Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?26274

Sitzungssaal des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg (Bild: Wiki Commons / EGMR / CC-BY-SA-3.0)

  • 4. Juni 2016, 06:41h 35 2 Min.

Mit einem Eilantrag vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kämpft der vom IS verfolgte Mann gegen seine drohende Abschiebung.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg wird sich zum ersten Mal mit einem Fall beschäftigen, der aus dem Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei resultiert. Mit einem von der Hilfsorganisation Pro Asyl unterstützten Eilantrag will ein schwuler Syrer seine drohende Abschiebung aus Griechenland in die Türkei verhindern.

Der Schutzsuchende arbeitete in Syrien in der Ölindustrie. Nachdem er in die Türkei geflohen war und einige Jahre dort lebte, wurde er nach eigenen Angaben am 25. März von Gesandten des Islamischen Staats (IS) in seiner Wohnung in Istanbul aufgesucht. Sie forderten ihn auf, sofort nach Syrien zurückzukehren und dort für die Terrormiliz in der Ölförderung zu arbeiten.

Der Mann floh vor den IS-Anhängern spontan mit einem Sprung aus seinem Küchenfenster und bestieg kurz darauf ein Boot in Richtung Griechenland. Er erreichte Lesbos am 29. März. Nach der Befragung durch das European Asylum Support Office (EASO) am 6. Mai wurde sein Asylantrag in Griechenland jedoch für unzulässig erklärt.

Der Schutzsuchende sitzt auf Lesbos in Haft

"Eine Prüfung der Fluchtgründe ist somit nicht erfolgt", kritisierte Pro Asyl. Auch die griechische Berufungsinstanz habe ohne weitere Sachverhaltsaufklärung auf Abschiebung in die Türkei entschieden. Der Syrer sitzt gegenwärtig auf Lesbos in Haft.

Eine Abschiebung in die Türkei sei sowohl wegen der Bedrohung durch den IS als auch aufgrund der Homosexualität des Mannes unzulässig, argumentiert Pro Asyl. Die Türkei sei "gemäß ILGA Europe eines der Länder in Europa und Umgebung, in denen LGBT-Menschen den meisten Problemen und Gefahren ausgesetzt sind". Auch eine griechische Berufungsinstanz habe bereits die Abschiebung von Syrern in die Türkei gestoppt, da das Land kein "sicherer Drittstaat" sei.

Brüssel und Ankara hatten im März vereinbart, dass die Türkei sämtliche Flüchtlinge von den griechischen Inseln zurücknimmt. Im Gegenzug sicherte die EU zu, für jeden abgeschobenen Syrer einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf legalem Weg aufzunehmen. (cw/pm)

 Update  16.30h: Eilantrag abgelehnt

Die Straßburger Richter haben den Eilantrag bereits in der Nacht zum Freitag zurückgewiesen, berichtete bereits gestern die Nachrichtenagentur AFP (Danke an den Leserhinweis). Eine Begründung für die Entscheidung nannte das Gericht vorerst nicht, auch seine Webseite geht bislang nicht darauf ein.

-w-

#1 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 04.06.2016, 09:13h
  • Das ist der Spiegel des gegenwärtigen europäischem Leben, alles was nicht genehm ist, wird irgendwohin weggeschoben, hauptsache ich hab meine Ruhe
  • Direktlink »
#2 HeinerAnonym
  • 04.06.2016, 09:19h
  • Recht hat er.

    Denn auch die Türkei ist kein "sicheres Herkunftsland". Erst recht nicht für LGBTI. Und genausowenig für Kurden.

    Dieser schmutzige Deal, den Union und SPD gemeinsam mit anderen rechten Kräften der EU mit dem türkischen Sultan ausgehandelt haben, ist an Zynismus und Perversität nicht mehr zu überbieten.

    Das zeigt, dass Union und SPD zum Frisieren ihrer Bilanz über Leichen gehen - nicht nur sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes.
  • Direktlink »
#3 SebiAnonym
  • 04.06.2016, 09:26h
  • Antwort auf #2 von Heiner
  • Tja, die SPD war mal eine Partei, wo der Mensch im Mittelpunkt stand.

    Dann kam der Genosse der Bosse Gerhard Schröder und hat aus der SPD eine neoliberale Partei gemacht, die nur noch irgendwelchen Lobby-Interessen hinterherläuft.

    Die Leute mit Anstand und Rückgrat haben schon damals die SPD verlassen. Oder allerspätestens als Peer Steinbrück diesen Kurs nochmal intensivierte.

    Was heute noch in der SPD ist, sind halt diese unfähigen Marionetten, die es anderswo nicht schaffen und die Politik als Selbstbedienungsladen ansehen.
  • Direktlink »