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Die Kollegen von gay.it bebilderten die Tat dramatisch. Wie die LGBT-Organisationen des Landes zeigten sie sich von ihr zutiefst verstört und verunsichert.

  • 4. Juni 2016, 14:02h 8 3 Min.

Zwei junge Männer wurden an einer Tankstelle brutal überfallen. Die Polizei ging lange von einem Raub aus – jetzt nahm sie den Vater eines 18-Jährigen fest, auf dessen Freund der Überfall gezielt habe.

In der Kleinstadt Alba in der nordwestitalienischen Region Piemont ist es Mitte Mai zu einem zunächst unerkannten Hassverbrechen aus Homophobie gekommen. Aufgeschreckte LGBT-Organisationen fordern von der Politik, endlich ein strafverschärfendes Gesetz gegen Hassverbrechen zu erlassen.

In der Nacht des 16. Mai hatten zwei maskierte Männer an einer Tankstelle außerhalb Albas hintereinander mit Baseballschlägern bewaffnet zwei Autos und die Insassen überfallen. Zunächst griffen sie einen Wagen mit zwei Personen an und verletzten diese leicht, ließen dann von ihnen ab und gingen zum Angriff auf den anderen Wagen über.

In dem Wagen saßen zwei junge Männer, beide Anfang 20, die von den Angreifern mit Faustschlägen, Tritten und den Baseballschlägern attackiert wurden. Ein junger Schwuler mit marokkanischen Wurzeln, der sich später als Hauptziel des Angriffs erweisen sollte, muss den Prognosen der Ärzte zufolge drei Wochen in einem Krankenhaus verbringen. Sein Beifahrer wurde noch schwerer verletzt und könnte frühestens im August entlassen werden.

Die Männer, die auch eine Pistole mit sich führten, konnten fliehen. Die Polizei, die auf kein Material von Überwachungskameras zurückgreifen konnte, stand vor einem Rätsel. Sie vermutete zunächst einen versuchten Raub, entsprechende Gerüchte hielten sich in der Region für zwei Wochen, fanden die Opferauswahl dazu aber unpassend; auch wurde letztlich nichts entwendet. Auch ein fremdenfeindliches Motiv wurde geprüft.

Vater eines 18-jährigen Schwulen festgenommen

Am Freitag nahm die Polizei schließlich einen Mann samt einer Pistole fest, der der Vater des Freundes des jungen Marokkaners ist. Der Vater, bei dem es sich um einen in der Region bekannten und angesehen Geschäftsmann halten soll, ist nach Darstellung der Beamten nicht mit der Homosexualität des 18-Jährigen zurecht gekommen und habe nach zahlreichen Versuchen, den Sohn zu einer Aufgabe der Beziehung zu bringen, die Sache mit einem Bekannten selbst in die Hand genommen. Rassismus will die Polizei als zusätzliches mögliches Tatmotiv nicht ausschließen.

Den Ermittlungen zufolge hatte der Vater seinen Sohn mehrfach heimlich verfolgt, auch stellte er seinen Aktivitäten bei Facebook nach. So erfuhr er über eine Verabredung für die Tatnacht. An der Tankstelle hätten die Männer zunächst versehentlich einen falschen Wagen überfallen und dann ihren geplanten Angriff ausgeführt. Der Vater streite die Tat ab, berichtete die vom Tathergang überzeugte Polizei. Er soll wegen Sachbeschädigung, schwerer Bedrohung und Körperverletzung angeklagt werden.

Von einem Vorfall dieser Schwere habe man lange nicht gehört, kommentierte die LGBT-Organisation Arcigay, er müsse umgehend Thema im Parlament werden. Die Tat werfe ein Licht auf eine nach wie vor grassierende Homophobie im Land, die sich in den letzten Monaten in der emotional und teils hetzend geführten Diskussion um die Einführung von Lebenspartnerschaften immer wieder gezeigt habe.

Vor allem müssten Homo- und Transphobie bei einer Tat straverschärfend gewertet werden, betonte Gabriele Piazzoni von Arcigay, ein entsprechendes Gesetz fordere man seit Jahren. "Die Abwesenheit dieser verschärfenden Faktoren erzeugt einen Sinn von Toleranz und Legimität für diese Taten", deren menschenfeindlicher Hintergrund sich nun hinter allgemeinen Paragrafen wie Körperverletzung verstecke. Ein Hassverbrechengesetz sei man den Opfern solcher Taten schuldig. (nb)

#1 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 04.06.2016, 16:15h
  • Die Tat, wenn es erwiesen ist das sie aus rassistischen gründen und queerophobie begangen wurde, muß sie als Mord und nicht versuchtem Totschlag, geandet werden, ferner sollte man auch den, in diesem Ort zuständigen katholischem Bischof auf die Anklagebank zitieren.
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#2 NickAnonym
  • 04.06.2016, 16:26h

  • Auch hier brauchen wir Gesetze gegen Hassverbrechen, damit auch die, die Flüchtlingsunterkünfte anzünden, endlich zur Rechenschaft gezogen werden.

    Ich wünsche beiden Opfern eine baldige Genesung und hoffe, das sie auch die psychischen Belastungen gut überstehen.
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#3 LinusAnonym
  • 04.06.2016, 17:07h
  • Was für kranke Idioten.

    Ich hoffe, dass die für sehr lange Zeit weggesperrt werden und dass der Sohn jeglichen Kontakt abbricht.
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