband und eindeutigen Botschaften auf dem T-Shirt beim Bummeln und Spazierengehen versucht. Nach meinem Eindruck hat das die Leute eher verschreckt als angezogen.

    Im Moment habe ich privat ohnehin eine schwierige Situation. Da bin ich manchmal froh, dass ich mich nicht noch um einen Kerl kümmern muss. Und Porno und Handbetrieb gehen ja immer.
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#54 LarsAnonym
  • 06.02.2016, 16:00h
  • Diskussionen und Umfragen über "offene Beziehungen" scheinen mir ziemlich wertlos und müßig, wenn man den Begriff Beziehung dabei nicht naäher beleuchtet und die Regelungen, die Paare treffen, genauer beschreibt. Dass das unterbleibt, ist schade, denn so bleibt es bei den Klischeevorstellungen, die jede(r) so bei diesem Thema hat.

    Das Titelfoto tut bereits ein übriges dazu. Ob ich mit Mitte zwanzig mit Beziehungen experimentiere, oder ob ich mit 50 eine zwanzigjährige oder längere Beziehung (oder mehrere Beziehungen) gelebt habe, macht einen Unterschied. Erst da wird es für mich inetressant.
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#55 paren1957Ehemaliges Profil
  • 06.02.2016, 20:10h
  • Antwort auf #50 von Grisu
  • "Wichtig ist, dass du für dich selber weist, dass es nicht an dir liegt."

    Das ist nicht der Punkt. Auch wenn man sein Selbstwertgefühl auch aus anderen Dingen beziehen kann: Ich bin maßlos enttäuscht und auch wütend. Denn man fühlt sich in solchen Momenten schon behandelt wie ein Stück Dreck. Wobei der Fäkalausdruck der passendere wäre. Und ja nicht von irgendwem, sondern von den eigenen Leuten. Dachte man bis dahin zumindest.
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#56 Tante ElfriedeAnonym
  • 06.02.2016, 22:26h
  • Antwort auf #55 von paren1957
  • Wenn man die Beiträge so durchliest, müsste es ja eine Menge Männer jenseits der 50 mit Bauch geben, die sofort bereit sind, eine Beziehung einzugehen, aber leider keinen abbekommen. Könnte vielleicht daran liegen, dass der Mann um die 50 mit Bauch alles andere sucht, aber keinen anderen um die 50 mit Bauch...

    Weil wir es hier schon von den Heten hatten: Auch die lernen sich am allerwenigstens abends beim Ausgehen kennen. sondern auf der Arbeit, im Verein über Bekannte etc. Und in den seltensten Fällen macht es sofort Klick.

    Vielleicht sollte man hier mal die eigene Erwartungshaltung überprüfen. Unternimm was mit anderen schwulen Männern. Zwanglos. Es gibt schwule Sportvereine, schwule Eisenbahnfreunde, schwule Chöre und und und. Stell das aber nicht von Anfang an unter die Mission: Ich brauch was zu Ficken und zum Leben und es muss meiner Checkliste genügen. Und vielleicht fällt Dir irgendwann auf, dass Du Deinen Traumprinz schon eine ganze Weile kennst.

    Viel Glück.
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#57 paren1957Ehemaliges Profil
  • 06.02.2016, 23:00h
  • Antwort auf #56 von Tante Elfriede
  • "Und vielleicht fällt Dir irgendwann auf, dass Du Deinen Traumprinz schon eine ganze Weile kennst."

    Er hatte fast 60 Jahre Zeit mich zu finden. Das Kapitel ist abgeschlossen.

    Ich habe fast 60 Jahre nicht im luftleeren Raum gelebt. Also muss es wohl an mir liegen. Bin wahrscheinlich ein asoziales Arschloch.
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#58 Homonklin44Profil
  • 06.02.2016, 23:22hTauroa Point
  • Kommentar 42 könnte eigentlich ganz gut meinen Stand zu dem Thema aus der weiten Distanz eines Beziehungsunerfahrenen ausdrücken, außer, dass ich mich nie erst sehr für Sex, sondern mehr für romantische Liebe interessiert habe, und meine Gründe des Versxchmähtwerdens viel komplizierter und insbesondere augenscheinlicher wären. Aber da drum geht's nicht.

