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Kommentare zu:
Muskulöse Helden in engen Outfits: Wie queer ist die Comicwelt?


#1 KevinAnonym
  • 07.02.2016, 11:32h
  • Das schöne ist ja hier, dass auch intersexuelle Charaktere in der Ausstellung vorkommen. Damit wird das ganze Spektrum von LGBTI abgedeckt. Es ist wirklich erstaunlich wie divers die Comicszene ist, gerade wenn es um Superhelden und Actionhelden geht. Das hätte ich nicht erwartet. Und es macht Spaß zu sehen, mit welcher Lust Comickünstler und -künstlerinnen sich da ausleben.
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#2 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 07.02.2016, 11:54h
  • "Sind da queere Comics [...] überhaupt noch nötig?"

    Ja, das ist die große Frage. Sind queere Identitäten mit eigenen Geschichten überhaupt noch nötig? Wo doch inzwischen das oberste Ziel zu lauten scheint, uns so mimikry-artig wie möglich dem Mainstream anzupassen...

    Mir fällt dazu wieder mal der zaunfink-Artikel ein, der dieses Thema auf den Punkt bringt:

    derzaunfink.wordpress.com/2015/02/14/ich-habe-nichts-gegen-t
    olerante-heteros-aber/


    Zitat daraus:

    "Davon abgesehen fände ich es nicht einmal wünschenswert, in einer Welt ganz ohne geschlechtliche oder andere Identitäten zu leben. Wir sind doch keine Schlümpfe. Das Schöne an uns Menschen ist doch nicht, dass wir alle gleich sind, sondern dass wir alle anders sind. Geschlechtliche Identitäten stehen nicht im Widerspruch zu unserem Menschsein, sondern sind ein wichtiger Teil davon. Sie gehören zu unserer wunderbaren Vielfalt. Akzeptanz funktioniert nicht dort, wo man Unterschiede leugnet, sondern nur dort, wo man sie feiert. Und das eigentliche Problem besteht auch nicht darin, dass wir Identitäten haben, sondern darin, dass wir die Hälfte von ihnen auf höchst unfreundliche Weise abwerten."

    Demzufolge wehre ich mich entschieden gegen die These "Es ist die Aufgabe des Mainstreams, queere Menschen zu assimilieren und zu normalisieren", wenn sie bedeutet, dass wir uns gefälligst so perfekt wie möglich anzugleichen haben.

    Sich so anzugleichen, heißt, die eigene Identität verschwinden zu lassen. Heißt, sich zu verstecken und so zu tun, als wären wir "ja ganz normal" und "genau wie alle anderen".

    Sind wir nicht.

    Und das ist auch sehr gut so.
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#3 JarJarProfil
#4 NickAnonym
#5 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 07.02.2016, 13:17h
  • Antwort auf #3 von JarJar
  • Die Antwort auf diese Frage ist doch völlig irrelevant für das Thema.

    Ich habe mich zur Fragestellung "Sind da queere Comics, geschaffen von LGBT-Künstlern, überhaupt noch nötig?" geäußert.

    Das lässt sich auf alle anderen Themen übertragen. "Wenn queere Persönlichkeiten auch mehr im Mainstream auftauchen, wozu brauchen sie dann auch noch eine eigene Kultur?"

    Ja wozu wohl? Eben, weil wir eigene Identitäten haben, und somit auch das Recht auf eine eigene Kultur.

    Oder weshalb liest und kommentierst Du sonst HIER? Dann bräuchten wir ja auch queer.de gar nicht mehr.

    Inzwischen gab's auch schon die erste Negativbewertung für meinen vorherigen Kommentar. Vielleicht ja von Dir. Ich frage mich ernsthaft, wie es jemand IN EINEM QUEEREN MEDIUM nicht gutheißen kann oder will, dass wir unsere eigenen queeren Identitäten in aller Vielfalt ausleben. U.a. eben auch mit queeren Comics, geschaffen von LGBT-Künstler_innen.

    Oder soll denen jetzt nicht mehr erlaubt sein, eigene Comics mit eigenen Geschichten zu zeichnen? Weil ja der Mainstream schon alles genügend abdeckt?

    Da haben wir sie wieder, die erste und wichtigste der Fünf Herrschaftstechniken:
    Unsichtbar machen. Totschweigen.

    So stelle ich mir eine freie Gesellschaft eindeutig NICHT vor.
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#6 KevinAnonym
  • 07.02.2016, 13:29h
  • Ich habe das eher andersrum erlebt, zumindest was Mainstream-Comics angeht. Da haben schwule Regisseure mit X-MEN und zumindest homophile Produktionsteams mit der TV-Serie FLASH den Weg voraus gewiesen, den die gedruckten Comicausgaben erst sehr viel später gegangen sind. Eigentlich hätte ich das umgekehrt erwartet... war aber nicht so. Manchmal kommen die Impulse von unverhoffter Seite und zeigen, dass man nicht unbedingt Kundschaft vergrault mit LGBTI-Themen.
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#7 JarJarProfil
  • 07.02.2016, 13:39hKiel
  • Antwort auf #5 von UrsaMajor
  • Ich finde schon dass das eine Rolle spielt da du sonst eher schlecht beurteilen kannst wie Homosexualität in Mainstreamcomics gezeigt wird und wenn die "Community" nicht mal die LGBT Comics liest, diese aber unbedingt behalten will, wer soll sie denn dann lesen?
    Wenn man selbst kein Geld in die Sachen steckt muss man sich halt auch nicht wundern wenn sie Nischenprodukte bleiben und evtl. auch einfach verschwinden. Das hat dann nichts mit den bösen Heten und ihren Assimilierungplänen zu tun, sondern einfach etwas mit Marktwirtschaft.
    Und es geht hier ja nicht um andere Themen sondern genau um dieses.
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#8 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 07.02.2016, 14:11h
  • Antwort auf #2 von UrsaMajor
  • "Demzufolge wehre ich mich entschieden gegen die These "Es ist die Aufgabe des Mainstreams, queere Menschen zu assimilieren und zu normalisieren", wenn sie bedeutet, dass wir uns gefälligst so perfekt wie möglich anzugleichen haben.

