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Online-Studie
Trans-Umfrage: Schlechte Noten für Medien und Politik

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- 20. März 2016, 12:33h 2 Min.
Die Teilnehmenden einer Befragung der Aktion Transsexualität und Menschenrecht kritisieren Ignoranz und die Reproduktion von Klischees.
Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle wünschen sich, dass Journalisten und Politiker besser zuhören. Dies ist ein Ergebnis einer nichtrepräsentativen Online-Umfrage (PDF) der Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. (ATME).
Insbesondere die Arbeit der Medien wurde von den Teilnehmenden als problematisch erachtet. In Schulnoten wurde die Berichterstattung von Zeitungen, aber auch das, was in Fernsehprogrammen zu sehen ist, mehrheitlich als "ungenügend" bewertet.
Kritisiert wurde, dass bestimmte Klischees regelmäßig reproduziert würden. Dazu gehört für die Umfrageteilnehmenden insbesondere, dass in vielen Beiträgen zu Transthemen von "Geschlechtsumwandlungen" oder "Wunschgeschlechtern" gesprochen und ein "Misgendering" durch das Verwenden falscher Personalpronomen betrieben werde. Auch die häufig verwendeten Formulierungen, ein Mann sei "als Frau geboren" beziehungsweise eine Frau sei "als Mann geboren" worden, lehnten die Befragten als diskriminierend ab.
Beschwerden würden nicht ernst genommen
Im Umgang mit Beschwerden wurde den Medien ebenfalls keine guten Noten bescheinigt. Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden beklagten, dass Beschwerden von Zeitungsredaktionen nicht ernst genommen würden. Bei TV-Sendern sei die Ignoranz sogar noch höher.
Ähnlich schlechte Noten erhielt die Politik. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmenden gaben an, dass die Bundespolitik für sie in den letzten Jahren keine Hilfe gewesen sei. 90 Prozent sind der Ansicht, dass die Politik Betroffene unzureichend in Reformprozesse einbinde. Selbst von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlt sich die große Mehrheit im Stich gelassen.
Die größten Probleme im medizinischen Bereich seien das "Verweigern von Leistungen", heißt es in der Umfrage. Auch das Stellen "unangebrachter Fragen", die das Intimleben beträfen, wurde von den Befragten kritisiert.
Unterstützung käme vor allem von Lebenspartnern sowie Freunden und Bekannten. Außerhalb dieses Personenkreises wurden von den Umfrageteilnehmenden Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen als erste Anlaufpunkte genannt. Am wenigsten Hilfe erhielten die Befragten durch Fremde, in der Schule sowie in der Ausbildung.
Die Onlinebefragung, die viele Forderungen der Aktion Transsexualität und Menschenrecht widerspiegelt, wurde von November 2015 bis Februar 2016 durchgeführt. Teilgenommen haben 202 Personen. (cw/pm)














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