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Kommentare zu:
Europäischer Gerichtshof prüft kirchliches Arbeitsrecht


#1 Julian SAnonym
  • 23.05.2016, 20:01h
  • Laut Art. 21,1 der Europäischen Grundrechtecharta (die für alle EU-Staaten gilt) sind Diskriminierungen wegen (u.a.) der sexuellen Ausrichtung verboten. Und da steht auch nichts von Ausnahmen.

    Wenn der Europäische Gerichtshof sich an EU-Recht und diese Charta hält, kann er eigentlich gar nicht anders, als die Diskriminierung von Homosexuellen, Wiederverheirateten, etc. im kirchlichen Arbeitsrecht zu verbieten.

    Aber die Kirche wird jetzt ihre gesamt Macht einsetzen und vor keinem juristischen Winkelzug und keiner Faktenverdrehung zurückschrecken, um das zu verhindern.

    Jetzt wird sich zeigen, wie unabhängig die Justiz wirklich ist und wie glaubwürdig die EU ist. Wenn in der EU nicht mal die eigene Grundrechte-Charta gilt, hat diese EU nur noch den Niedergang verloren...
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#2 kuesschen11Profil
  • 23.05.2016, 22:42hFrankfurt
  • Die schwarze Weltmacht Vatikanstaat behält sich in demokratischen Zeiten immer wieder das Recht vor zu diskriminieren. Es sind genügend Beispiele in der Realität bekannt.

    Aus Staatsgeldern lässt sich die Kirche aushalten. In einem wirklich gerechten Staat sollte man die Kirche voll und ganz privatisieren und vom Staat trennen, denn dann wäre die Kirche auf Selbstfinanzierung angewiesen und könnte somit ein eigenes Arbeitsrecht für ihre Mitglieder erstellen.

    Dann wäre auch Schluss mit der ungerechten Diskriminierung und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hätte seine volle Wirksamkeit.

    Viel schlimmer noch finde ich die Hetzkampagnen und üble Nachrede der katholischen Kirche gegenüber LGBTs. Damit hetzt der Klerus der katholischen Kirche gegen die Gesellschaft, die Ehe für Alle zu unterbinden. Alleine die soziale Verletzung gegenüber LGBTs ist schon eine schwere Diskriminierung.

    Die deutsche Gesetzgebung trägt diese Kollektivschuld der Entrechtungstradition seit Jahrzehnten mit und der Europäische Gerichtshof wird durch die Kirche in Bedrängnis gebracht, die Antidiskriminierungsrichtlinien menschenwürdig einzuhalten, und das im Jahre 2016. Es bedarf daher einer großen Reform im Kirchenrecht.

    Die Täter /Opfer-Verdrehung im Fall Bischof Huonder in der Schweiz, der mit Levitikus aus dem AT öffentlich in einer deutschen Kirche zum Morden gegenüber Homosexuellen aufruft, in dem er diese Botschaft mit der rechten Wende begründet, ist das gleiche schlechte Beispiel. Denn die Opfergruppe Pink Cross soll dem Bischof nach Rechtsprüfung eines Kantongerichtes sogar eine Entschädigungssumme zahlen. Das ist doch KEINE Rechtsprechung im 21. Jahrhundert.

    Antidiskriminierungsrechte sind wie Menschengrundrechte nicht teilbar. Ausnahmen zu machen fällt unter Rassismus und Homophobie.
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#3 Homonklin44Profil
  • 24.05.2016, 12:07hTauroa Point
  • Da wird es sich dann wohl oder übel offenbaren, ob das kirchliche Recht über dem weltlichen Recht thronen darf, ob Mythologie mehr zu gewichten hat als Wirklichkeit.

    Die meisten kirchlichen Belange stehen im weltlichen Recht, also der allgemeinen staatlichen Justiz gar nicht zur Diskussion. Das wird wohl das größte Problem werden. Ob sich das Arbeitsrecht über die Definition kirchlich unerlaubter Sorten von ausgesuchten Mitarbeitern heben kann oder nicht.

    Dass da Menschen entlassen wurden, denen ihre Berufstauglichkeit erst bescheinigt wurde, und wegen einer kleinen Nebeninformation um das Privatleben oder die Konfessionszugehörigkeit jetzt abgesprochen wird, und somit alles, was die für diesen Arbeitgeber bislang geleistet haben, plötzlich nichtig zu sein hat, ist ja das eigentlich Tragische.
    Denn es beweist,wie wenig Menschlichkeit die Knilchenschaft wirklich darzubieten hat, und wie weit ihre ach so liebenswerte Gnade gerade gehen kann.

