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Schweden und Großbritannien sind top
Deutschland fällt im "Gay Travel Index" noch weiter zurück

Deutschland wird im Vergleich zu seinem Nachbarn unattraktiver für LGBT-Reisende (Bild: flickr / Davidlohr Bueso / by 2.0)
- 4. März 2016, 15:23h 2 Min.
Zum vierten Mal in Folge geht es für Deutschland im jährlich veröffentlichten "Spartacus"-Index nach unten.
Der "Spartacus International Gay Guide" hat am Freitag seinen aktualisierten "Gay Travel Index" für 2016 veröffentlicht (PDF). Nach der Untersuchung der Lage in 194 Ländern belegten Schweden und Großbritannien gemeinsam den ersten Platz. Dahinter folgen sieben Länder: Neben den europäischen Destinationen Belgien, Dänemark, Frankreich, Island und den Niederlanden sind hier auch Kanada sowie das französische Übersee-Département Réunion vertreten.
Deutschland befindet sich laut den "Spartacus"-Reiseexperten auf Rang 15 – und hat damit erneut wie in den beiden letzten Jahren einen Platz verloren (queer.de berichtete). Die Bundesrepublik ist punktgleich mit Österreich und Malta. Die Schweiz schaffte es auf Rang 21.
Die fünf schlimmsten schwul-lesbischen Reiseziele sind dem Index zufolge der Iran, Somalia, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und der Jemen. Das schlimmste Reiseziel in Europa ist Russland, gefolgt vom Vatikan und der Türkei.
In der Liste wird sowohl die rechtliche Lage, etwa Antidiskriminierungsrichtlinien oder die Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften, gewertet als auch das LGBT-Marketing, die Akzeptanz von Homosexualität durch die Bevölkerung, der religiöse Einfluss oder Morde an Angehörigen sexueller Minderheiten.
Größter Aufsteiger ist Nepal
Zu den Gewinnern des Jahres zählen Nepal, das 50 Plätze nach oben steigen konnte. Auch Puerto Rico (plus 41 Plätze) und Mosambik (plus 37 Plätze) sind sehr weit aufgestiegen. Die Gründe: In der neuen Verfassung in Nepal wird ein explizites Diskriminierungsverbot von Schwulen und Lesben aufgenommen. Puerto Rico hat als Außengebiet der USA die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet und führt weitreichende Gesetzesänderungen zum Adoptionsrecht ein. Mosambik hat entgegen des allgemeinen Trends auf dem afrikanischen Kontinent die Homosexualität legalisiert (queer.de berichtete).
Die USA befinden sich dem Index zufolge insgesamt auf Rang 40. Wegen der unterschiedlichen rechtlichen und politischen Lage hat der "Spartacus International Gay Guide" den Index allerdings noch einmal nach den Bundesstaaten aufgeschlüsselt. Bestes Ziele innerhalb Amerikas sind demnach Kalifornien, Massachusetts und New York, die schlechtesten sind die Südstaaten Mississippi, North Carolina und Alabama.
Ein ähnlicher Index, allerdings nur für Europa, wird auch von der LGBT-Organisation ILGA Europe erstellt. In dieser Liste liegt Malta vorne. Die "Spartacus"-Siegerländer Großbritannien und Schweden schaffen es auf Rang zwei bzw. fünf. Deutschland liegt auch hier nur auf Rang 15 – und die Tendenz zeigte zuletzt ebenfalls nach unten (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Gay Travel Index im Detail (PDF auf Englisch)
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