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Erstmals Missbrauch zugegeben
15 Monate Haft für Dennis Hastert

Dennis Hastert, der in den Bush-Jahren einer der mächtigsten US-Politiker war, muss überraschend lange ins Gefängnis
- 28. April 2016, 08:33h 3 Min.
Der erzkonservative Ex-Spitzenpolitiker gab bei der Urteilsverkündung erstmals zu, dass er Jungen missbraucht hatte.
Hartes Urteil gegen den früheren Chef des US-Repräsentantenhauses: Ein Bundesgericht in Illionois hat den 74-jährigen Republikaner Dennis Hastert am Mittwoch wegen illegaler Banktransfers zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Er hatte bereits vergangenen Oktober die Zahlung von Schweigegeld an einen Mann zugegeben, den er als Jugendlichen sexuell missbraucht haben soll. Damit hat er gegen Bankgesetze verstoßen.
Richter Thomas M. Durkin ging mit seiner Entscheidung noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die sechs Monate Haft gefordert hatte. Außerdem muss Hastert 250.000 Dollar an einen Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs zahlen. Zusätzlich verhängte der Richter noch eine zweijährige Bewährungsstrafe.
Während der Urteilsverkündung gab Hastert erstmals zu, in seiner Zeit als Highschool-Sportlehrer mehrere Schüler sexuell missbraucht zu haben. "Ich schäme mich sehr, heute vor Ihnen zu stehen", sagte der gesundheitlich angeschlagene Ex-Politiker, der im Rollstuhl vor Gericht erschien. "Ich weiß, dass ich hier bin, weil ich einige meiner Athleten sexuell missbraucht habe", so Hastert. "Ich möchte mich bei den Jungen entschuldigen, die ich missbraucht habe, als ich ihr Trainer war. Was ich getan habe, war falsch und ich bereue es." Er entschuldigte sich auch bei seinen Wählern, seinen Unterstützern, seinen Kollegen sowie seiner Familie und seinen Freunden. Sein Anwalt erklärte nach der Urteilsverkündung, dass sein Mandant keinen Einspruch einlegen werde.
Mindestens vier Schüler misshandelt
Insgesamt vier Schüler oder deren Verwandte haben bislang darüber gesprochen, von Hastert misshandelt worden zu sein. Die Taten sollen sich zwischen 1965 und 1981 ereignet haben. Der frühere Politiker kann deswegen nicht mehr strafrechtlich belangt werden, weil die Misshandlungen bereits verjährt sind. Allerdings hat ihn das Opfer, dem er Schweigegeld gezahlt hatte, vor wenigen Tagen auf 1,8 Millionen Dollar verklagt (queer.de berichtete).
Hastert war von 1999 bis 2007 der mächtige Chef des US-Repräsentantenhauses und profilierte sich mit homophoben Initiativen. So setzte er sich dafür ein, das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in der US-Verfassung festzuschreiben.
Mehrere seiner Ex-Kollegen im Kongress hatten sich für ein mildes Urteil eingesetzt. So schrieb der frühere republikanische Fraktionschef Tom DeLay in einem Brief an das Gericht: "Er ist ein guter Mann, der Gott liebt. Er erhält seine Werte und seine Integrität von Gott. Er verdient nicht, was gerade mit ihm geschieht. Ich möchte Sie bitten, sich diesen Mann anzusehen und, wo das möglich ist, Milde walten zu lassen." DeLay hatte erst vor knapp einem Jahr die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu einer großen Gefahr erklärt, weil dadurch Kindesmissbrauch zunehmen würde. (dk)














Das zeigt aber auch wieder mal, dass die größten Hetzer nur von sich selbst, ihrer Perversion und ihren Verbrechen ablenken wollen. So ist das ja auch bei der Katholischen Kirche.