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  • 26. April 2016, 19:38h 12 2 Min.

Die gelegentlich für Missverständnisse sorgende Flagge der Isle of Man mit keltischer Triskele

Die direkt der britischen Krone unterstellte Insel im Nordwesten von England hatte noch bis in die Neunziger hinein Homo­sexuelle strafrechtlich verfolgt.

Auch auf der Isle of Man können sich schwule und lesbische Paare bald das Ja-Wort geben: Am Dienstag entschied der gesetzgebende Rat, das Oberhaus des Parlaments, mit sechs zu drei Stimmen für die Ehe-Öffnung. Anfang März hatte bereits das Unterhaus, das House of Keys des Tynwald, das entsprechende Gesetz mit 17 zu 3 Stimmen beschlossen, das nach formaler Zustimmung des Königshauses im Juni oder Juli in Kraft treten kann.

Auf der Insel mit rund 85.000 Einwohnern, die als britischer Kronbesitz nicht Teil des Vereinigten Königreichs und der Europäischen Union ist, konnten homo­sexuelle Handlungen noch bis 1992 mit bis zu lebenslanger Haft belegt werden.

In Folge kam es auch zu Schikane und Erpressungen durch die Polizei sowie zu mehreren Selbstmorden von Betroffenen. Ein unterschiedliches Schutzalter für Homo- und Heterosexuelle blieb noch bis 2006 in Kraft.

Lebenspartnerschaften werden im Gegenzug für Heteros geöffnet

2011 wurden auf der Isle of Man mit der Ehe gleichgestellte Lebenspartnerschaften eingeführt, die auch ein vollständiges Adoptionsrecht umfassen. Sie bleiben nach der Ehe-Öffnung erhalten und werden auch heterosexuellen Paaren ermöglicht. Im letzten Oktober hatte sich Allan Bell, als Chief Minister der Regierungschef der Insel, öffentlich als schwul geoutet (queer.de berichtete).

Im letzten Jahr hatten bereits die ebenfalls von Großbritannien unabhängigen Kanalinseln Jersey und Guernsey für die Ehe-Öffnung gestimmt. Nördlich des Ärmelkanals lässt damit nur noch Nordirland auf die Gleichstellung warten. Zugleich stehen auch noch viele Überseegebiete wie Gibraltar vor dem Schritt. Immerhin hatten die Pitcairninseln, mit rund 50 Einwohnern das kleinste Land der Welt, im letzten Sommer die Ehe geöffnet (queer.de berichtete). (nb)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 26.04.2016, 22:34h
  • Sehr gut, dass der Fortschritt nicht aufzuhalten ist.

    Aber auch ein weiteres Armutszeugnis für Deutschland.
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#2 Johannes45Anonym
  • 26.04.2016, 23:00h
  • Herzlichen Glückwunsch !

    Auch auf den Kanalinseln Guernsey und Jersey sind derzeit parlamentarische Initiativen zur Eheöffnung unterwegs.
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#3 Jadughar
  • 26.04.2016, 23:48hHamburg
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • In Deutschland prüft die Bundesregierung seit Jahrzehnten, ob die Ehe für alle verfassungskonform ist. In Wirklichkeit wartet man aber auf den Segen der katholischen Kirche, die das nie unterstützen wird.
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