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Anders als in anderen Städten informiert die Berliner Polizei explizit über Straftaten mit homo- und transphobem Hintergrund

Wegen seines Fetischs wurde ein 47-Jähriger am Mittwoch in Berlin von einem Trio angegriffen – er erlitt einen Kiefer- sowie Armbruch und verlor mehrere Zähne.

Im Berliner Bezirk Reinickendorf wurde am Mittwochabend ein Transvestit von Unbekannten angegriffen und dabei schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Opfer um einen 47-jährigen Mann, der als Fetisch Frauenkleider trägt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen war der Angegriffene gegen 18 Uhr am Schäfersee unterwegs, als ihn zwei Unbekannte aufgrund seiner Aufmachung verbal attackierten und bedrängten. Hier soll der verängstigte 47-Jährige nach einem Messer in seiner Jacke gegriffen haben. Einer der Täter habe ihn jedoch entwaffnet und dabei verletzt. Eine 26 Jahre alte Passantin ging dazwischen und trennte die Männer. Das Duo entfernte sich daraufhin in Richtung Simmelstraße.

Nach der Schlichtung tauchte ein dritter Angreifer auf

Plötzlich soll jedoch ein weiterer Unbekannter auf das Opfer zugegangen, es unvermittelt mit großer Gewalt ins Gesicht geschlagen und ihm dabei schwere Gesichtsfrakturen zugefügt haben. Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr brachten den Verletzten ins Krankenhaus, wo Ärzte ihn stationär aufnahmen. Bei dem 47-Jährigen wurde ein Kiefer- sowie ein Armbruch diagnostiziert, außerdem wurden ihm mehrere Zähne ausgeschlagen.

Nach Angaben der Zeugin soll sich bei den Tätern um drei junge Männer zwischen 20 und 30 handeln. Zwei sollen "südländisch" aussehen und etwa 1,75 Meter groß sein. Beide hatten kurze, dunke Haare. Der dritte Mann, der dem 47-Jährigen brutal ins Gesicht schlug, hatte kurze gelbblonde Haare, war schlank und sah laut Polizei "mitteleuropäisch" aus.

Wie in Fällen mit mußtmalichem homo- oder transphoben Hintergrund üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. (cw/pm)

-w-

#1 Svetlana LAnonym
  • 07.04.2016, 12:10h
  • Wie klein und minderwertig müssen sich die Angreifer fühlen, wenn sie sich auf diese brutale Art und Weise Befriedigung verschaffen müssen.
    Der Vorfall zeigt aber leider auch, dass Regierung, Parteien, NGOs usw. noch und nöcher Vielfalt und Toleranz (geschweige denn Akzeptanz) predigen können - bis das auch beim letzten Menschen auf der Straße angekommen ist dauert es wahrscheinlich noch eine lange Zeit, die vermutlich nicht in Tagen, Monaten oder Jahren, sondern eher in Generationen gemessen werden muss.
    Dem Opfer wünsche ich gute Besserung!
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#2 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 07.04.2016, 12:49h
  • Furchtbar, dass es solche Arschlöcher gibt, die mit ihrem eigenen Leben nicht klar kommen und ihren Hass an Menschen auslassen, die nicht in ihr Weltbild passen. Obwohl Deutschland ein wohlhabendes Land ist und die meisten in einer relativen Sicherheit leben, ist doch eine Verrohung in ALLEN Gesellschaftsschichten zu beobachten. Ignoranz, Intoleranz und Fanatismus fallen dort auf einen besonders guten Nährboden, wo sich Stadtquartiere rasant verändern, weil - wie in Berlin - Geld in Immobilien fließt und ärmere Schichten aus der Innenstadt verdrängt werden (z.B. nach Reinickendorf). Das soll keine Entschuldigung für Hassverbrechen sein, sondern eher ein Hinweis, dass körperliche Gewalt nur die Spitze des Eisbergs ist und dass Hass nicht dort ausgelebt wird, wo er entsteht. Es ist ein Treten nach "unten" - zumindest aus der Sicht der Täter. Hoffentlich heilen die physischen und psychischen Verletzung so gut es möglich ist nach so einer Erfahrung.
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#3 Gleiche RechteAnonym
  • 07.04.2016, 12:55h
  • Antwort auf #1 von Svetlana L
  • "dass Regierung, Parteien...noch und nöcher Vielfalt und Toleranz (geschweige denn Akzeptanz) predigen können..."

    Und wo tun Regierung und (welche?) Parteien das Ihrer Meinung nach?

    Mit der demonstrativen Verweigerung gleicher Rechte, eines wirksamen Schutzes vor Diskriminierung (Blockade in ganz Europa!), dem gezielten Unsichtbarmachen und Totschweigen homophober Hassverbrechen ebenso wie der Suizide homosexueller Jugendlicher, der Nichtumsetzung wissenschafts- und faktenbasierter Sexualaufklärung vom frühkindlichen Alter an und und und...

    Oder die "öffentlich-rechtlichen" Medien mit ihrem durchgehenden Heterosexismus?
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