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  • 3. Mai 2016, 13:43h 30 2 Min.

Wie sehr beeinflusst die Pornografie das Sexualverhalten im wahren Leben?

Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass wir gerne das machen, was wir in Rammel-Filmchen sehen.

Männer verhalten sich bei der Nutzung von Kondomen so, wie es ihre Lieblings-Pornostars tun. Das ist das Ergebnis einer Studie der Columbia-Universität in New York, in der online 265 Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), befragt worden waren.

Die Forscher unter Führung des Sozialmediziners Eric W. Schrimshaw hatten die Teilnehmer durch Werbung bei Facebook und Craigslist in den Regionen vierer Ostküstenstädte rekrutiert (New York, Philadelphia, Baltimore und Washington). Die Männer wurden unter anderen gefragt, wie oft sie Pornografie im Internet anschauten, wie hoch der Anteil an Safer-Sex am Konsum war und wie ihr persönlichen Sexualverhalten ist. Die Studie ist Ende April in der Online-Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht worden.

Das Ergebnis: Je häufiger ein Mann Bareback-Pornos konsumierte, desto häufiger hatte er auch Sex ohne Kondome. Wer eher Pornos schaute, in denen Kondome getragen wurden, nutzte diese auch selbst.

92 Prozent schauen sich Bareback-Sex an

Die Ergebnisse zeigten auch, dass sich kaum ein Porno-Konsument den Bareback-Filmen entziehen kann. 92 Prozent gaben an, in den vergangenen drei Monaten eine derartige Szene gesehen zu haben.

Allerdings hat der bloße Pornokonsum keinen Einfluss auf Safer Sex: "Wir haben herausgefunden, dass der Konsum von sexuell erregenden Materialien nicht generell in Verbindung gebracht werden kann mit mehr kondomlosen Treffen unter MSM", heißt es in der Studie. Auch "zwanghafte" Nutzung von Pornografie habe keinen Einfluss auf das Safer-Sex-Verhalten, so die Forscher. Damit widersprachen sie anders lautenden Hypothesen.

Die Forscher erklärten zwar, dass die Studie nicht zeige, ob das Safer-Sex-Verhalten durch Pornografie beeinflusst werde oder sich die Männer am liebsten die Filme anschauten, die ihre eigenes Verhalten repräsentieren. Allerdings erklärten fast ein Drittel der befragten MSM, dass Bareback-Pornografie in den vergangenen drei Monaten subjektiv dazu beigetragen habe, dass sie "riskanteren" Sex gehabt haben.

Die Studie ist wenige Monate vor einem Referendum erschienen, bei dem Wähler in Kalifornien darüber abstimmen, die Produktion von Bareback-Filmen in dem Bundesstaat zu verbieten (queer.de berichtete). Bereits 2012 hatte Los Angeles kondomlose Filme verboten. Dadurch sind viele Pornoproduzenten auf Gegenden mit liberalerer Gesetzgebung ausgewichen, etwa auf Nevada oder Florida.

Bereits jetzt ist Bareback-Sex bei den größten schwulen Labels der USA verpönt. So werden seit Jahren bei den GayVN-Awards Filme automatisch disqualifiziert, bei denen keine Kondome verwendet werden. Allerdings zeigen gerade kleine Pornofirmen gerne Bareback-Sex – insbesondere in Europa ist die Nachfrage nach diesen Filmen sehr hoch. (cw)

-w-

#1 TheDad
  • 03.05.2016, 18:14hHannover
  • ""Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass wir gerne das machen, was wir in Rammel-Filmchen sehen.""..

    Welch eine bahnbrechende Erkennntnis..

    Interessenleitung nennt sich das..
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#2 gayturk
  • 03.05.2016, 18:59h
  • Ich schau gar keine Filme, in denen verhütet wird. Ist so abturnend ... :-)
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#3 Jadughar
  • 03.05.2016, 19:21hHamburg
  • Antwort auf #1 von TheDad
  • Nicht ganz. Für den Menschen ist es natürlich, ohne irgenwelche Hindernisse, wie Klamotten oder eben Kondome zu rammeln, da diese doch im Wesentlichen den sexuellen Akt beeinträchtigen, sofern man nicht Fetischist ist. So kommen solche Filme den sexuellen Wünschen entgegen und nicht umgekehrt.
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