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- 10. Mai 2016, 17:10h 2 Min.

Prüderie in Münster: Die Deutsche Bahn weigerte sich, dieses "sexistische" Motiv für die Ausstellung "Homosexualität_en" zu plakatieren
Nach immenser Kritik macht der Konzern einen Rückzieher und lässt das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster für die Ausstellung werben.
Zwei Tage vor der Eröffnung im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster darf dieses nun doch an Bahnhöfen für die Ausstellung "Homosexualität_en" werben. Das gab das Museum am Dienstag bekannt.
Das Fachreferat Media & Buch, das zuständig für die Motivgenehmigung bei der Deutschen Bahn AG ist, hatte das Plakat zu der Ausstellung zunächst abgelehnt, da das Motiv als "sexualisiertes" und "sexistisches" Bild den Richtlinien des Deutschen Werberates widersprechen würde (queer.de berichtete). Dabei war das gleiche Plakat ein Jahr zuvor in den zum Konzern gehörenden S-Bahn-Stationen in Berlin zu sehen.
Dort begleitete das Motiv – Heather Cassils aus Kanada bei einem "Body Modification Experiment" – die Gemeinschaftsschau des Deutschen-Historischen Museums und des Schwulen Museum*, die nun mit regionalen Veränderungen nach Münster zieht und dort bis 4. September zu sehen ist.
Aus einer Absage wurde eine Verspätung
"Wir haben gute Nachrichten: Die Deutsche Bahn Personenverkehr hat das Plakat zur Ausstellung 'Homosexualität_en' erneut geprüft und es heute für die Plakatierung an den Bahnhöfen freigegeben", schrieb das LWL-Museum am Dienstag Nachmittag auf Facebook. "Es wird dort zwar zu Ausstellungsbeginn nicht zu sehen sein, da wir die Kampagne nach der Absage durch die Bahn kurzfristig ändern mussten. Aber wir setzen derzeit alle Hebel in Bewegung, damit das Plakat an möglichst vielen Bahnhöfen zu sehen sein wird."
Zuvor hatte bereits die Firma Ströer, die für die Bahn die Plakate aufhängt, dem Museum angeboten, die Plakate an Ersatzflächen anzubringen. Das Museum hatte das Angebot angenommen; das Plakat ist teilweise auch in anderen Städten wie Düsseldorf und Köln zu sehen.
Nach etlicher Kritik in sozialen Netzwerken, Medienanfragen und einem Offenen Brief des Schwulen Museums* hatte sich die Bahn am Dienstag schließlich entschieden, ihre "Bedenken zurückzustellen". Noch wenige Stunden zuvor war der Konzern auf Twitter einer anderen Meinung gewesen:

Die Ausstellungseröffnung beginnt am Donnerstag um 20 Uhr im Foyer mit Musik der Band "Box in the Attic". Ab 20.30 Uhr präsentieren die Projektleiter, LWL-Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold und Dr. Birgit Bosold vom Schwulen Museum*, sowie die Kuratoren Dr. Dorothée Brill und Detlef Weitz eine Einführung in die Schau, die die in Berlin auf zwei Orte verteilte Ausstellung zusammenführt. Nach Schließung der Schauräume um 22.30 Uhr legt ein DJ im Foyer auf. Das Museum ist an diesem Tag bis 1 Uhr geöffnet.
Links zum Thema:
» LWL-Museum für Kunst und Kultur
» Begleitband zur Ausstellung
Mehr zum Thema:
» Deutsche Bahn zensiert "Homosexualität_en"-Poster (05.05.2016)
» "Homosexualität_en": Vom griechischen Adonis bis zum Mösenmobil (24.06.2015)
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Gut, dass die zahlreichen Proteste doch was gebracht haben. Da sieht man, dass Proteste eben doch sinnvoll sind.
Aber peinlich genug für die Deutsche Bahn, dass das Motiv überhaupt zuerst abgelehnt wurde und es erst Proteste brauchte.