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Einzelkommentar zu:
Gauck ist der bislang beste Bundespräsident für Schwule und Lesben


#18 finkAnonym
  • 07.06.2016, 14:53h
  • "Hier werden Errungenschaften wie die Gleichberechtigung der Frau oder homosexueller Menschen nicht in Frage gestellt"

    Das ist ein sehr bemerkenswerter Satz in einem Land, in dem die Nicht-Gleichberechtigung homosexueller Menschen nicht nur die politische Praxis der Regierung spiegelt, sondern immer noch ganz offiziell die geltende Rechtslage ist. Die Gleichberechtigung von Frauen und queeren Menschen wird "hier" an jedem einzelnen Tag in Frage gestellt. Von deutschen Mitbürger*innen, von Politiker*innen, von Journalist*innen, von "Volks"- und Splitterparteien, von religiösen Organisationen.

    Aber wenn es darum geht, Fliehende, Einwandernde und migrantisierte Deutsche pauschal als rückständige Menschen zu diffamieren, ist die Instrumentalisierung von Frauen- und Homorechten ja gerade sehr en vogue.

    Wenn deutsche blonde Frauen schon belästigt werden, dann sollen das doch bitte immer noch blonde deutsche Männer übernehmen. Und wenn jemand Schwulen und Lesben Rechte abspricht, dann doch bitte, wie sich das gehört, die dafür zuständige Regierung und die christlichen Kirchen. Das ist dann ja nicht undeutsche Barbarei, sondern Tradition, Wertekonservatismus und christliches Menschenbild. Aber wenn es die dunklen Wilden aus dem Morgenland tun, wedelt man plötzlich mit der Leitkultur.

    Gauck hat da ein sehr gefährliches Denkmuster bedient: Das Böse kommt von den Fremden. Mir fällt es ausgesprochen schwer, das positiv zu sehen.
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