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Fürs Leben lernen
Erstes Analverkehr-Seminar an der Uni Köln

Analverkehr war schon bei den Alten Römern beliebt: vom sogenannten Warren Cup inspirierte Skulptur des britischen Künstlers Malcolm Lidbury (Bild: Wiki Commons / Pinkpasty / CC-BY-SA-3.0)
- 12. Mai 2016, 12:06h 3 Min.
Am 3. Juni lädt die Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät zu einem "Workshop für Arschficker_Innen und die, die es vielleicht werden wollen".
Oft heißt es ja, der universitäre Betrieb sei so abgehoben und habe mit dem realen Leben nichts zu tun. Nun, für die Uni Köln scheint das nicht zuzutreffen. Am Freitag, den 3. Juni findet dort ein "Workshop für Arschficker_Innen und die, die es vielleicht werden wollen" statt.
"Während der größte und kräftigste Muskel des Menschen gemeinhin 'Allerwertester' genannt und als Sitzgelegenheit gebraucht wird und man sich auch meist täglich der Entleerung des Darms hinwendet, haftet dem Arsch als erogene Zone und Fickgelegenheit immer noch das Tabu, der Schmutz, der Schmerz an", heißt es in der noch sehr akademischen Einladung der Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät.
"Sind wir sexuell am Arsch, so begegnen uns nicht nur Tabus und Verbote, sondern damit einhergehend auch fehlendes Wissen um Tipps und Tricks, die zu einer lustvollen Verwirklichung sexueller Phantasien und Wünsche verhelfen können."
"Keine sexuellen Handlungen"
Kondome und Gleitgel sind bei dem vierstündigen Workshop von 17 bis 21 Uhr nicht erforderlich, stellt die Studierendenvertretung klar – und dürfte damit vielleicht einige interessierte Power-Bottoms enttäuschen: "Dabei finden keine sexuellen Handlungen oder angeleiteten persönlichen Veröffentlichungen statt."
Als Referenten haben die Veranstalter Marco Kammholz angeheuert, der das Seminar im Rahmen der Weiterbildung zum Sexualpädagogen am Institut für Sexualpädagogik (ISP) konzipiert hat. In Kleingruppen will er Fragen diskutieren wie: "Wie soll denn da was rein passen? Welche Hilfsmittel gibt es? Was gilt es anatomisch zu beachten? Wie sprechen wir über Analverkehr? Und wer fickt hier eigentlich wen?"
Die kostenlose Poposex-Nachhilfe, an der auch Nicht-Studierende teilnehmen können, richtet sich an "Erwachsene jeglicher sexueller Orientierungen und aller Geschlechter", so die Studierendenvertretung. Um einen der maximal zwölf Plätze zu ergattern, ist lediglich eine vorherige Anmeldung per E-Mail an erforderlich. Der Raum wird allen bestätigten Teilnehmenden rechtzeitig bekannt gegeben.
Schon jetzt steht fest: Diese Veranstaltung dürfte in die An(n)alen der Kölner Unigeschichte eingehen! (mize)
Update 15.25h: Studierendenvertretung sagt Veranstaltung ab
Die Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät hat die Veranstaltung am Freitag abgesagt. Man habe sich dazu entschlossen, den Workshop "nicht stattfinden zu lassen", und werde dazu später eine ausführliche Stellungnahme veröffentlichen. Am Freitag hatten die "Junge Freiheit" und der Blogger Hadmut Danisch über die Veranstaltung berichtet; die Zeitung hatte auch einen Sprecher der Hochschule befragt, dem die Veranstaltung zunächst nicht bekannt war.
Follow-up-Berichte:
Uni Köln: Prüde Studierendenvertretung sagt Analsex-Workshop ab (13.05.2016)
Analverkehr-Workshop erregt AfD und FDP (14.05.2016)















ich habe marco kammholz mal kurz kennenlernen dürfen. sehr kompetent. der weiß genau, was er tut.