    Sich so anzugleichen, heißt, die eigene Identität verschwinden zu lassen. Heißt, sich zu verstecken und so zu tun, als wären wir "ja ganz normal" und "genau wie alle anderen".

    Ich meine:, entweder hast Du das: "Es ist die Aufgabe des Mainstreams, queere Menschen zu assimilieren und zu normalisieren" falsch verstanden, oder ich verstehe es falsch. Ich verstehe es so, das der "Mainstream" in unserem Fall die "heteros" sich anpassen müßen, in dem sie auch andere zwischenmenschliche Formen akzeptieren sollen.
    Das mit dem Angleichen ist auch so eine Sache, jede Person ist doch anders gestrikt als die andere Person (Ich verwende "die Person", in diesem Fall, ausdrücklich wegen dem "die" als neutralund nicht "Der Mensch"). Wer eine Person oder Personengruppe, meinetwegen eine Minderheit angleichen will, ohne sich selber anzugleichen, der versteht vom Leben rein gar nichts.
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#9 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 07.02.2016, 14:20h
  • Antwort auf #8 von hugo1970
  • "Ich meine:, entweder hast Du das: "Es ist die Aufgabe des Mainstreams, queere Menschen zu assimilieren und zu normalisieren" falsch verstanden, oder ich verstehe es falsch."

    Rein sprachlich:
    Wer tut etwas? Der Mainstream.
    Was tut er? Er soll assimilieren und normalisieren.
    Wen? Queere Menschen.

    Sollte das ganz anders gemeint gewesen sein, ist es auf jeden Fall sprachlich falsch formuliert.

    Vergleiche Star Trek:
    "Wir sind Borg. Sie werden assimiliert.
    Widerstand ist zwecklos." ;-)
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#10 ursus
  • 07.02.2016, 14:24h
  • Antwort auf #7 von JarJar
  • auch ich bin über die seltsame frage nach der notwendigkeit eigener queerer comic-kultur gestolpert. und ich möchte doch bezweifeln, dass "alle" die coming-outs queerer held_innen "gut fanden". da habe ich anderes gelesen.

    >"...da du sonst eher schlecht beurteilen kannst wie Homosexualität in Mainstreamcomics gezeigt wird"

    selbst wenn wir eines tages dahin kämen, dass queerphobe klischees aus sämtlichen "mainstream"-comics verschwänden und queere figuren vollkommen selbstverständlich würden (was ich nicht glaube), würde es dennoch nicht überflüssig, dass zusätzlich queere comics szene-interne perspektiven behandelten. zwischen außensicht und eigener kultur wird immer ein unterschied bleiben.

    der "mainstream" wird niemals unsere eigenen debatten ersetzen.

    >"... und wenn die "Community" nicht mal die LGBT Comics liest, diese aber unbedingt behalten will, wer soll sie denn dann lesen?"

    das stimmt. aber es hebelt einen kritischen einwand ja nicht aus, wenn man selbst nicht zu den konsument_innen gehört. ich gehe z.b. nicht in lesbische kneipen und lese keine lesbischen bücher, finanziere beides also auch nicht selbst mit. ich würde aber trotzdem ihre existenz inhaltlich verteidigen und wäre damit wohl nicht automatisch unglaubwürdig, oder?
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#11 TheDadProfil
  • 07.02.2016, 15:26hHannover
  • Antwort auf #7 von JarJar
  • Allein das Beispiel Ralf König und seine Comics zeigt auf, wie "blöd" Deine Frage daherkommt..

    ""Wenn man selbst kein Geld in die Sachen steckt muss man sich halt auch nicht wundern wenn sie Nischenprodukte bleiben und evtl. auch einfach verschwinden.""..

    Das tun sie nicht..
    Vor allem dann nicht wenn sie so gut gemacht sind die "Grenzen" der "eigenen Zielgruppe" zu überschreiten, und sich auch andere Käuferschichten zu erarbeiten..

    Schwule Männer lesen doch auch nicht "Heten-Comics", weil es nichts anderes gäbe !

    Und dann bleibt über, was "UrsaMajor" dazu geschrieben hat :
    ""Sind queere Identitäten mit eigenen Geschichten überhaupt noch nötig? Wo doch inzwischen das oberste Ziel zu lauten scheint, uns so mimikry-artig wie möglich dem Mainstream anzupassen...""..

    Und dazu lautet die Antwort schlicht :
    JA !
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#12 ursus
  • 07.02.2016, 15:30h
  • abgesehen von der genannten frage, die ich mal optimistisch als "rhetorisch" verbuchen möchte, finde ich das interview übrigens sehr interessant. justin hall weiß offenbar wirklich, wovon er redet, und es wurde auch gut übertragen. es ist immer toll, wenn man sehen kann, wie jemand für seine arbeit brennt.

    danke dafür.
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#13 seb1983
#14 TheDadProfil
  • 07.02.2016, 16:39hHannover
  • Antwort auf #13 von seb1983
  • ""Allerdings wird man im Borg Kollektiv dann auch Teil des großen Ganzen""..

    Wird das Borg-Kollektiv dann eigentlich auch in seiner Gesamtheit Schwul, wenn sie Schwule Männer assimilieren ?

    "Widerstand ist zwecklos" erreichte dann eine völlig andere Dimension..
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