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Kommentare zu:
Sixt verhöhnt Volker Beck


#21 daVinci6667
  • 05.03.2016, 16:58h
  • Antwort auf #17 von goddamn liberal

  • "Deutschland hat zuviele Leben jüdische Kinder auf dem Gewissen, als dass es Juden vorschreiben könnte, was sie mit der Vorhaut ihrer Kinder machen sollen."

    Du lernst es wohl nie. Eltern haben nicht das Recht über die Genitalien ihrer Kinder zu bestimmen. Punkt.

    Es sind NICHT IHRE Kinder im Sinne von Eigentum mit dem man tun und lassen kann was man will. Kinder gehören sich selbst und vor allen Dingen gehört die Vorhaut dem Jungen selbst und sonst niemandem.

    Eltern haben die Pflicht mit bestem Wissen und Gewissen die Interessen ihres Nachwuchses zu wahren bis diese mit ihrer Volljährigkeit selber für sich sorgen können.

    Wer seine Kinder beschneidet, egal ob Junge oder Mädchen vergewaltigt gleich mehrfach elementarste Rechte der Kinder. Weisst du eigentlich alles. Brauchst nur einmal die Berichte von anderen Zwangsbeschnittenen zu lesen die das nunmal ganz anders sehen als du. Genügend viele Links dazu hast du von mehreren Usern hier erhalten.

    Gerade wegen seiner unsäglichen Rolle die Volker Beck beim Knabenverstümmelungsgesetz spielte, wie auch seiner unkritischen Huldigungen gegenüber Papa Ratzi, verwehrt ihm jetzt ein grosser Teil der Community die Unterstützung. Gerade jetzt wo er dies am meisten bräuchte.

    Mann kann eben nicht für die Rechte schwuler Männer eintreten und gleichzeitig elementarste Männerrechte mit Füssen treten. Geht einfach nicht!

    Es ist reine politische Vernunft ihn nun gegen homophobe Angriffe von Rechts zu verteidigen. Hier sollten WIRKLICH ALLE zusammen stehen. Sympathie ist das bei vielen von uns längst nicht mehr, in anderen Threats ist auch von Verachtung zu lesen. Kann ich sehr gut verstehen. Trotzdem ich stimme zu er hat auch sehr viel Gutes für uns getan.
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#22 TheDadProfil
  • 05.03.2016, 16:59hHannover
  • Antwort auf #17 von goddamn liberal
  • ""Deutschland hat zuviele Leben jüdische Kinder auf dem Gewissen, als dass es Juden vorschreiben könnte, was sie mit der Vorhaut ihrer Kinder machen sollen.""..

    Absolut untaugliches Argument !
    Vor allem weil es impliziert, das jeder andere Staat dann das Recht hätte, genau diese Kritik an der Beschneidung zu führen, die Deutschland aus seiner Geschichte heraus nicht hätte ?

    Welch Unsinn..
    Der in sich nichts weiter darstellt, als die Umformulierte Erb-Schuld, der ich mich persönlich nicht einmal ausgesetzt sehen muß..

    Willst du an passender Stelle erneut darüber diskutieren, und dabei ernst genommen werden, überdenkst Du diesen Unsinn ziemlich zügig, und wendest Dich den Fakten zu, die Dir Menschen geben können, die darunter zu leiden haben !

    Deine persönlichen Erfahrungen, oder die Deiner Freunde, die nicht darunter leiden, KÖNNEN das Leid der Anderen nicht relativieren, und als "nichts" auflösen !

    Den Mit-Diskutanten ernst, und seine Argumente für voll zu nehmen, dürfte Dir nicht unmöglich sein..

    ""Das müssen sie schon selbst entscheiden.""..

    Klingt nett..
    Impliziert hier aber eben neben der Möglichkeit wie geschehen, sich auch dagegen zu entscheiden, die Möglichkeit einem Teil der Gesellschaft "andere Rechte" einzuräumen, mithin die Begründung für Diskriminierung und Unterdrückung, die es in einer freien UND gleichberechtigten Gesellschaft nicht geben kann !

    Man kann nicht Erwachsenen erlauben die Rechte von Kindern zu brechen..
    Weder im Falle einer Beschneidung von Knaben aus "religiösen Gründen", die dann als "identitäts-stiftendes" irgendwie "Volks-Ding" verklärt wird..
    Noch kann man Eltern erlauben ihre Kinder zu vergewaltigen, weil das irgendwie "Sitte" in ihrem "Glauben" wäre..
    Man kann Eltern auch nicht erlauben sich ihre Kinder nach irgendwelchen Vorstellungen "zurecht-operieren" zu lassen, bis sie dann irgendeinem Bild entsprächen, das irgendein Geistwesen mal mit irgendeinem altem Mann vereinbart hätte..

