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Premierminister Justin Trudeau wird als erster kanadischer Regierungschef am CSD von Toronto teilnehmen und setzt sich auch ansonsten für LGBT-Rechte ein

  • 17. Mai 2016, 15:08h 13 2 Min.

Immer mehr Länder reformieren ihre veralteten Gesetze: Kanadas Premierminister Justin Trudeau und Norwegens Gesundheitsminister Bent Høie kündigen große Schritte an.

In Kanada und Norwegen sind neue Gesetze geplant, um Transpersonen besser zu schützen. Norwegen will es Transpersonen erleichtern, ihr Geschlecht auf offiziellen Dokumenten auch ohne geschlechtsanpassende Operation zu ändern, während Kanada den Schutz vor Diskriminierung verbessern will.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau kündigte die Pläne erstmals am Montag bei einer LGBT-Galaveranstaltung in Montreal an, als ihm für seinen Einsatz für LGBT-Rechte der "Laurent McCutcheon Award" verliehen wurde. "Wir haben zu lange dafür gearbeitet, um jetzt mit dem Fortschritt aufzuhören", sagte Trudeau. "Ich glaube daran, dass wir in Kanada mehr leisten können und sollten."

Trudeau will den Diskriminierungsschutz durch den "Canadian Human Rights Act" auf das Merkmal Geschlechtsidentität ausweiten. Bereits jetzt sind Merkmale wie Geschlecht, Rasse oder sexuelle Orientierung enthalten. Auch solle ein Gesetz gegen Hasssprache entsprechend ausgeweitet werden.

Da Trudeaus liberale Partei im kanadischen Parlament über eine breite Mehrheit verfügt, wird erwartet, dass das Gesetz problemlos verabschiedet wird. Allerdings könnte der Senat, der wie das Oberhaus in Großbritannien aus nicht-gewählten Repräsentanten besteht und in dem die Konservativen eine starke Position haben, das Gesetz eine gewisse Zeit blockieren. Bereits 2011 verhinderte der Senat so die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes auf Transsexuelle.

Norwegen: 60 Jahre altes Gesetz wird renoviert


Gesundheitsminister Bent Høie wagt sich als erster nach rund sechs Jahrzehnten an die Reform des norwegischen Transsexuellengesetzes

Bereits am Freitag hatte das norwegische Bildungsministerium eine umfassende Reform des Trans­sexuellengesetzes angekündigt. Demnach soll fortan keine operative Geschlechts­anpassung mehr notwendig sein, um eine rechtliche Änderung des offiziellen Geschlechts zu erwirken. Im Parlament wird eine breite Mehrheit erwartet.

Außerdem ist eine Senkung der Altersgrenze geplant: 16-Jährige sollen ohne Zustimmung der Eltern ihre Papiere ändern lassen können. Bei Sechs- bis 15-Jährigen soll dies möglich sein, wenn beide Elternteile zustimmen. Sollte nur ein Elternteil damit einverstanden sein, sollen Ärzte entscheiden, was "im besten Interesse des Kindes" ist.

Gesundheitsminister Bent Høie erklärte, das bestehende rund 60 Jahre alte Trans­sexuellengesetz sei inzwischen völlig veraltet. Der schwule Konservative nannte das geplante Gesetz historisch. Sein Ministerium erklärte in einer Pressemitteilung, mit dem Gesetz erhielten Trans­sexuelle Autonomie ohne staatlichen Eingriff, da sie nun "das Recht erhalten, die Eintragung ihres Geschlechts nach ihren eigenen persönlichen Erfahrungen zu ändern." LGBT-Aktivisten und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßten begeistert die Pläne der Regierung.

In Deutschland hatte das Bundes­verfassungs­gericht erst 2011 entschieden, dass die im Gesetz geforderte zwangsweise Geschlechts­anpassung gegen das Grundgesetz verstößt (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 tti3_alliance
  • 17.05.2016, 17:38h
  • ... wir hoffen das sowohl in Norwegen, wie auch in Kanada endlich die Gegebenheiten gesetzlich verbessert werden und es dafür die notwendigen politischen Mehrheiten gibt.

    Und auch in Deutschland erwarten wir endlich eine neue gesetzliche Regelung, die das Transsexuellengesetz (TSG) ablöst und auch eine medizinische Versorgung sicherstellt.

    Wir fordern ein neues Gesetz zum 01.01.2017

    transallianceproject.wordpress.com/2016/05/09/neues-gesetz-z
    um-01-01-2017/


    Ferner fordern wir die unmittelbare "Untersagung von nicht eingewilligten, unnötigen Behandlungen an Intersex-Kindern / Jugendlichen, die gegen Grundgesetz, UN-Konventionen oder gegen das Sterilisationsverbot verstoßen."

    Dass bis jetzt, nur ein paar deutsche CSD Vereine die Stuttgarter Erklärung / Stuttgart Declaration mit gezeichnet haben - wird sich hoffentlich noch in den nächsten Wochen ändern.
    Auch dass man sich in der LGBTTIQ* Community für den Schutz von Babys, Kindern und Jugendlichen vorrangig von Heterosexuellen Familien, in den CSD Forderungen stark macht.

    Forderungen:

    transallianceproject.files.wordpress.com/2016/03/information
    sbroschuere_transsexualitc3a4t__v3-49_2016-03-29.pdf


    Es gibt auch andere Meinungen.
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#2 wiking77
  • 17.05.2016, 18:05h
  • ohh ich bin abermals entzückt; sexy Türdeau mit einem super netten, sympatischen und attraktiven Bild hier.
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#3 YannickAnonym
  • 17.05.2016, 19:16h
  • Während Kanada und Norwegen (neben vielen anderen Staaten, die da auch schon aktiv wurden) fortschrittlich sind und sich die Regierungen als Vertreter aller Bürger begreifen, ist die Situation in Deutschland weiterhin eine ganz andere:

    Hier biedern sich Union und SPD lieber weiter einer schrillen Minderheit Ewiggestriger an und ignorieren die Mehrheitsmeinung des Volkes. Mit ihrer rechtspopulistischen Politik machen Union und SPD die AfD erst salonfähig und stark.
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