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Kindern aus Regenbogen­familien geht es also genauso gut wie Gleichaltrigen, die bei heterosexuellen Elternpaaren aufwachsen (Bild: Our Family Coalition)

  • 19. Mai 2016, 13:33h 7 3 Min.

Zahlreiche Studien belegen, dass gleichgeschlechtliche Elternpaare ihren Kindern in keiner Weise schaden, sondern sogar das Gegenteil der Fall ist.

Nach wie vor wird von Kirchenvertretern und Politik oft behauptet, Kinder könnten in Regenbogenfamilien nicht so gut aufwachsen wie in einer traditionellen Familie. Dort ist man der Meinung, homosexuelle Eltern seien nicht gut für die natürliche Entwicklung des Kindes und sie würden ihren Nachwuchs ebenfalls zu Schwulen oder Lesben erziehen.

Aus wissenschaftlicher Sicht sind diese Aussagen nicht haltbar. Zahlreiche Studien belegen, dass gleichgeschlechtliche Elternpaare ihren Kindern in keiner Weise schaden, sondern dass sogar das Gegenteil der Fall ist.

Schwule und Lesben erziehen ihre Kinder zu Homosexuellen? Bullshit!

Vor allem die Erziehungsfähigkeit von gleichgeschlechtlichen Elternpaaren wird oft angezweifelt. Viele Menschen sind der Meinung, Schwule oder Lesben würden ihren Nachwuchs dahin lenken wollen, selbst homosexuell zu werden. Bei Homosexuellen stoßen solche Aussagen auf pures Unverständnis.

Die Wissenschaft bestätigt, dass es zwischen der Homosexualität der Eltern und der sexuellen Ausrichtung der Kinder keinerlei Zusammenhang gibt. Stattdessen ist es vielmehr so, dass zwei Väter oder zwei Mütter ihre Kinder besser dahingehend erziehen, tolerant gegenüber ihren Mitmenschen zu sein.

Das belegen die wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre

Bisher sind praktisch alle groß angelegten Studien in mehreren Ländern zum Ergebnis gekommen, dass Schwule und Lesben nicht automatisch schlechtere Eltern sind. Eine Untersuchung der Universität Los Angeles ist 2010 sogar zum Ergebnis gekommen, dass Eltern aus Regenbogenfamilien engagierter sind (queer.de berichtete). Bereits 2008 hieß es auch in einer Studie des deutschen Bundesjustizministeriums, dass die Vorurteile gegen Homo-Paare in dieser Frage unbegründet seien (queer.de berichtete).

Kinder wachsen bei gleichgeschlechtlichen Eltern behüteter auf als in "traditionellen" Familien, brachte im vergangenen Jahr eine texanische Studie ans Licht (queer.de berichtete).

Im Jahr 2014 wurde im Rahmen einer Untersuchung in Australien herausgefunden, dass Kinder von schwulen bzw. lesbischen Eltern sogar gesünder sind und einen besseren Familienzusammenhalt erleben als Kinder aus traditionellen Familien (queer.de berichtete). Tendenziell zeigen sie sogar eine höhere soziale Kompetenz und reagieren respektvoller auf Unterschiede.

Klassenkameraden und Lehrer für das Thema sensibilisieren

Ein Drittel der Regenbogenfamilien berichtete in verschiedenen Studien allerdings auch, dass ihr Kind geärgert, gemobbt oder von Mitschülern als "anders" stigmatisiert wird.

Regenbogen-Kinder müssen sich in der Schule oft gegen Vorurteile wehren – sowohl von Mitschülern als auch von Lehrern. Sie gelten als Exoten und werden von ihren Klassenkameraden sogar oft als "homosexuell" beschimpft. Hinzu kommt, dass die wenigsten Lehrer angemessen auf homophobe Äußerungen reagieren. Das liegt daran, dass alle Familienformen, die vom gängigen "Vater-Mutter-Kind"-Modell abweichen, noch immer als nicht normal eingeschätzt werden und dass sexuelle Vielfalt nach wie vor ein Tabu-Thema an Schulen ist und nicht im Lehrplan geduldet wird. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass es den Lehrern oft an Wissen und Offenheit fehlt und dass Mitschüler aus traditionellen Elternhäusern dem Thema Homosexualität gegenüber wenig aufgeschlossen sind.

Am besten bereiten gleichgeschlechtliche Elternpaare ihren Nachwuchs früh auf solche Situationen vor, indem sie mit ihm üben, wie sie in unangenehmen Situationen reagieren und wie sie ein Gespräch beenden können. Experten empfehlen außerdem, die Familiensituation bei der Einschulung in der Schule vorzustellen und mit Lehrern zu besprechen.

Für die Kinder bedeutet das eine Entlastung, da sie nicht überlegen müssen, ob, wann und wie sie sich outen sollen. Zwar stellt sich kein anderer Mensch hin und sagt: "Ich bin heterosexuell, ich möchte mein Kind hier anmelden". Wenn es aber hilft, dass Regenbogen-Kinder in der Schule respektvoll und gleichwertig behandelt werden, trägt man einen Teil dazu bei, dass das in Zukunft automatisch der Fall sein wird und dass der Nachwuchs einen tollen, ersten Schultag hat. (cw)

Dieser Beitrag ist mit der Unterstützung von schulranzen.net entstanden.

-w-

#1 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 19.05.2016, 19:52h
  • "Ein Drittel der Regenbogenfamilien berichtete in verschiedenen Studien allerdings auch, dass ihr Kind geärgert, gemobbt oder von Mitschülern als "anders" stigmatisiert wird."

    Alles eine Folge der machtspielereien der konservativen
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#2 SchleicheR74
  • 19.05.2016, 20:32h
  • Antwort auf #1 von hugo1970
  • Ja, alles eine Folge der längeren Vergangenheit.
    Ich hab heute auf heise.de auch mal gelesen, [sinngemäß] dass Homopaare keine Kinder haben sollen, weil diese ja gemobbt werden. *seufz* - hab ich so net stehn gelassen - hrhr.

    Ich finds aber super super gut, dass unsere Homopaare so nen guten Job mit den Kindern machen. Großartig! :) und Danke!
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#3 JarJar
  • 20.05.2016, 11:31hKiel
  • Wir haben bisher noch keine Nachteile erlebt, die Kinder leben bei uns bei den beiden Müttern und ich denke sie wachsen auch sehr behütet auf. Aber sie sind auch erst im Kindergartenalter, man weiß ja nie was noch alles passiert.
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