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Einzelkommentar zu:
Debatte um Volker Beck: Selbstabwertung in voller Blüte


#4 JoonasAnonym
  • 05.03.2016, 13:54h
  • Lieber Axel Blumenthal,

    ich finde es menschlich vollkommen verständlich, dass ein alter Freund, der weit über 20 Jahre mit Volker Beck zusammenarbeitet, ihn in Schutz nimmt.

    Und ja, das hat Volker Beck auch verdient. Nicht nur, weil er schon so viel für uns geleistet hat, sondern auch unabhängig davon.

    Aber dennoch sollte man jetzt nicht wie Vogel Strauß so tun, als sei das alles kein Problem für uns und nur Volker Becks Privatsache. Das Private ist das Politische - bei Politikern umso mehr. Ob das fair ist oder nicht, ist eine andere Frage, aber es ist nun mal so. Und wir werden garantiert nicht die Psyche der Menschen ändern...

    Noch etwas zu ein paar Deiner Aussagen:

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    "Volker hat der Bewegung geschadet." Die Bewegung so sehr er sie auch mitgeprägt hat war immer mehr als nur Volker Beck.
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    Ja, aber muss man denn eine Art Anführer sein, um einer "Bewegung" schaden zu können? Auch wenn die "LGBTI-Community" (die es so ja eh nicht gibt und die aus zig - teilweise zerstrittenen und verfeindeten - Untergruppen besteht) aus so viel mehr als Volker Beck besteht, so kann sein Verhalten uns dennoch schaden.

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    Sicher: Unsere Gegner werden versuchen, das auszuschlachten. Aber: Muss ich mir denn jeden noch so dämlichen Vorwurf anziehen?
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    Die Frage ist doch nicht, ob wir uns irgendwelche dämlichen Vorwürfe der Homohasser anziehen oder nicht. Uns beeindrucken die ganz sicher nicht.

    Aber die Frage ist, was die bei den 85% Heteros erreichen. Wenn die nur schon bei ein paar Prozent Zweifel sähen können oder latente Vorurteile wachsen lassen können, ist das schon Schaden genug.

    Es geht nicht um die Leute, die eh auf unserer Seite stehen oder die, die uns eh hassen, sondern um die schweigende Mehrheit.

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    An dieser Stelle ein ganz klares "Nein"! Volker Beck trägt keine Verantwortung für mich und mein Handeln. Er hat auch keine Verantwortung für das Ansehen zu übernehmen, das ich in meinem Umfeld genieße.
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    Richtig!

    Aber auch wenn er keine Verantwortung für mich und mein Handeln trägt (genauso wenig wie ich für ihn und sein Handeln), so kann sein Handeln uns dennoch schaden (s.o.).

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    Wenn er in seinem Privatleben Drogen genommen hat, geht mich das als Freund und ehemaligen Kollegen nur dann etwas an, wenn er mich um Hilfe bitten würde.
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    Sorry, aber echte Freunde mischen sich auch unaufgefordert ein, wenn ein Freund sich selbst zerstört und Selbstmord auf Raten begeht. Gerade dieses "Solange der mich nicht um Hilfe bittet, ignoriere ich das" ist diese Kultur des Wegsehens, die nicht nur Freundschaften zerstört hat, Karrieren ruiniert hat, sondern auch Menschenleben gekostet hat.

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    Es wird zu Recht schwerer werden, neue Vorkämpfer zu finden, wenn wir ihnen zeigen, wie schnell wir bereit sind, jemanden fallen zu lassen, nur weil wir Angst haben, ein individuelles Verhalten könnte von unseren Gegnern instrumentalisiert werden.
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    Wir lassen niemanden fallen. Erst recht nicht einen Vorkämpfer wie Volker Beck.

    Wenn irgendwer schlecht über ihn redet oder Falsches behauptet, werde ich ihn immer verteidigigen.

    Aber das heißt doch nicht, dass er uns nicht geschadet hat.

    Nochmal:
    es ist eine perverse Strategie der Homohasser, die Sucht eines Menschen auszunützen, um einer ganzen Bevölkerungsgruppe zu schaden.

    Aber es bringt gar nichts, wenn WIR diese Taktik durchschauen. Die Frage ist, was das gesamtgesellschaftlich (also an den Stammtischen, in den Kantinen, etc.) bewirkt. Und ob das berechtigt ist oder nicht, ist egal. Aber der Schaden ist dennoch da...

    Und ich kann durchaus menschlich zu Volker Beck stehen und seine Sucht als Krankheit sehen, aber gleichzeitig auch sagen, dass er der LGBTI-Bewegung geschadet hat. Denn das hat er, ob es uns passt oder nicht und ob das nur die Folge einer miesen Taktik der Homohasser ist oder nicht...
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