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Wegen gleichgeschlechtlicher Eheschließung

Lesbische Tochter von Desmond Tutu legt Priesteramt nieder


Die Ehe von Mpho und Marceline Tutu-van Furth bereitet der anglikanischen Kirche Kopfzerbrechen (Bild: privat)

  • 24. Mai 2016, 13:40h 6 2 Min.

Nachdem Mpho Tutu eine Frau geheiratet hat, ist sie in ihrer Kirche als Priesterin nicht mehr erwünscht.

Mpho Tutu-van Furth, eines von vier Kindern des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu, ist von ihrem Amt als Priesterin in der anglikanischen Kirche Südafrikas zurückgetreten. Tutu-van Furth erklärte am Montag gegenüber südafrikanischen Medien, dass ihr von ihren Vorgesetzten wegen ihrer Hochzeit mit einer Frau bereits der Entzug ihrer Priesterlizenz angedroht worden war. Mit ihrem freiwilligen Rückzug wähle sie eine "würdevollere Option" als einen Rausschmiss.

Ende letzten Jahres hatte Mpho Tutu in den Niederlanden ihre langjährige Freundin Marceline van Furth geheiratet, die als Professorin für Infektionskrankheiten an der Freien Universität von Amsterdam arbeitet (queer.de berichtete). Anfang Mai hielt das Paar außerdem eine Hochzeitszeremonie in Südafrika ab. Es befindet sich derzeit in den Flitterwochen auf Bali.

Tutu-van Furth sieht Ironie in ihrem Rückzug

Tutu-van Furth sagte, ihr Rücktritt sei für sie als Südafrikanerin "ironisch": Während der Zeit der Rassentrennung sei die Unterschiedlichkeit eines Paares als inakzeptabel angesehen worden, nun werde die Gleichartigkeit eines Paares für dessen Ablehnung herangezogen.

2004 war Mpho Tutu von ihrem Vater zur anglikanischen Priesterin geweiht worden. Sie engagiert sich außerdem als Aktivistin gegen Armut, Rassismus, Sexismus sowie Homo- und Transphobie. Zudem ist sie im Vorstand der Global Aids Alliance der Weltgesundheitsorganisation aktiv.


Mpho Tutu-van Furth an der Seite ihres Vaters Desmond Tutu.

Die anglikanische Kirche hatte erst im Januar bei ihrem weltweiten Treffen in England beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Ehen nicht akzeptiert werden dürften. Gleichzeitig wurde die US-Kirche sanktioniert, weil dort Schwule und Lesben gleichbehandelt werden und gleichgeschlechtliche Paare in Kirchen heiraten dürfen (queer.de berichtete).

Druck auf Kirche wächst

Es gibt aber auch Bewegung unter südafrikanischen Anglikanern: Gegenüber dem britischen "Telegraph" erklärte Bischof Raphael Hess, dessen Diözese unter anderem Kapstadt umfasst, dass er hoffe, dass Tutu-van Furth schon bald wieder Priesterin werden darf. Er könne sich vorstellen, dass die Kirche sich genauso verändere wie das südafrikanische Gesetz, das die Ehe für Schwule und Lesben bereits 2006 geöffnet hatte.

Unterstützung erhält Tutu-van Furth auch von ihrem Vater, der sich seit Jahrzehnten für LGBT-Rechte eingesetzt hat. Homophobie ist für den Friedensnobelpreisträger genauso schlimm wie Rassismus. 2013 sagte Tutu etwa bei der Vorstellung einer UN-Kampagne, er wolle lieber in die Hölle als in ein homophobes Paradies: "Ich würde mich weigern, einen homophoben Himmel zu betreten. Nein, ich würde sagen: 'Sorry, ich gehe lieber in den anderen Ort'. Ich würde keinen Gott anbeten, der homophob ist" (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 kuesschen11
  • 24.05.2016, 18:40hFrankfurt
  • Die ewig alte Leier von Diskriminierung und Homophobie kommt dieses mal von der anglikanischen Kirche in Südafrika.

    Ich kann es nicht mehr hören .

    Ihr Kirchen: Baut endlich eure Kollektivschuld der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ab, und zwar weltweit.
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#2 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 24.05.2016, 20:56h
  • "Die Ehe von Mpho und Marceline Tutu-van Furth bereitet der anglikanischen Kirche Kopfzerbrechen"

    Wenn die religiösen menschenhasser, keinen hass hätten, dann bräuchten sie auch diese Kopfzerbrechen nicht!!!!!
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#3 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 24.05.2016, 21:00h
  • Die Familie Tutu ist eines der besten Beispiele, die zeigen, wie die Menschen untereinander umgehen sollten, nein, nicht sollten, sondern müßen!!!!
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