    Und genau deshalb taugt auch dieses "nazi-Argument" dazu nicht, weil es nicht sein kann, das man mit diesem Argument einer Ethnie erlaubt, was man anderen Ethnien verbietet :
    Das ihr "Glaube" ÜBER der Verfassung stünde !

    Steht er nicht..
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#23 goddamn liberalAnonym
  • 05.03.2016, 17:14h
  • Antwort auf #21 von daVinci6667
  • "Du lernst es wohl nie. Eltern haben nicht das Recht über die Genitalien ihrer Kinder zu bestimmen. Punkt."

    Gut, dann will ich Dich mal belehren (obwohl mir das eigentlich gar nicht liegt).

    Du stehst als Schweizer, was die Schuld am Völkermord am jüdischen Volk betrifft, außen vor und kannst manches nicht beurteilen. Die Uniformen und Parteiabzeichen in Deinem Familienalbum sind andere als bei uns.

    Da ich als mit Beschnittenen eng befreundeter Beschnittener die Sache gut beurteilen kann, kann ich eine Güterabwägung treffen.

    Ich kann einem Opfervolk in Deutschland nicht seine Religion verbieten (die allerdings traditionellerweise nur die Hälfte praktiziert).

    Aber das täte ich, wenn ich die Beschneidung verbieten würde, die bei fast allen Richtungen des Judentums ein elementares Ritual ist.

    Was ja nicht ewig so bleiben muss.

    In einem Punkt stimme ich absolut zu:

    "Es ist reine politische Vernunft ihn nun gegen homophobe Angriffe von Rechts zu verteidigen. Hier sollten WIRKLICH ALLE zusammen stehen."

    Sehe ich genauso. Bin mir bei Volker Beck nämlich gar nicht so sicher, ob er mir persönlich so sympathisch wäre.
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#24 finkAnonym
  • 05.03.2016, 17:43h
  • Antwort auf #21 von daVinci6667
  • Das ist ja hier recht offtopic, aber ich will trotzdem mal auf diesen Punkt eingehen, weil der mich auch beschäftigt und ja mit Volker Beck durchaus zu tun hat.

    Du schreibst: "Es sind NICHT IHRE Kinder im Sinne von Eigentum mit dem man tun und lassen kann was man will."

    Und exakt das habe ich immer für den eigentlichen Bedeutungskern der Beschneidung gehalten. Die gibt es ja nicht nur im Judentum, sondern auch anderswo, und wiederum anderswo sind es andere Körpermanipulationen, die eine ähnliche Funktion übernehmen. Die Botschaft an das neue Mitglied der Gesellschaft ist immer die gleiche: Dein Körper gehört nicht dir, sondern uns. Du selbst gehörst nicht dir, sondern der Gemeinschaft.

    Es geht um die Unterwerfung des Individuums unter das Regelwerk der Gruppe.

    Die Medien dieser Botschaft sind der Schmerz und die Bloßstellung. Oftmals werden solche Rituale ganz bewusst besonders schmerzhaft gestaltet. Damit die Unterwerfung auch so richtig fest in den Knochen sitzt. Und es wird Wert darauf gelegt, dass sie ein Leben lang sichtbar bleibt.

    Ich bin zwar selbst nicht beschnitten, aber ich kann ahnen, wie es sich anfühlen mag, wenn man an einer seiner empfindlichsten und intimsten Körperstellen verletzt wird und gleichzeitig mitbekommt, dass die Menschen, die einen eigentlich vor solchen Übergriffen beschützen sollten, lächelnd danebensitzen und den Übergriff beklatschen. Welches Gefühl mag sich da einstellen? Ein Gefühl von Respekt vor der körperlichen und seelischen Unverletzlichkeit jedenfalls wohl kaum.

    Oft wird ja die Irrationalität dieser Rituale kritisiert. Aber das trifft den Kern nicht. Wir reden hier nicht von "sinnlosen" Ritualen, sondern von sehr gezielten Bedeutungs-Setzungen.

    Und weil die Bedeutung die ist, die ich gerade beschrieben habe, finde ich solche Rituale so hochproblematisch. Diese Botschaft widerspricht nämlich Grundwerten, die wir in unseren (wenn auch immer projekthaften) Demokratien hochhalten: der individuellen Selbstbestimmung, der freien Selbstentfaltung, dem Recht auf Unverletzlichkeit des eigenen Körpers.

