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Einzelkommentar zu:
Gabriele Kuby vergleicht Schwule mit Rauchern


#21 MatuiAnonym
  • 12.02.2016, 14:14h
  • Ich hab mir gerade die 18 Kommentare durchgelesen und habe da 18 mal die gleiche Reaktion wahrgenommen: Empörung! Ablehnung! Gegenangriff! Was ich nur selten gelesen habe: Reflektion. Nachdenken. Fundierte Gegenfakten.

    Auch ich finde die Haltung von Frau Kuby äußerst zweifelhaft. Zumal sie wenig differenziert und von einem ominösen schwulen Lebensstil spricht. Wahrscheinlich meint sie damit die Schwulen, die offene Beziehungen führen oder schwule Singles, die rumvöglen, bis ihnen die Rosette glüht. Die gibt es - hier in Berlin allethalben (hab ja selbst lang genug dazu gehört) - genauso wie die vielen Schwulen, die in monogamen Beziehungen leben. Wie sich das mengenmässig verteilt ist wahrscheinlich von Ort zu Ort verschieden und eigentlich auch unwichtig.
    Diese Unterteilung in monogame und offene Beziehungen bzw. Sex mit nur einem bzw. mehreren Partnern ist keine speziell schwule Charakteristik sondern gilt für alle Menschen. Mag sein, dass die Schwulen da eine gewisse Vorreiterrolle gespielt haben, was den offenen Lebensstil aber nicht explizit schwul macht.

    Das ein monogamer Lebensstil die Gefahren, sich mit (Geschlechts-)krankheiten zu infizieren minimiert dürfte jedem, der klar denken kann, einleuchten.

    Das viel Sex mit vielen unterschiedlichen Partnern ein erhöhtes Risiko darstellt - ganz gleich ob mit oder ohne Kondom (manche Geschlechtskrankheiten lassen sich nämlich auch durch Küssen, Fingern und Lecken übertragen) ist eine einfache mathematische Wahrscheinlichkeitsrechnung und auch unbestritten. Deckt sich im Übrigen mit meinen 50 Jahren Lebenserfahrung.

    Insofern ist die Aussage von Frau Kuby: "Dass aber unterschiedliche sexuelle Lebensstile auch mit unterschiedlichen Risiken behaftet sind, ist eine zweifelsfrei belegte Tatsache" auch korrekt.
    Wenn man nur diesen Satz nimmt, bezieht er sich ja auch nicht explizit auf Schwule im Unterschied zu Heteros sondern auf unterschiedliche sexuelle Lebensstile.

    Der Vergleich zu den Rauchern ist unglücklich wie alle Vergleiche und gar nicht notwendig.

    Zu verurteilen ist deshalb weniger ihre oben zitierte Aussage, als ihre Unterstellung, dass dies eine explizit schwule Angelegenheit sei. Ist es nicht und deshalb kann man ihr mangelnde Differenzierung vorwerfen und insofern auch Diskriminierung, nicht aber, dass sie in der Sache falsch liegt.
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