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  • 14. März 2016, 11:37h 20 2 Min.


Mert Matans "Pranks" sind ein Hit auf Youtube


Den Coming-out-Streich eines Youtube-Stars findet nicht jeder lustig.

Mert Matan ist für seine Streiche bekannt, die er gerne auf Youtube veröffentlicht. So fragt der Hamburger öffentlich auf der Straße Mädchen, ob sie ihm einen Kuss geben oder in sein Auto einsteigen wollen, und filmt die Szenen heimlich. Viele der Kurzfilme haben bereits über eine Million Klicks erhalten.

Doch bei seinem am Sonntag veröffentlichten Video, dem "Gay Prank", bleibt vielen das Lachen im Halse stecken: Er erzählt seinem Vater, dass er auf Jungs steht – und Papi fängt an, ihn zu beschimpfen und sogar auf ihn einzuschlagen:

Viele Schwule und Lesben haben wohl genau die gleiche Erfahrung mit ihren Eltern gemacht – außer, dass sie ihnen nicht nach drei Minuten sagen können, dass es sich dabei um einen "Prank" gehandelt hat. Laut einer vergangenes Jahr veröffentlichten rheinland-pfälzischen Studie mussten ein Drittel aller Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender bereits Gewalt wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität über sich ergehen lassen (queer.de berichtete).

Auch die Kommentare unter dem Video geben Anlass zur Sorge: "Ich bin ein sehr tolleranter Mensch und bin gegen Schwule , weil es … EKELHAFT,GEGEN GOTT IST UND UNNORMAL", schreibt etwa ein User namens Noah. Diablo macht es noch kürzer: "#FuckGay #FuckLesbian scheiß homos". "Meins ist das auch nicht mit den Homos, kriege da immer so ein ekel", so ein User, der sich ironischerweise Gan Dalf nennt. Selbst die Gewaltanwendung wird bejubelt, etwa von einer gewissen Angela: "Wenn du scheiße baust kriegst du halt mal was auf den Arsch ja und jetzt?"

Andere zeigten sich dagegen geschockt – und befürchten, dass diese Darstellung einer türkischstämmigen Familie gerade in der augenblicklich aufgeheizten Atmosphäre die Vorurteile nur verstärke: "Sowas geht gar nicht. Das Typische 'Ausländer' Klischee wird voll erfüllt", schreibt ein User.

Auch Mert hat das Video kommentiert: "Ich habe nichts gegen Homosexuelle Menschen, im Gegenteil, jeder lebt sein eigenes Leben." Schön und gut – aber das wirkt nicht ausreichend: Wenn er im Video meint, dass alles nur Spaß war und er "niemals sowas machen" würde, womit er Schwulsein meint, wird damit der Familienfrieden direkt wieder hergestellt. Die homophobe Haltung des Vaters wird offenbar nicht weiter als störend empfunden. Ist doch alles wieder gut… (dk)

Bild: Screenshot / Mert Matan

-w-

#1 FelixAnonym
  • 14.03.2016, 12:50h
  • Sowohl dieses schockierende Video selbst als auch einige Kommentare darunter beweisen, dass wir dringend mehr Aufklärung in Schulen und den Medien brauchen.

    Und zwar ganz schnell... Sonst wird das noch ein böses Ende nehmen...
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#2 ursusEhemaliges Profil
#3 Crikkie
  • 14.03.2016, 14:06h
  • Das Video ist jetzt seit 5 Minuten vorbei, aber ich warte immer noch auf den Witz... Kommt der noch? Denn das, was ich bis jetzt da gesehen habe ist eine reine Zurschaustellung homophober Gewalt und nicht im Entferntesten lustig... Von den Kommentaren auf Youtube mal ganz zu schweigen.
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