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Lesbische Eltern im Film: Annette Bening und Julianne Moore in der preisgekrönten Komödie "The Kids Are All Right" (Bild: Focus Features)
- 14. April 2016, 14:23h 3 Min.
Und wieder kommt einer Studie zu dem Ergebnis, dass Regenbogenfamilien genauso gut für Kinder sind wie "traditionelle" Familien. Einziger Unterschied: Gleichgeschlechtliche Paare sind gestresster.
Kindern, die von gleichgeschlechtlichen weiblichen Paaren erzogen werden, geht es genauso gut wie Kindern mit verschiedengeschlechtlichen Eltern. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Universität von Amsterdam, die in der neuesten Ausgabe des "Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics" veröffentlicht wurde.
In der Studie wurden jeweils 95 lesbische Haushalte mit Kindern und 95 "traditionelle" Familien aus den USA verglichen. Die Familien wurden dabei aus einer repräsentativen Studie ausgewählt ("National Survey of Child Health"), damit abgesehen von der sexuellen Orientierung der Eltern gleiche Arten von Haushalten verglichen werden konnten. Hier wurden lediglich stabile Familien ausgesucht – also ohne Scheidungen oder anderen Umstellungen für das Kind, die das Ergebnis verfälschen könnten. Auch adoptierte Kinder wurden nicht berücksichtigt.
Beim Vergleich der beiden Gruppen konnten die Forscher keinerlei Unterschiede bei den Leistungen in der Schule, der Gesundheit der Kinder oder anderen Faktoren feststellen. Der einzige Unterschied war, dass Eltern in gleichgeschlechtlichen Familien ein etwas höheres Stressniveau aufwiesen. Die Forscher vermuten, dass dieser Unterschied besteht, weil Regenbogenfamilien eher im "Rampenlicht" stünden und eher Stigmatisierung von außen erfahren würden.
Dutzende Studien entkräften homophobe Klischees
"Die Studie bestätigt die 'Es gibt keinen Unterschied'-Schlussfolgerung, wie es vorher schon mindestens 73 andere wissenschaftliche Studien getan haben", erklärte Nathaniel Frank von der amerikanischen Columbia Law School in einem Kommentar zu der Untersuchung. Er verwies aber darauf, dass die Studie mit ihrer Konzentration auf vergleichbare stabile Familien einen neuen Ansatzpunkt gehabt habe. Weiter sagte Frank, dass mit diesen Untersuchungen auch die politische Debatte um "Gay Parenting" beendet sei.
In den USA sind Regenbogenfamilien praktisch gleichgestellt; seit diesem Monat dürfen gleichgeschlechtliche Paare etwa in allen 50 Bundesstaaten Kinder adoptieren (queer.de berichtete). In Deutschland ist die Debatte dagegen noch nicht zu Ende, da Homo-Paare noch immer nicht die Gleichstellung im Adoptionsrecht gewährt wurde. Dabei war bereits 2009 eine Studie des Bundesjustizministeriums zu dem Ergebnis gekommen, dass Regenbogenfamilien nicht schlechter für das Kindeswohl sind als andere Familien (queer.de berichtete).
Einige Studien gehen sogar davon aus, dass Kinder in Regenbogenfamilien gesünder und glücklicher aufwachsen würden, etwa eine aus Australien aus dem Jahr 2014 (queer.de berichtete). Die Forscher begründeten das damit, dass in Regenbogenfamilien die Rollen nicht nach Geschlechterklischees verteilt seien und die freie Rollenwahl der Eltern zu einer "harmonischeren Familie" führten.
Es gab auch einige wenige Studien, in denen diese positiven Ergebnisse angezweifelt wurden; sie wurden jedoch von Aktivisten gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben erstellt, etwa von Mark Regnerus, der als Soziologe an der University of Texas arbeitet. Er bezeichnete in einer Untersuchung aus dem Jahr 2012 Regenbogenfamilien als "eine Form von sexueller Misshandlung" – die Studie wurde von Homo-Hassern finanziert (queer.de berichtete).
Eine weitere Studie von Forscher Donald Paul Sullins kam vergangenes Jahr zu dem Ergebnis, dass Kinder aus Regenbogenfamilien eher psychologische Probleme hätten. Dem Soziologen wurde allerdings vorgeworfen, als hauptberuflicher katholischer Priester und Professor an der "Catholic University of America" lediglich die Position seines Arbeitgebers verteidigt zu haben.
Außerdem wurde beiden eine manipulative Auswahl der "homosexuellen" Eltern vorgeworfen. Regnerus sah etwa eine Person bereits als "homosexuell" an, wenn sie nur einmal einen Swingerclub besucht hat. (dk)
Links zum Thema:
» Gesamte Studie lesen (auf Englisch)
» Kommentar von Nathaniel Frank lesen (auf Englisch)















Das ist jetzt die x-te Studie, die belegt was einem eigentlich auch schon der gesunde Menschenverstand sagt:
dass Kinder in homosexuellen Familien genauso gut aufwachsen wie in heterosexuellen.
Es kommt nicht auf das Geschlecht der Eltern an, sondern auf Liebe, Geborgenheit und ein stabiles Zuhause.