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Republikanische Blockade beendet
Eric Fanning bestätigt: Schwuler wird US-Heeresminister

Eric Fanning wird bis zum Ende der Amtszeit von Präsident Barack Obama im Januar 2017 das Heeresministerium führen (Bild: USAF)
- 18. Mai 2016, 07:14h 2 Min.
Knapp fünf Jahre nach dem Ende von "Don't ask, don't tell" übernimmt erstmals ein schwuler Mann die Führung des amerikanischen Heeres.
Der US-Senat hat am Dienstag nach langer Blockade Eric Fanning als Heeresminister bestätigt. Zum ersten Mal leitet damit ein offen Schwuler einen Dienst des amerikanischen Militärs. Der 47-Jährige wird für 470.000 Soldaten verantwortlich sein. Der U.S. Army Secretary hat den Rang eines Staatssekretärs und ist direkt dem Verteidigungsminister unterstellt. Fanning, ein Zivilist, war zuvor Stabschef unter Verteidigungsminister Ashton Carter.
Die Entscheidung wurde von LGBT-Aktivisten als historisch bezeichnet, da erst 2011 das Verbot von offen Homosexuellen im US-Militär aufgehoben wurde (queer.de berichtete). So nannte Chad Griffin von der LGBT-Organisation Human Rights Campaign die Bestätigung ein "Zeichen eines voranschreitenden Fortschritts in Richtung mehr Fairness und Gleichbehandlung".
Republikaner blockierten Fanning acht Monate lang

Senator Pat Roberts verhinderte über Monate, dass Fanning sein Amt antreten konnte (Bild: US Congress)
Präsident Barack Obama hatte Fanning bereits vergangenen September zum Heeresminister ernannt (queer.de berichtete). Der von den Republikanern kontrollierte Senat, der Minister bestätigen muss, blockierte jedoch die Ernennung. Angeblicher Grund war nicht die Homosexualität des vorgeschlagenen Ministers, sondern ein Streit um das Internierungslager Guantanamo.
Die Blockade wurde von Senator Pat Roberts angeführt. Er hatte gesagt, er wolle den Kandidaten des Präsidenten erst bestätigen, wenn er eine Zusage erhalte, dass die Gefangenen aus Guantanamo nicht an den Militärstützpunkt Fort Leavenworth überführt werden, der in Roberts' Heimatstaat Kansas liegt. Der Senator, der auch ein erbitterter Gegner von LGBT-Rechten ist, erklärte Anfang der Woche jedoch überraschend, dass er seinen Widerstand aufgegeben habe. Er habe in privaten Gesprächen Zugeständnisse von der Regierung erhalten, dass die mutmaßlichen Terroristen nicht nach Kansas gebracht werden würden.
Die Blockade wurde auch von einigen Republikanern kritisiert. Senator John McCain bezeichnete sie vor wenigen Wochen etwa als "Machtmissbrauch". Er verglich die Blockade mit der Erschießung einer Geisel während einer Geiselnahme. (dk)














