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Soldaten in der LGBT-Community

London: Streit um "Militarisierung" des CSDs


Britische Marinesoldaten: Die Royal Air Force gehört laut einer Studie zu den zehn besten Arbeitgebern für Schwule und Lesben in Großbritannien (Bild: MOD)

  • 25. Mai 2016, 12:20h 110 3 Min.

Das britische Militär wird mit einer Luftparade den diesjährigen Londoner CSD unterstützen, dazu werden LGBT-Soldaten beim Pride mitmarschieren. Daran gibt es Kritik.

Beim CSD in London ist eine Auseinandersetzung um die Beteiligung des britischen Militärs an der Parade ausgebrochen. Einige LGBT-Aktivisten kritisieren eine Militarisierung des CSDs, während die Organisatoren die Gleichbehandlung in den Streitkräften loben und erklären, sie wollten alle Teile der Gesellschaft beim CSD begrüßen. Beim CSD am 25. Juni sollen Mitglieder der Royal Air Force, Royal Navy und der British Army uniformiert mitmarschieren. Außerdem soll eine Flugstaffel über die CSD-Parade fliegen.

Einige Aktivisten haben am Dienstag unter dem Motto "No Pride in War" vor dem Rathaus dagegen demonstriert, dass die Streitkräfte eingeladen worden sind. Die Aktivisten warfen der Luftwaffe in ihrem Protestaufruf vor, "ihr Image aufpolieren zu wollen und die Aufmerksamkeit abzulenken" von der weltweiten Arbeit des Militär, das viel menschliches Leid verursacht hätte. Der CSD sei eine Veranstaltung, mit der auf radikale Weise die "sexuelle Unterdrückung" bekämpft werden solle, und keine "Anpassung an den Status quo".

LGBT-Aktivist Dan Glass von der Organisation Act Up kritisierte: "Warum darf das Militär vorne mitmarschieren, während die Ärzte des nationalen Gesundheitsdienstes, die wir dringend brauchen, hinten marschieren?" Das Militär machte er für die "Vernichtung menschlichen Lebens, auch von LGBT" verantwortlich.

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CSD-Veranstalter loben LGBT-Gleichbehandlung bei Streitkräften

Die CSD-Organsiatoren sind über die Vorwürfe irritiert und werfen den Militärgegnern Mobbing-Methoden vor. Sie verweisen darauf, dass die Streitkräfte eines demokratischen Staates natürlich auch bei der Pride-Parade willkommen seien – insbesondere dann, wenn sie sich vorbildlich für die Gleichbehandlung von LGBT einsetzten. "Wir sind stolz darauf, die Streitkräfte in unserem Pride begrüßen zu dürfen", sagte CSD-Pressesprecher James Holt. "Nach vielen Jahren der Diskriminierung und Unterdrückung ist es einer der wichtigsten Schritte in Richtung Gleichbehandlung, dass wir offen unserem Land dienen können."

Das britische Militär hatte bis zum Jahr 2000 keine offen schwul oder lesbisch lebenden Soldaten in seiner Reihe geduldet. Danach engagierten sich die Streitkräfte allerdings dafür, Homosexuelle in den eigenen Reihen gleichzubehandeln. In einer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie der LGBT-Organisation Stonewall bekam das Militär gute Noten: So schaffte es die britische Marine auf Rang zehn der 100 besten LGBT-Arbeitgeber in Großbritannien – die Armee erreichte immerhin Platz 32 (queer.de berichtete).

Auch in anderen Ländern nehmen die Streitkräfte offen an CSDs teil, etwa in den Niederlanden (queer.de berichtete). Seit 2012 dürfen auch uniformierte Soldaten an amerikanischen Pride-Paraden mitmarschieren (queer.de berichtete). Es gab aber bereits in der Vergangenheit Auseinandersetzungen über die Beteiligung: So hatte der CSD im kanadischen Hamilton 2008 das Militär von der Parade verbannt, weil es im Ausland an Verbrechen beteiligt gewesen sei (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 AlexxAnonym
  • 25.05.2016, 14:32h
  • Eine Flugshow beim CSD? Finde ich gefährlich.

    Wenn ein Flugzeug in die Menschenmenge stürzt...

    Der CSD ist keine Militärparade.

    Warum laufen die Soldaten nicht einfach in zivil und ohne Waffen mit? Und ohne Gleichschritt. Und ohne Flugshow.

    Ich würde mich nie in die Nähe einer Flugshow begeben. Zu gefährlich.
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#2 Johannes45Anonym
  • 25.05.2016, 14:37h
  • Es ist sehr erfreulich, wenn britische LGBT Soldaten bei den CSDs in London mitmarschieren, und ich begrüße dies ausdrücklich.

    Das linke/fundigrüne Aktivisten damit ein Problem haben, wundert mich nicht weiter. Das sind halt keine wahren LGBT-Aktivisten.
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#3 rechtem PackAnonym
  • 25.05.2016, 14:46h
  • "werfen den Militärgegnern Mobbing-Methoden vor."

    Na klar.

    Wer gegen die verbrecherischen Angriffskriege der britischen Regierung, die im Dienste der herrschenden Wirtschaftsgruppen eine ganze Weltregion ins Chaos gestürzt und die Existenzen von Millionen Menschen zerstört haben und weiter zerstören, der ist natürlich ein ganz böser "Mobber".

    Die Militaristen und Kriegstreiber meinen mit ihren Verbalattacken wohl sich selbst, denn ihre Verdrehung der Fakten hat ganz klar übelsten Mobbing-Charakter.

    Werbung für Krieg und die Neukolonialisierung der Welt, die ebenso auch LGBTI-Menschen tötet und in massenhaftes Elend treibt, hat auf einem CSD / Gay Pride ganz sicher nichts verloren. Wieder einmal zeigt sich, was für eine reaktionäre, privilegierte und asoziale Schicht in vielen Fällen die Community kontrolliert und für ihre eigenen Interessen missbraucht.
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