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Testphase
Uni Regensburg bekommt Unisex-Toiletten

Aushang an der Universität Regensburg (Bild: AK Queer)
- 12. April 2016, 08:10h 2 Min.
In einer Testphase während des Sommersemesters prüft die bayerische Hochschule, ob geschlechtsneutrale Toiletten angenommen werden.
Die Universität von Regensburg hat am Montag die ersten Unisex-Toiletten auf dem Hochschulgelände eröffnet. In einem Aushang der Universitätsverwaltung heißt es: "Aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit werden in einer Testphase vom 11. April bis 16. Juli 2016 Toilettenräume mit Kabinentoiletten und Urinaten als geschlechtsneutrale Toiletten ausgeschildert. Diese stehen der Benutzung für Personen aller Geschlechter offen."
Es solle aber niemand gezwungen werden, die neuen Toiletten zu benutzen, denn es würde auch gleich gegenüber reine Damentoiletten geben. "Zudem stehen Ihnen in allen Gebäudeteilen auch weiterhin getrennte Herren- und Damentoiletten zur Verfügung."
Der Arbeitskreis Queer der Uni Regensburg hat die Ankündigung begrüßt: "Gerade für Menschen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht wie 'männlich' oder 'weiblich' zuordnen können oder wollen (wie beispielsweise trans*- oder inter*geschlechtliche Personen), stellt der Gang zur Toilette jedes Mal eine Herausforderung dar. Betroffenenverbänden zufolge reicht die Palette der Unannehmlichkeiten von seltsamen Blicken über verbale Beschimpfungen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen."
Unisex-Toiletten in den USA weit verbreitet
Unisex-Toiletten sind vor allem an amerikanischen Universitäten verbreitet. Derzeit bieten dort Studien zufolge mehr als 150 Unis gemischte WCs an. Damit soll nicht nur Transsexuellen der Gang zur Toilette erleichtert werden, sondern beispielsweise auch die Diskriminierung junger Väter abgebaut werden, die ihr Kind wickeln wollen, was aber oft nur in der Damentoilette möglich ist.
In manchen Städten der USA wie Austin, Seattle oder Philadelphia müssen in öffentlich zugänglichen Toiletten in Restaurants oder Geschäften sogar Einzeltoiletten als Unisex gekennzeichnet werden. San Francisco will zudem eine Richtlinie erlassen, die Männer- und Frauentoiletten in der Öffentlichkeit praktisch abschafft.
Gleichzeitig ist das Thema in den Vereinigten Staaten ein Politikum: So verabschiedete North Carolina vergangenen Monat ein umstrittenes Gesetz, das Transsexuellen verbieten soll, öffentliche Toiletten zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen (queer.de berichtete).
In Deutschland ist die Entwicklung von Unisex-Toiletten noch nicht so weit, es gibt aber insbesondere in Berlin mehrere Initiativen: So weihte Staatssekretärin Barbara Loth vergangenes Jahr in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen "WCs für alle Geschlechter" ein (queer.de berichtete). (dk)














