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Der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Gehlmann will Lesben und Schwule doch nicht in Gefängnis stecken – allerdings sollen sie in der Öffentlichkeit nicht mehr sichtbar sein
- 9. Juni 2016, 05:02h 2 Min.
Sachsen-Anhalts AfD-Fraktionschef André Poggenburg will den homophoben Zwischenruf von Andreas Gehlmann nachträglich etwas entschärfen.
In Sachsen-Anhalt gibt es weiter Streit um den homophoben Zwischenruf des Landtagsabgeordneten Andreas Gehlmann. Der AfD-Politiker hatte in der vergangenen Woche, zumindest laut vorläufigem Parlamentsprotokoll, Gefängnisstrafen für Homosexuelle in Deutschland gefordert (queer.de berichtete).
Die AfD habe bereits am Montag bei der Landtagsverwaltung eine Änderung des Protokolls beantragt, bestätigte Fraktionschef André Poggenburg am Mittwoch gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung". Der Zwischenruf sei aus dem Zusammenhang gerissen worden: "Deshalb werden wir dafür sorgen, dass das Protokoll richtiggestellt wird."
AfD: Kein Knast, nur gegen "allgemein offen ausgelebte Sexualität"
Der Skandal hatte damit begonnen, dass die Linken-Abgeordnete Henriette Quade am vergangenen Donnerstag im Landtag zur Lage in den Maghreb-Staaten sagte: "Insbesondere für Homosexuelle ist die Sicherheitslage mehr als prekär. Sie ist verboten und in höchstem Maße tabuisiert. Wer Homosexualität offen auslebt, dem droht dafür eine Gefängnisstrafe." Direkt darauf soll der AfD-Abgeordnete Gehlmann laut der Steno-Mitschrift gesagt haben: "Das sollten wir in Deutschland auch machen!"

Bis heute bestreitet die AfD nicht, dass der Zwischenruf so gefallen ist. Nach Angaben der Rechtspopulisten habe sich die Bemerkung jedoch nicht auf Gefängnisstrafen bezogen. "Gehlmann hatte sich dahingehend geäußert, dass 'tabuisiert sein soll, wer Homosexualität offen auslebt'", hieß es nicht weniger homophob in einer Pressemitteilung der Fraktion vom vergangenen Freitag. Zu der Aussage der Tabuisierung stehe Gehlmann "uneingeschränkt, da er Sittenverfall und sogar allgemein offen ausgelebte Sexualität scharf ablehnt" (queer.de berichtete).
Quade: "Meiner Erfahrung nach sind die Protokolle immer richtig"
Gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" erklärte die Linken-Abgeordnete Henriette Quade unterdessen, sie habe keinen Zweifel daran, dass Gehlmanns Bemerkung an der im Protokoll vermerkten Stelle gefallen sei: "Meiner Erfahrung nach sind die Protokolle immer richtig", sagte die Politikerin, die seit 2011 im Landtag sitzt. Die Parlaments-Stenografen seien sehr versiert darin, auch Zwischenrufe korrekt zuzuordnen.
Die AfD war im März mit 24,3 Prozent der Stimmen in den Magdeburger Landtag gewählt worden; Andreas Gehlmann hatte mit 30,3 Prozent eines von 15 Direktmandaten für die Rechtspopulisten geholt. (cw)















UND NUN NOCH MAL ZUM MITSCHREIBEN, AfD: die Zeiten, in denen Ihr die Leute mit Euren "Lügenpresse"-Skandierungen nerven konntet sind vorbei! Landtagsprotokolle sind eben verbindlich, und da werdet Ihr Euch schon mal im Vorfeld ganz genau überlegen müssen, was Ihr so vom Stapel lasst. Ende der Durchsage!!!