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Bundestagswahl 2017
Schwules Doppel: Kölner Grüne nominieren Sven Lehmann und Volker Beck

Volker Beck bat "mit meinen Stärken und Schwächen, mit meiner Erfahrung, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Bindungskraft und auch meinen Fehlern" um ein neues Mandat (Bild: Angelika Kohlmeier)
- 4. Juni 2016, 14:50h 3 Min.
Die Kreismitgliederversammlung der Kölner Grünen möchte beide Politiker 2017 in den Bundestag schicken. Beck bewarb sich nur ums "Zweite Votum" für einen Männerplatz.
Die Landesliste der NRW-Grünen für die Bundestagswahl 2017 wird erst im Dezember beschlossen, doch am Samstag gab es eine wichtige Vorentscheidung. Von der Kölner Kreismitgliederversammlung erhielt der NRW-Landesvorsitzende Sven Lehmann das "Erste Votum" für einen sogenannten Männerplatz auf der Landesliste. Für Volker Beck gab es das "Zweite Votum" für einen folgenden Männerplatz, um das er sich selbst beworben hatte. Das "Erste Votum" für einen Frauenplatz erhielt Katharina Dröge.
Sowohl Lehmann wie Beck erhielten klare Mehrheiten: Während der Landesvorsitzende mit 83,5 Prozent der Stimmen nominiert wurde, erhielt der langjährige Bundestagsabgeordnete die Unterstützung von 74 Prozent der anwesenden Parteimitglieder.
Für Beck ist die Entscheidung drei Monate nach dem Drogenskandal ein Achtungserfolg, aber noch lange kein sicheres Mandat. Derzeit sind die NRW-Grünen mit 13 Abgeordneten im Deutschen Bundestag vertreten, zwei kommen aus Köln. Da die Landesliste mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt werden muss, sind die Männerplätze begrenzt. Zudem wollen sich möglichst alle Regionen aus Nordrhein-Westfalen auf den sicheren Plätzen wiederfinden.
"Ein zuverlässiger Anwalt für Minderheiten"

Der Landesvorsitzende Sven Lehmann ist der männliche Favorit der Kölner Grünen für die Bundestagswahl 2017 (Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW)
In seinem Bewerbungsschreiben (PDF) hatte sich Beck als Anwalt von Minderheiten präsentiert und sich demütig gezeigt: "Ich bitte Euch um Euer Votum für den 19. Deutschen Bundestag, mit meinen Stärken und Schwächen, mit meiner Erfahrung, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Bindungskraft und auch meinen Fehlern", hieß es darin.
Beck schrieb weiter: "Diese Bewerbung ist mein Angebot an Euch, weiter für Euch im Bundestag zu kämpfen, um auch jenen eine Stimme zu geben, die sonst kaum oder nicht gehört werden: Roma, LGBTTI und Migrant*innen genauso wie Jüd*innen, Muslimas und Muslime. Sicher bin ich nicht der einzige, wohl aber ein zuverlässiger Anwalt für Minderheiten. Viele Menschen aus diesen Minoritäten vertrauen mir. Dies ist mir auch Ermutigung, Euch um Eure Unterstützung zu bitten."
Erst in der vergangenene Woche hatten über 60 Promis, darunter Manfred Bruns, Georgette Dee, Hella von Sinnen, Lea Rosh und Günter Wallraff, in einem öffentlichen Appell die Grünen zu einer erneuten Nominierung Becks aufgefordert (queer.de berichtete).
In seiner Bewerbung (PDF) hatte auch Sven Lehmann den Kampf gegen Homophobie herausgestellt. "Wir Grüne müssen Kurs halten – und wieder offensiver werden. Es reicht nicht, das Erreichte zu verteidigen. Wir müssen Vielfalt, Offenheit und gleiche Rechte stärken", schrieb der Landesvorsitzende. "Der Kampf um die Ehe für alle muss in der nächsten Legislatur erfolgreich beendet werden, doch damit ist es längst nicht getan. Wir brauchen einen bundesweiten Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie mit konsequenten Antidiskriminierungsmaßnahmen, moderne Familienverträge und gleiche Rechte für Regenbogenfamilien und deren Kinder."
Nominiert wurde von den Kölner Grünen am Samstag auch Lehmanns langjähriger Lebenspartner. Der Landtagsabgeordnete Arndt Klocke erhielt das "Erste Votum" für einen Männerplatz auf der grünen Landesliste zur Landtagswahl am 14. Mai 2017. (mize)














