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US-Wahlkampf
Donald Trump prahlt mit seiner Penis-Größe
- 4. März 2016, 08:27h 3 Min.

Donald Trump und seine Riesenhand
Das gab es so noch nie: Der führende Kandidat im US-Wahlkampf wirbt in einer Live-TV-Debatte mit seinem angeblich sehr beeindruckenden Gemächt.
In Donald Trumps Wahlkampf ging es ja bislang selten um wirklich tiefgreifende Gedanken. Das zeigte sich erneut am Donnerstagabend, als er in der live im Fernsehen übertragenen republikanischen Präsidentschaftsdebatte erstmals über seinen Unterleib sprach. Der 68-jährige Immobilientycoon antwortete auf Marco Rubio, der sich bei einer Wahlkampfveranstaltung wie ein Vorschulkind über Trumps angeblich kleine Hände lustig gemacht hatte ("Sie wissen ja, was man über Leute mit kleinen Händen sagt"). Und hier stellte Trump klar: Meine Hände sind nicht klein – mein Schwanz ist es auch nicht:
Er hat meine Hände kritisiert. Niemand hat je zuvor meine Hände kritisiert. Schauen Sie sich diese Hände an [er zeigt seine Hände]. Sind das kleine Hände? Und er sagte, dass, wenn meine Hände klein sind, etwas anderes klein sein muss. Ich garantiere Ihnen, hier gibt es kein Problem. Ich garantiere es.
Hier das Video:
Die Geschichte mit Trumps Händen geht übrigens zurück auf einen Artikel aus dem Satiremagazin "Spy" im Jahr 1988. Darin war er als "kurzfingrige vulgäre Person" beschrieben worden. Das erboste Trump so sehr, dass er dem Magazin mit einer Millionenklage drohte. Außerdem schickte er nach Angaben eines Mitarbeiters der Redaktion sein Buch, auf dem er auf der Titelseite abgebildet war – mit einem Goldstift umrandete er seine Hände und schrieb dazu: "Wenn ihr mich schlagt, schlage ich 100 Mal härter zurück."
Davon erzählte vergangenen Sonntag auch der Satiriker John Oliver in seiner Sendung "Last Week Tonight", als er sich 20 Minuten Zeit nahm, den führenden Republikaner auseinander zu nehmen:
Kommentare, die buchstäblich unter die Gürtellinie gehen, sind für Trump nichts Neues: Nur einen Tag vor der Präsidentschaftsdebatte hatte Trump bereits mit einem Blowjob-"Witz" Kritik des früheren Kandidaten Mitt Romney zurückgewiesen. Romney hatte Trump als "Aufschneider und Betrüger" bezeichnet. Daraufhin sagte Trump, dass Romney vor vier Jahren um seine Unterstützung geradezu gebettelt habe:
Ich hätte sagen können: "Mitt, auf die Knie" und er wäre auf die Knie gegangen. […] Mitt ist ein gescheiterter Kandidat. Er ist gescheitert. Er ist grauenvoll gescheitert.
Bekannteste Transsexuelle der USA findet transphobsten Kandidaten toll
Im Wahlkampf passieren auch noch weitere Absurditäten. So gab etwa der Trans-Realitystar Caitlyn Jenner in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview bekannt, dass sie auf Ted Cruz steht – und zwar auf den Ted Cruz, der von allen Kandidaten am offensten einen homo- und transphoben Wahlkampf betreibt:
Ich mag Ted Cruz. Ich denke, er ist sehr konservativ, ein großartiger Verfechter der Bundesverfassung und kann sich gut artikulieren. […] Ich verstehe zwar: Demokraten sind besser, wenn es um gesellschaftliche Themen geht. […] Aber wenn wir kein Land mehr haben, haben wir auch keine Trans-Themen mehr. Wir brauchen Jobs. Wir brauchen eine gute Wirtschaft. Ich will, dass jede Transperson einen Job hat. Wir haben aber 19 Billionen Dollar Schulden und es wird immer mehr, wir geben Geld aus, das wir nicht haben. Irgendwann wird das alles zusammenbrechen.
Ferner erklärte sie, sie würde gerne für Cruz der "Trans-Botschafter des Präsidenten der Vereinigten Staaten" sein.
Der linksliberale Newsblog "Think Progress" zeigte sich entsetzt über die Aussage Jenners: "Die Wirtschaft ist nicht, was Transmenschen davon abhält, Arbeit zu finden – es ist die Anti-Trans-Diskriminierung."
Jenner hat aber wohl eine andere Agenda: In Kürze startet die zweite Staffel ihrer Realityshow – und da muss man halt in die Schlagzeilen kommen, egal wie. (dk)

Die zweite Staffel von "I Am Cait" startet am Sonntag im amerikanischen Fernsehen
Bilder: flickr/Gage Skidmore/cc by 2.0 / E! Entertainment Television