    Ich kenne ein Paar aus Kanada, die seit nunmehr 17 Jahren eine offene Beziehung leben, die anscheinend immer noch ganz harmonisch funktioniert. Sie erzählen einander über ihre Abenteuer, oder teilen sich die Interessenten. Vielleicht geht das so am besten, wenn man vor einander keine Geheimnisse hat, und offen über alles reden kann. Ich habe zwar keine Ahnung von Beziehungen, aber was ich über die zwei so alles mitbekommen habe, hat meine Ansichten von früher in der Jugendzeit stark verändert.

    Ich war mal ein glühender Bewunderer von monogamen Lebenspartner-Vorstellungen ähnlich der heterosexuellen Ehe, wo man sich auf ein gemeinsames Lebensziel bei ähnlichen Interessenlagen einschießen würde, und irgendwann heiratet bzw. zusammen alt wird, gemeinsame Ziele verfolgt.
    So die dümmliche Herumträumerei.
    Das Leben hat mirallerdings ganz heftig und häufig gezeigt, dass alles, was ich eventuell zu bieten gehabt hätte, nicht von jenen erwünscht wird, die ich interessant finde - das waren immer nur ganz wenige Typen und ausnahmslos Stockheteros.

    "Pech gehabt", sagte mir einer mal nach 3 Jahren intensiver Emailbekanntschaft, nachdem er mein erstes Foto erhalten hatte. Dieses "Pech" wurde mein steter Schatten, auch in einer Zeit etlicher Kontaktanzeigen und bei der Partnervermittlung.
    Pech gehabt. Nun werde ich alt, bin krank, der Lack, der nie erst da war, ist ab.

    Aber ich wünsche allen offenen und offeneren Beziehungsinteressierten alles Glück der Welt.
    Darf ich doch, oder?
    Noch mal back to the drawing board, noch mal von vorn, aye, ich würd's heute wagen.

    P.s.: Ich 'hasse' es nicht, schwul zu sein, nur, weil ich glücklos blieb. Ich kann auch die Auswahlproblematik nachvollziehen, weil ich mich relativ gut mit Biologie und Psychologie auskenne. Es gibt bestimmte Gesetzmäßigkeiten der Attraktion, und ca. 20% aller Menschen sind mehr oder weniger chancenlos im Partnersuchspiel.
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#59 loupAnonym
#60 loupAnonym
  • 07.02.2016, 02:21h
  • Antwort auf #51 von fink
  • Ich bin Ende 40. Er war 30 Jahre älter als ich, wir waren 20 Jahre zusammen.

    Kennengelernt habe ich ihn mit Anfang 20, das erste Mal für länger von zuhause weg. Hej, große Stadt, hej Schwulenszene, hej keine familiären Begrenzungen und Rücksichten mehr, hej Ficken, hej Austoben. Er fand das verständlich aber nicht sonderlich lustig. Eigentlich hat er mich mehr ertragen als umworben. Es hat lange gedauert bis wir wirklich ein Paar wurden.

    Er war dement. Ich habe ihn sechs Jahre lang zuhause gepflegt und versorgt. Ein gehbehinderter dicker kräftiger Mann der manchmal aggressive Phasen durchmacht und der rund alle zwei Stunden auf den Toilettenstuhl bzw die Windeln gewechselt bekommen muß.

    2013 ist er gestorben. Nicht viele Leute bei der Beerdigung.

    Was geblieben ist, Erinnerungen an die schönen Momente. Nichts großes. Tiere suchen ein zuhause und Elefant Tiger & Co im Fernsehen, Zoobesuch, eine Reise an die winterliche Nordsee, er hat als Kind mal auf Römö Ferien gemacht, ein Tapir streicheln beim Hagenbeck (denen ich ewig dankbar bin) gemeinsam verwüstete Blumenbeete in unserem verwahrlosenden Garten, eine Katze streicheln, große Wasserschlacht beim Waschen. Sein Lachen dabei. Seine Freude. Seine strahlenden Augen. Als er in einem vielleicht lichten Moment, drei Monate vor seinem Tod plötzlich zu mir sagt Michael, Du sorgst so lieb für mich, das erste und einzige Mal seit langem daß er meinen Namen nennt.

    Ich würde alles tun um ihn zurückzubekommen.
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