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- 14. Mai 2016, 15:14h 2 Min.

Jan-Marco Luczak vertritt seit 2009 den Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schönberg im Bundestag (Bild: Yves Sucksdorff)
Aus Anlass des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai hat der Berliner Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak (CDU) zu gegenseitiger Toleranz auch unter Flüchtlingen aufgerufen. Es sei zudem Aufgabe des Staates, die Sicherheit queerer Asylsuchender in den Unterkünften zu gewährleisten.
"Das Motto des diesjährigen Aktionstags 'Vielfalt ist grenzenlos' bringt angesichts der vielen Flüchtlinge unseren Anspruch als tolerante Gesellschaft auf den Punkt", erklärte Luczak in einer Pressemitteilung. "In Deutschland darf niemand wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt, angegriffen oder auch nur beleidigt werden. Diese Werte gelten für alle, die hier leben – egal ob Einheimische oder Flüchtlinge."
Er erwarte von Schutzsuchenden aus anderen Kulturkreisen, dass sie Toleranz gegenüber homo- und transsexuellen Menschen üben, sagte der CDU-Politiker. "Für Menschen, die oft auch wegen ihrer sexuellen Orientierung in ihren Heimatländern verfolgt wurden, wäre es traumatisch, wenn sie hier gleichen Anfeindungen ausgesetzt wären. Das dürfen wir nicht dulden."
Jan-Marco Luczak vertritt seit 2009 den Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg, zu dem auch der Nollendorfkiez gehört, als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Der 40-Jährige gehört zur Minderheit in der Union, die sich seit Jahren für die Gleichbehandlung homosexueller Partnerschaften einsetzt. Die Rehabilitierung von nach § 175 StGB verurteilten schwulen Männern, zu der Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Mittwoch einen Gesetzentwurf ankündigt hatte (queer.de berichtete), bezeichnete er als "längst überfällig".
Am Freitag stimmte Luczak im Bundestag für die Einstufung der drei Länder Algerien, Marokko und Tunesien als "sichere Herkunftsstaaten", obwohl Homosexuelle dort staatlich verfolgt werden. (mize)
Links zum Thema:
» Homepage von Jan-Marco Luczak















timeo danaos et dona ferentes
Ich traue der CDU nicht über den Weg. Mit ihrem verquasten sog. christlich-jüdischen Wertekanon, den sie nach Belieben einschalten, wenn es ihnen grad mal paßt, halten sie immer noch Werte hoch, die immer mehr bröckeln.
Und wenn da jetzt ein - er mag es im Kern vielleicht sogar ehrlich meinen - CDUler daherkommt, und einerseits Flüchtlinge zu Toleranz und Akzeptanz auffordert, im gleichen Atemzug aber den Maghreb als "sicher" einstuft, dann ist das mal wieer ein schönes Beipiel für Heuchelei.
Nee, geh mir einer weg mit den Schwarzen.