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Die katholische Kirche trägt wesentlich zur Verfolgung von Homo­sexuellen bei

  • 18. März 2016, 14:50h 29 2 Min.

In Malawi kämpft die Kirche dafür, Homosexuelle weiter staatlich verfolgen zu lassen. Unterdessen beklagen LGBT-Aktivisten gewalttätige Übergriffe auf mutmaßliche Schwule und Lesben.

Die katholischen Bischofskonferenz von Malawi hat am Sonntag einen Brief an die Gläubigen veröffentlicht, in dem sie die Regierung dafür kritisiert, die strafrechtliche Verfolgung von Schwulen und Lesben beenden zu wollen. Die Regierung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, ein Gesetz, das homosexuelle Handlungen mit 14 Jahren Haft bestraft, vorläufig nicht mehr anwenden zu wollen (queer.de berichtete). Allerdings hat ein Gericht vergangenen Monat dieses "Moratorium" für ungültig erklärt (queer.de berichtete).

Die Kirche kritisiert in dem Brief, dass die Regierung wegen der Entwicklungshilfe beim Thema Abtreibung und Homosexualität zu Kompromissen bereit sei. Dabei handle es sich aber um "ausländische Werte", die niemals in Malawi akzeptiert werden dürften. Zwar sei eine "homosexuelle Orientierung" an sich noch keine Sünde, so die Bischofskonferenz. "Aber wenn es um homosexuelle Akte oder Lebensgemeinschaften geht, nimmt die Kirche kein Blatt vor den Mund: Diese sind objektiv böse und völlig inakzeptabel."

Kirche: Gott will Homosexuelle hinter Gittern sehen

Die Aussetzung der strafrechtlichen Verfolgung von Homosexuellen bezeichneten die Bischöfe als "Verrat" und Ausverkauf an ausländische Mächte. Dies "widerspricht dem Willen Gottes". Dabei zitierten sie einen Satz von Papst Benedikt XVI., wonach das Recht "auf Werten ruht, die der Mehrheitsentscheidung entzogen sind."

Weiter heißt es in dem Brief: "Wir rufen alle Katholiken und Menschen, die guten Willens sind, auf, sich für das moralisch richtige einzusetzen angesichts der mit viel Geld unterlegten Kampagne für homosexuelle Rechte und Verbindungen."

Gewalt gegen Homosexuelle nimmt zu

Für Schwule und Lesben dürfte nach dem Aufruf der Bischöfe die Lage noch bedrohlicher werden. In den letzten Wochen beklagten LGBT-Aktivisten, dass die homophobe Atmosphäre angesichts der aggressiven Debatte um die Rechte von Homosexuellen zu vermehrten gewalttätigen Übergriffen führe.


LGBT-Aktivist Billy Mayaya veröffentlichte im Februar das Foto eines Mannes, der wegen des Verdachts, schwul zu sein, von einer Gruppe Homo-Hasser verprügelt worden sein soll.

Die katholischen Bischöfe betonen in dem Brief immerhin, dass die Kirche Gewalt verurteile "gegen Homosexuelle und gegen diejenigen, die sich wegen homosexueller Akte oder Partnerschaften schuldig gemacht haben".

Anführer der Kirche haben bereits in anderen Ländern die staatliche Homo-Verfolgung gelobt, etwa in Nigeria oder Uganda. Der Vatikan hatte zwar bereits 2008 erklärt, dass Homosexuelle nicht kriminell seien (queer.de berichtete). Allerdings hat die Kirche Forderungen von Bischöfen, Menschen vom Staat wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgen zu lassen, nie direkt sanktioniert.

In mehrheitlich christlichen Malawi bekennen sich rund ein Viertel der 17 Millionen Einwohner zum Katholizismus. Daneben sind dort auch viele evangelikale Kirchen aktiv, die ebenfalls gegen Homosexuelle Stimmung machen. (dk)

-w-

#1 TheMum
  • 18.03.2016, 16:00hHannover
  • Böse ist wer böses tut und da steht die katholische Kirche in Afrika auf einer Linie mit den schlimmsten Diktatoren des Kontinents.
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#2 JasperAnonym
  • 18.03.2016, 16:05h
  • Jeder, der noch etwas wie Nächstenliebe und Menschlichkeit kennt:
    "Katholische Kirche objektiv böse"

    Und im Gegenteil zur Kirche können wir das anhand tausender, nachprüfbarer Beispiele begründen.
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#3 WissenschaftAnonym
  • 18.03.2016, 16:10h
  • Wenn die wohl wissenschafts- und aufklärungsfeindlichste Organisation weltweit, im Dienste von Ausbeutung und Unterdrückung, mit dem Attribut "objektiv" um sich wirft, dann wird's lächerlich. Oder eben potenziell lebensgefährlich.
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