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Der Wagen beim Lenggrieser Fasching sorgte für heftige Kritik (Bild: Screenshot / Youtube / Tölzer Kurier)
- 19. Februar 2016, 12:42h 2 Min.
Jungen Wagenbauern in Lenggries ist ein transphober Karnevals-Scherz peinlich. Sie erklärten, sie hätten nach "ein bissl Bier" nicht an die Konsequenzen gedacht.
Die Macher eines transphoben Faschingswagens im oberbayerischen Lenggries haben sich in der Lokalzeitung "Tölzer Kurier" entschuldigt. Der Wagen sorgte für Aufregung, weil er sich über die Transsexualität der 48-jährigen Dorfbewohnerin Amanda Reiter lustig gemacht hatte (queer.de berichtete). Sowohl der Chef des lokalen Faschingsvereins als auch Bürgermeister Werner Weindl (CSU) hatten erklärt, die Wagenbauer hätten eine Grenze überschritten.
Man sei bei der Planung über das Ziel hinaus geschossen, sagten nun zwei nicht namentlich genannte Verantwortliche: "Durch ein bissl Bier sind wir dann auf den ganzen Schmarrn gekommen. Im Nachhinein denkt man sich dann: Wie blöd sind wir eigentlich?" Sie versicherten: "Wir wollten weder Frau Reiter noch jemand anderen persönlich angreifen und haben auch kein Problem mit dem Thema Transsexualität."
Der Wagen sei von 24 jungen Leuten im Alter von 15 bis 20 Jahren geplant worden. Sie hätten ein lokalen Thema angestrebt und sich auf die Schließung des Sägewerks und den Bau eines Post-Zustellstützpunkts geeinigt; diese Gebäude befinden sich auf dem Grundstück von Reiter, die sich erst kürzlich in der Lokalpresse als transsexuell geoutet hatte.
Wagenbauer wollen sich persönlich entschuldigen
Die Verantwortlichen für den Wagen erklärten, man habe sich am Ende zu sehr auf die Transsexualität der Besitzerin konzentriert und nicht an die Folgen gedacht. Sobald Reiter, die derzeit verreist ist, wieder in Lenggries sei, werde man sich bei ihr persönlich entschuldigen.
Aktivisten betonen immer wieder, dass nur Aufklärung helfe, derartige transphobe Zwischenfälle zu vermeiden. Diese würden dazu führen, dass es noch immer sehr schwer sei, sich als Transperson zu outen. Allerdings gibt es auch politischen Gegenwind. So stuft etwa die rechtspopulistische Partei AfD in ihrem baden-württembergischen Wahlprogramm Aufklärung über Transsexualität als gefährlich ein (queer.de berichtete). (dk)















Alles unter Trans* zu vereinnahmen ist ebenfalls so eine Sache. Auch wenn die angebliche Community behauptet dies sei eine Sammelbezeichnung, mag das für diese Menschen gelten aber uns hat keiner gefragt.
Auch wenn wir uns zu Worte melden, interessiert es keinen denn es gibt ca 40 tsd Menschen mit transsexuellem Hintergrund, von denen aber kaum jemand in diesen Communities aktiv ist. Dem stehen um die 2 Mio. Menschen mit andersartigen geschlechtlichen Varianten entgegen.