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Die Initiative "baraka" beim Kölner CSD (Bild: rubicon)

  • 20. Februar 2016, 21:12h 160 2 Min.

Um einen Schutzraum zu bieten, möchte die Kölner Initiative "baraka" keinen Besuch mehr von ihren "deutschen Freundinnen und Freunden".

"Jeder ist herzlich willkommen", steht auf der Homepage von "baraka", dem weit über die Stadt hinaus bekannten Kölner Treffpunkt für queere Migrantinnen und Migranten. Jeden Freitag kommen im "rubicon" Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zusammen, fast 80 Nationen wurden seit 2005 gezählt. Auch einige Menschen ohne Migrationshintergrund besuchten von Anfang an den Treff – nach elf Jahren sollen sie nun jedoch draußen bleiben.

"Aufgrund der angestiegenen Besucher_innen-Zahlen bei unseren Freitagstreffen und unserem Versprechen, baraka als Schutzraum für Migrantinnen und Migranten anzubieten, bitten wir euch freundlich, uns an den Freitagabenden nicht mehr zu besuchen", heißt es in einem am 19. Februar verteilten Brief an die "sehr geehrten deutschen Freundinnen und Freunde von baraka".

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Unverständnis über die Ausladung


Mit diesem Brief informierte "baraka" seine "deutschen Freundinnen und Freunde"

Mit den Worten "Ich bin immer noch schockiert, wie ich hier als Deutscher ausgeladen werde" wandte sich einer der regelmäßigen Besucher an die queer.de-Redaktion. Die Schutzraum-Argumentation kann er nicht nachvollziehen: "Es ist ein nettes Beisammensein, und ich konnte dort meine Unterstützung anbieten."

Komplett abschotten will sich "baraka" nicht und unterbreitete ein Alternativangebot. Interessierte könnten das zweimal im Monat stattfindende rubicon-Forum besuchen, heißt es in dem am Freitag verteilten Brief: "Dort habt ihr die Möglichkeit, den Migrantinnen und Migranten von baraka zu begegnen, aber auch den Besucherinnen und Besuchern anderer Gruppen, die sich im rubicon treffen."

Der interkulturelle Treff wurde 2005 u.a. vom damaligen Sozialwerk für Lesben und Schwule und der Aids-Hilfe NRW initiiert. Ziel war es zunächst, männliche Migranten für die Aids-Prävention zu erreichen. Sehr schnell entwickelte sich daraus ein offenes Treffen für alle Gender aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Nationen.

Das Wort "baraka" kommt aus dem Arabischen und bedeutet eine Segenskraft, die sich auf einen Ort oder eine Person bezieht. In vielen Sprachen wird damit ein kleines Häuschen bezeichnet, das Unterschlupf bietet. Die Atmosphäre bei den Freitagstreffen ist familiär, auch private Erfahrungen werden besprochen. Aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder Religionszugehörigkeit und wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität werden die Besucher häufig mehrfach diskriminiert. (cw)

Umfrage zum Artikel

» Was hältst du von der Ausladung der deutschen "baraka"-Freunde?
    Ergebnis der Umfrage vom 20.02.2016 bis 02.05.2016
-w-

#1 KampagnistanAnonym
  • 20.02.2016, 22:28h
  • Es ist mehr als verständlich und völlig berechtigt, dass rassistisch unterdrückte - und gerade in den letzten Monaten massiv durch die herrschende Politik und die Massenmedien der Eliten angefeindete - Gruppen auch ihre eigenen Schutzräume brauchen, in denen sie sich zu bestimmten Zeiten untereinander austauschen können. Dasselbe beanspruchen ja - zu Recht - z. B. auch Schwule und Lesben oder Frauen für sich.

    Wenn irgendetwas schockierend ist, dann die Tatsache, dass jemand diesen Vorgang anscheinend gleich wieder instrumentalisieren und skandalisieren will, um Zwietracht unter der breiten Masse von LGBT-Menschen zu säen und rassistische, nationalistische Beißreflexe zu bedienen. Wenn die bürgerlichen LGBTI-Schreihälse mal so engagiert wären, wenn es um den dringend notwendigen Kampf gegen immer aggressiveren und alltäglichen Rassismus, Chauvinismus und eine zunehmende Faschisierung von Medien und Politik in diesem Lande geht.
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#2 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 20.02.2016, 23:34h
  • Liebe Redaktion,

    meint Ihr nicht, dass der Titel und der Vorspann viel zu reißerisch formuliert sind?

    Wenn ich das recht sehe, werden Deutsche gebeten, künftig nicht mehr an den Freitagstreffen teilzunehmen, bekommen jedoch eine Alternative angeboten (und werden aktiv und freundlich dazu eingeladen), die an 2 Terminen im Monat stattfindet (und auch nicht, wie Ihr schreibt, "zweimonatlich", was "alle zwei Monate" bedeuten würde).

    So, wie das hier 'rüberkommt, sind Skandalisierung und Hetze vorprogrammiert. Das kann doch nicht in Euerem Sinne sein? Ich wünsche mir hier mehr Sachlichkeit.

    Vielen Dank!
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#3 Wahlen2016Anonym
  • 20.02.2016, 23:55h

  • Na wenn das ein Verein so Öffentlich gegenüber Ausländern bekanntgeben würde. Dann sind es wieder die Nazis. Anders herum ist das natürlich alles halb so schlimm, sieht man ja an den 2 Kommentaren über mir. Großes Verständnis, Migranten brauchen Schutzräume und müssen von den bösen Einheimischen beschützt werden. Wird immer besser hier in Deutschland.
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