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In Brighton fand 2013 Großbritanniens erster "Trans Pride" statt

  • 20. März 2016, 12:33h 45 2 Min.

Die Teilnehmenden einer Befragung der Aktion Transsexualität und Menschenrecht kritisieren Ignoranz und die Reproduktion von Klischees.

Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle wünschen sich, dass Journalisten und Politiker besser zuhören. Dies ist ein Ergebnis einer nichtrepräsentativen Online-Umfrage (PDF) der Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. (ATME).

Insbesondere die Arbeit der Medien wurde von den Teilnehmenden als problematisch erachtet. In Schulnoten wurde die Berichterstattung von Zeitungen, aber auch das, was in Fernsehprogrammen zu sehen ist, mehrheitlich als "ungenügend" bewertet.

Kritisiert wurde, dass bestimmte Klischees regelmäßig reproduziert würden. Dazu gehört für die Umfrageteilnehmenden insbesondere, dass in vielen Beiträgen zu Transthemen von "Geschlechtsumwandlungen" oder "Wunschgeschlechtern" gesprochen und ein "Misgendering" durch das Verwenden falscher Personalpronomen betrieben werde. Auch die häufig verwendeten Formulierungen, ein Mann sei "als Frau geboren" beziehungsweise eine Frau sei "als Mann geboren" worden, lehnten die Befragten als diskriminierend ab.

Beschwerden würden nicht ernst genommen

Im Umgang mit Beschwerden wurde den Medien ebenfalls keine guten Noten bescheinigt. Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden beklagten, dass Beschwerden von Zeitungsredaktionen nicht ernst genommen würden. Bei TV-Sendern sei die Ignoranz sogar noch höher.

Ähnlich schlechte Noten erhielt die Politik. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmenden gaben an, dass die Bundespolitik für sie in den letzten Jahren keine Hilfe gewesen sei. 90 Prozent sind der Ansicht, dass die Politik Betroffene unzureichend in Reformprozesse einbinde. Selbst von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlt sich die große Mehrheit im Stich gelassen.

Die größten Probleme im medizinischen Bereich seien das "Verweigern von Leistungen", heißt es in der Umfrage. Auch das Stellen "unangebrachter Fragen", die das Intimleben beträfen, wurde von den Befragten kritisiert.

Unterstützung käme vor allem von Lebenspartnern sowie Freunden und Bekannten. Außerhalb dieses Personenkreises wurden von den Umfrageteilnehmenden Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen als erste Anlaufpunkte genannt. Am wenigsten Hilfe erhielten die Befragten durch Fremde, in der Schule sowie in der Ausbildung.

Die Onlinebefragung, die viele Forderungen der Aktion Transsexualität und Menschenrecht widerspiegelt, wurde von November 2015 bis Februar 2016 durchgeführt. Teilgenommen haben 202 Personen. (cw/pm)

-w-

#1 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 20.03.2016, 14:55h
  • "Selbst von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlt sich die große Mehrheit im Stich gelassen."

    Weil dort auch LSBTTIQA phobisten drin sitzen, das neueste Beispiel ist doch Kiel: CDU-Ratsherr vergleicht Homosexuelle mit Alkoholikern

    www.queer.de/detail.php?article_id=25804
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#2 RosiAnonym
  • 21.03.2016, 01:35h
  • "Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen von Menschen, deren Körper und / oder ihre geschlechtliche Selbstaussage nicht den vorherrschenden Vorstellungen von Geschlecht entspricht." wird leider in eine "Trans-Umfrage" umgedeutet.

    Da diskriminiert "Queer.de" doch gleich mal mit. Traurig, weil man es bei "Queer.de" einfach nicht lernen möchte Menschen zuzuhören :-(
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#3 LottyAnonym
  • 21.03.2016, 09:51h
  • Wenn ich sehe wie bei dem Beitrag von Rosi zwei rote Felder leuchten, frage ich mich ob der Unterschied zwischen Transsexualität und Trans* (Transthemen) wirklich verstanden wurde. Wird verstanden und akzeptiert dass Transsexualität eine Frage des Körpers ist und Gender eine Frage der Geschlechter-Rolle? Wird verstanden, dass wir Frauen und Männer sind und für die Anerkennung unseres Geschlechtes kämpfen, ganz abseits von Transthemen?

    Aber nun zur Umfrage und deren Ergebnis: ziemlich erschreckend finde ich das solche Stellen wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), die LSBTTIQ-Comunity und sonstige Lobbygruppen aus dem Bereich der geschlechtlichen Thematik (Trans*) derart schlechte Noten bekommen haben.

    Drei Viertel der Befragten haben zum Beispiel in der LSBTTIQ-Commnity Diskriminierungserfahrungen gemacht. "An der Spitze der Diskriminierung innerhalb der LSBTTIQ-Community stehen Ignoranz, die Umdeutung der eigenen geschlechtlichen Selbstbeschreibung und mangelnde Solidarität"

    Bei der ADS wird bemängelt dass sie Körperlichkeit zum Lebensentwurf und zur Geschlechtsrollen-Identifikation um deutet. Als persönliche Anmerkung: gleiches erlebt man auch in der Trans*-Community, die sich gegenüber der Transsexualität ausgesprochen abweisend verhält und wenig Verständnis zeigt. Geschlecht wird dort zur Lebensweise um gedeutet.

    An der Umfrage haben überwiegend Menschen mit transsexuellem Hintergrund teil genommen und was von diesen abgelehnt wird sind Bezeichnungen wie Mann zu Frau, Transfrau, Wunschgeschlecht, Gender Disphory (eine Bezeichnung, die von einem Berliner Verein versucht wird zu etablieren), abweichende Geschlechtsidentität und ähnliches.

    Ja, die Gesellschaft ist mittlerweile relativ tolerant geworden, jedenfalls in großen Teilen. Aber uns geht es nicht darum das es Männern zugestanden wird als Frau zu leben, oder Frauen zugestanden wird als Mann zu leben. Diese Toleranz ist ja weitgehend vorhanden. Bei Transsexualität geht es aber nicht um das Gender, um ein Leben als. Bei Menschen mit transsexuellem Hintergrund geht es um das tatsächliche Geschlecht. Geht es um die Anerkennung des Geschlechtes und da ist vielfach keine Bereitschaft zu erkennen.

    Da möge doch jetzt mal jeder in sich selbst nachforschen wie er denkt. Sind wir Männer und Frauen mit gegengeschlechtlichen Körpermerkmalen oder sind wir Menschen die im Gegengeschlecht leben?

    Na, wie fällt die Antwort aus?
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