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US-Gesundheitsbehörde
Zika-Virus auch bei schwulem Sex übertragbar

Zika-Infektion: Wer kein Baby zeugen möchte, hat außer Hautausschlag, Fieber und Gelenkschmerzen wenig zu befürchten (Bild: Wiki Commons / Cramunhao / CC-BY-SA-3.0)
- 16. April 2016, 08:05h 2 Min.
Die US-Gesundheitsbehörde bestätigte eine Infektion durch Analverkehr. Vor allem für bisexuelle Männer gibt es damit einen neuen Grund, Kondome zu benutzen.
In den USA hat ein homosexueller Mann seinen Partner durch Analverkehr mit dem Zika-Virus infiziert. Dies bestätigte die amerikanische Gesundheitsbehörde "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) am Donnerstag. Bislang waren lediglich fünf Fälle bekannt geworden, in denen heterosexuelle Männer ihre Sexpartnerinnen angesteckt hatten.
Nach CDC-Angaben fand die Übertragung bereits im Januar im US-Bundesstaat Texas statt, nachdem der Mann von einer Reise nach Venezuela zurückgekehrt war. Vor allem in Lateinamerika verbreitet sich das Virus, das hauptsächlich durch Mückenstiche weitergegeben wird, rasant. Bei Ungeborenen kann es schwere Schädelfehlbildungen auslösen, wenn die Mutter infiziert ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte deshalb am 1. Februar den "Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes".
Es gibt weder eine Impfung noch Medikamente zur Prävention
Die US-Gesundheitsbehörde rät infizierten Männern, mindestens sechs Monate lang keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben. Dies gelte für die Fälle, in denen eine Zika-Infektion bereits festgestellt wurde, aber auch für Männer, bei denen typische Symptome wie Hautausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen oder eine Bindehautentzündung auftreten.
Allerdings entwickelt nur eine von fünf betroffenen Personen überhaupt Symptome, die in der Regel bereits nach wenigen Tagen abklingen. Anders als für Neugeborene besteht für Infizierte selbst keine größere Gefahr, es gibt keine bestätigten Todesfälle oder Langzeitfolgen. Eine Diagnose der Infektion ist im Frühstadium nach wie vor schwierig, bislang existieren weder eine Impfung noch Medikamente zur Krankheitsprävention.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Frauen in den Zika-Gebieten zu Mückenschutz und Kondomen. Selbst Papst Franziskus deutete im Februar an, dass Menschen angesichts der Bedrohung durch das Zika-Virus Verhütungsmittel benutzen dürften, obwohl die katholische Kirche Empfängnisverhütung ablehnt. Noch im Dezember 2015 hatte sich das Kirchenoberhaupt trotz der großen Zahl von Aids-Toten in Afrika gegen eine Lockerung des Kondomverbots ausgesprochen. (cw)















Jeder muss selbst entscheiden wie wichtig ihm die eigene Gesundheit und die seiner Mitmenschen ist.
Mir persönlich ist das so wichtig, dass ich immer ein Kondom verwende. Und das ist auch gut so.