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Rathaus Friedenau
Berlin: Weitere Unterkunft für LGBT-Flüchtlinge

Mehere LGBT-Flüchtlinge sind ab sofort im Rathaus Friedenau untergebracht (Bild: flickr / Johnathan Nightingale / by 2.0)
- 17. Februar 2016, 13:56h 2 Min.
Das Rathaus Friedenau im Süden Berlins steht ab sofort für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge zur Verfügung. Dort ziehen am Mittwoch auch sieben Klienten des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg ein.
In der neuen Unterkunft, die in Trägerschaft von SIN e.V. betrieben wird, sollen homosexuelle, bisexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge sowie allein reisende Frauen und Familien untergebracht werden. Der LSVD begrüßte, dass die Stadt mit dem Heim auch die besondere Schutzbedürftigkeit von LGBT-Asylbewerbern anerkennt.
In der kommenden Woche soll zusätzlich in Berlin-Treptow eine Flüchtlingsunterkunft speziell für LGBT eröffnet werden, die bis zu 120 Menschen Platz bieten soll. Dieses Heim wird von der Schwulenberatung Berlin betrieben (queer.de berichtete). Ein ähnliches Projekt ist bereits in Nürnberg eröffnet worden (queer.de berichtete).
Experten warnen bereits seit längerem davor, dass LGBT-Geflüchtete in Deutschland besondere Hürden zu überwinden hätten. So würden nicht nur in Flüchtlingsheimen von homo- und transphoben Landsleuten diskriminiert, sondern träfen auch bei Anhörungen auf unsensible Bearbeiter oder homophobe Dolmetscher (queer.de berichtete). Dies betreffe nicht nur Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, sondern auch aus anderen homofeindlichen Ländern wie Russland. Sie alle müssen mit Diskriminierungen, Beleidigungen und Gewalt rechnen. Daher gibt es nun beim Sozialdienst am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) eine offizielle Ansprechpartnerin für die Belange der homosexuellen und transgeschlechtlichen Flüchtlinge.
Der LSVD ruft zu Spenden auf, um die Hilfs- und Unterstützungsangebote finanzieren zu können. (pm/dk)
Kontoinhaber: LSVD Berlin-Brandenburg e.V., Bank für Sozialwirtschaft, BIC: BFSWDE33BER, IBAN: DE46100205000003350000, Zweck: Spende Flüchtlinge















Dass die Maßnahme notwendig ist, zeigt aber auch, dass ein strukturkonservatives Land wie unseres durch die Zuwanderung von Reaktionären auch nicht freier und liberaler wird.