    Und ja, ich stimme einer besonderen Verantwortung zu, die ich als Mitglied des Staates habe, dessen Bürger*innen den Holocaust verbrachen. Ich sehe meine Verantwortung aber genau deswegen darin, die Würde und Unverletzlichkeit des Individuums überall zu verteidigen, wo ich sie durch Übergriffe gefährdet sehe. In Beschneidungen ist das für mich der Fall. Meine Solidarität gilt hier nicht in erster Linie "dem jüdischen Volk", sondern seinen Kindern. Und natürlich auch denen anderer Religionen.
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#25 PerzeptionAnonym
#26 daVinci6667
  • 05.03.2016, 18:29h
  • Antwort auf #23 von goddamn liberal

  • "Die Uniformen und Parteiabzeichen in Deinem Familienalbum sind andere als bei uns."

    Stimmt, darüber bin ich tatsächlich sehr froh. Wir hätten damals noch sehr viel mehr Juden retten müssen, als die Schweiz ohnehin getan hat. Es schmerzt mich im Innersten dass es nicht noch sehr viel mehr waren.

    Ich sage dies aus reiner tiefen humanistischer Grundhaltung heraus die sehr viele Menschen teilen.

    Nun sage ich dir, es ist DIESELBE HUMANISTISCHE GRUNDHALTUNG die in mir und vielen vielen anderen ALARM schlägt wenn Kindern völlig unnötig Leid, Schmerz und Traumen durch Beschneidung an ihrem intimsten Körperteil zugefügt wird.

    Wo jemand geboren wurde oder welche Parteiabzeichen in Familienalben kleben spielt hier keine Rolle. Diese humanistische Überzeugung ist universell richtig.

    Wie du siehst ist es völlig unmöglich mich und viele anderen zu belehren oder zu überzeugen. Wir haben alles Recht der Welt auf unserer Seite, mein Lieber und du bist intelligent und aufgeklärt genug zu verstehen, dass weder das Judentum noch der Islam durch ein kommendes Beschneidungsverbot in ihrer Existenz gefährdet sind.
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#27 goddamn liberalAnonym
#28 daVinci6667
  • 05.03.2016, 18:43h
  • Antwort auf #24 von fink

  • Hey hallo mein lieber Vogel
    Schön wieder von dir zu hören und zu lesen. Danke für diesen sehr treffenden Kommentar und deinen Support.

    Obwohl selbst nicht beschnitten trifft mich aus meiner eigenen Geschichte heraus die Verletzung von Millionen Kinderseelen durch eine Beschneidung sehr. Ich KANN nicht anders als mich für sie einzusetzen.

    Lieber Gruss
    daVinci6667
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#29 ursus
  • 05.03.2016, 18:45h
  • Antwort auf #23 von goddamn liberal
  • >"Du stehst als Schweizer, was die Schuld am Völkermord am jüdischen Volk betrifft, außen vor und kannst manches nicht beurteilen."

    sprich: die deutschen dürfen nicht über beschneidung urteilen, weil die vergangenheit auf ihnen lastet, und andere dürfen nicht mitreden, weil ihre vorfahren NICHT teil dieser vergangenheit sind?

    komisch, ich erlebe dich hier sonst als einen sehr vernünftigen diskutanten. es ist irritierend zu sehen, wie du in diesem punkt plötzlich alle vernunft über bord wirfst.
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#30 daVinci6667
  • 05.03.2016, 19:25h
  • Antwort auf #24 von fink

  • Übrigens nachfolgend für dich und weitere interessierte ein sehr guter Artikel der auf der Seite von pro-kinderrechte.ch verlinkt war.

    Die Ereignisse in der Silvesternacht haben viel mit traumatisch erlebter Genitalverstümmelung der Täter zu tun:

    www.focus.de/magazin/archiv/politik-und-gesellschaft-gewalt-
    gegen-frauen-hat-mit-gewalt-gegen-jungen-zu-tun_id_5262514.h
    tml


    "Man tut Kindern nicht weh, und Männer haben an den Genitalien von Jungen - oder von Frauen, die das nicht wollen - nichts zu suchen. Und unser Staat hat dies mit seinem Gewaltmonopol durchzusetzen. Dies fordern nicht nur die Frauen der Kölner Silvesternacht. Dies fordern auch die zahlreichen, vom Kölner Beschneidungsurteil leidvoll betroffenen männlichen Beschneidungsopfer, die sich endlich nicht nur als Patienten, sondern auch öffentlich - beispielsweise im Betroffenenverband Mogis - zu Wort melden."
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