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- 22. März 2016, 04:50h 1 Min.

Auch heute noch steht gelegentlich Blödsinn und Diskriminierendes über LGBT in den Medien, doch im Vergleich zu dem Artikel aus dem Jahr 1932, den ein australischer Geschichtsstudent zufällig entdeckt hat, sind wir doch sehr weit gekommen.
Am 4. März vor 84 Jahren berichtet das Boulevardblatt "The Arrow" über "sperrangelweit offene Unmoral unter Brisbanes Perversen". So habe es innerhalb von zwei Wochen zwei schwule Hochzeitsfeiern in der Stadt gegeben. "Gelegentlich treffen sie sich zu queeren, unanständigen und erniedrigenden Zeremonien, auf denen pervertierte Lüste voll ins Spiel kommen und schockierende Rituale gefeiert werden", schreibt das Blatt über die Schwulen in Brisbane.
Über die "halbfemininen Männer" heißt es weiter: "Die Stadt ist voll von ihnen, und es kommen immer mehr aus anderen Bundesstaaten hinzu." Um diesen "fast beispiellosen Skandal des Bösen" zu beenden, ruft "The Arrow" nach der Staatsmacht: "Polizeiliches Handeln, aber schnell bitte!" Die "wunderschöne Hauptstadt von Queensland" dürfe nicht zum Zentrum der "Perversen" werden: "Ihre Nester müssen gesäubert und ihre Geschäfte in alle vier Winde verstreut werden."
Der einzige Trost bei dieser unglaublichen Hetze: "The Arrow" musste vor vielen Jahren das Erscheinen einstellen – Brisbanes Schwule sind noch immer da! (cw)
Links zum Thema:
» Der Artikel aus "The Arrow"














Aber dass schwule Hochzeiten damals offenbar gingen, ist schon erfrischend zu sehen. Man weiß zwar nicht, wer die Paare getraut hat. Vielleicht ein Schiffskapitän, ein Marshall oder ranghoher Beamter, das ging bzw. geht in so einigen Ländern auch. Nicht zwingend sind Priester dafür nötig.
*Brissy* hat seine bunte,lebendige Queer-Kultur behalten, aye, und wo sind die erzürnten Verdammer der perversen Gräuel abgeblieben?
( Nach Deutschland ausgewandert ?) <- Hoffentlich nicht. Das könnte in manchen Leuten ja furchtbar unheimliche Verknüpfungen herauf beschwören.Oh nee oh nee.
Die Heiratskultur muss wohl neu aufgebaut werden. Da scheint Australien auch noch eher hinterher zu hängen.