    Wäre zu schön, wenn auch dahin mal die Message raus ginge, dass Menschen unabhängig von der Idee "Sünde" oder ihrer Konfessionszugehörigkeit, Nichtkonfessionalität oder sexuellen Natur gleiche Chancen haben sollen.
    Wer weiß, vielleicht überdenken Kirchen am Ende sogar einmal ihr penetrant kleinliches, faschistoides Weltbild.
    Schön wärs.
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#4 userer
  • 24.05.2016, 14:39h
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • Homonklin44: "Wer weiß, vielleicht überdenken Kirchen am Ende sogar einmal ihr penetrant kleinliches, faschistoides Weltbild. Schön wärs."

    Das wird nicht passieren. Zu viel weltliche Macht und weltliches Geld steht für die Christen auf dem Spiel.

    Außerdem können Religiöse nur glauben, tun sich mit dem Denken aber schwer bis zur Unmöglichkeit.
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#5 AlexAnonym
  • 24.05.2016, 14:59h
  • Leider gibt es ja auch in der Justiz genug religionshörige Kirchensklaven.

    Aber ich hoffe, dass der EuGH wirklich unabhängig ist und zeigt, dass auch die Kirche nicht über dem Gesetz steht.
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#6 lucdfProfil
  • 24.05.2016, 15:44hköln
  • Hoffentlich wird der Kirche jetzt gezeigt, wie es in einem demokratischen und laizistischen Staat laufen soll. Diese Privilegien sind skandalös und wir brauchen keinen Staat im Staat.
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#7 spontiAnonym
  • 24.05.2016, 16:31h
  • Ich möchte daran erinnern, dass sich die Situation auf Staatskirchenverträge gründet.

    Der Staat hat also ebenso Anteil, denn Vertragspartner sind beide.

    Aber der Staat scheint kein Interesse zu haben, das zu ändern
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#8 blahblahblahAnonym
  • 24.05.2016, 16:53h
  • Antwort auf #1 von Julian S

  • "Laut Art. 21,1 der Europäischen Grundrechtecharta (die für alle EU-Staaten gilt)..."

    Bloedsinn

    1. Polen und das Vereinigte Koenigreich haben ein "opt-out".

    2. Die Charta gilt erstmal nur fuer die Institutionen der EU. Die Mitgliedstaaten sind lediglich an die Charta gebunden, waehrend sie EU-Recht anwenden. Die im Artikel erwaehnten Rechtsbestimmungen sind jedoch kein EU-Recht, sondern nationales Recht.

    Moechten die Verteidiger den Fall gewinnen, werden sie sich nur bedingt auf die Charta berufen. Vielmehr wird es selbstverstaendlich um arbeitsrechtliche Bestimmungen im Wirrwarr der EU-Vertraege, Richtlinien etc. gehen.

    Zudem werden sie sich wohl kaum auf Bestimmungen zur sexuellen Orientierung berufen. Aus dem Artikel geht gar nicht hervor, welche sexuelle Orientierung die Person hat. Sie klagt, weil sie als Konfessionslose (und somit aufgrund ihres Glaubens bzw. Nicht-Glaubens) abgelehnt wurde.
    Konfessionslosigkeit ist keine sexuelle Orientierung.
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#9 leERtASte_
  • 24.05.2016, 21:33h
  • Antwort auf #8 von blahblahblah
  • Du hast mit allem recht was du schreibst.
    Nur dass die Antidiskriminierungsgesetze im Arbeitsrecht sehr wohl auf einer EU-Richtlinie beruhen. Also due Grundrechtscharta für die Auslegung der RL eine Rolle spielt.
    Die Frage ist ob das Umsetzungsgesetz gegen die RL verstösst wenn es Ausnahmen für Kirchen gibt. Das wird der EuGH beurteilen müssen.
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#10 Homonklin44Profil
  • 25.05.2016, 04:43hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von userer
  • Da hast Du wohl Recht und Grünes verdient.

    Denn das Denken basiert auf dem Wissen, und das Wissen ist der große Gegner des Glaubens.

    ... Ich rätsle, ob ich in einem anderen Beitrag dann Staats + Kirchen -Verträge lesen soll, oder Staatskirchen -Verträge. Letzteres lässt einen bitteren Nachgeschmack.

    Hoffentlich hat Tante Wiki das richtig interpretiert.
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#11 kalimeraAnonym
  • 29.09.2016, 20:47h
  • ich bin aus der Kirche ausgetreten, wollte die Kündigung provozieren, arbeite bei der caritas.
    nun haben sie mich ausgetrickst und mir wird nicht gekündigt, weil sie wohl ahnten das ich klagen wollte. allerdings haben sie gesagt wenn ich es öffentlich mache, dass sie mich nicht entlassen, dann feuern sie mich.
    hab ich dann noch ne chance zu klagen. dann ist der Grund ja nicht mehr der austritt sonder die Verletzung der Loyalität.
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