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LGBT-Journalismus hat seinen Preis
Zehn Versprechen an unsere Leser
- 9. Juni 2016, 12:19h 4 Min.

Über 250 Menschen haben bereits ein queer.de-Abo – wir brauchen jedoch mehr. Warum sich die freiwillige Unterstützung lohnt.
Von Micha Schulze
1. Unsere Themen sind relevant
Wo kriegt ihr bloß all die Themen her, werden wir oft gefragt. Das ist aber gar nicht das Problem. Wir müssen im Gegenteil jeden Tag eine Auswahl aus einer Vielzahl möglicher Storys wählen. Wir setzen dabei auf eine gute Mischung, aber zuvorderst auf Relevanz, auch wenn beispielsweise ein Artikel über ein Gesetz gegen Homo-"Propaganda" in Moldawien keine Traumaufrufe bringt. Wir verzichten auf Clickbaiting und manches Aufbauschen irrelevanter Meldungen.
2. Wir recherchieren vor der Veröffentlichung
Gerüchte verbreiten sich sehr schnell im Facebook-Zeitalter. Doch bevor wir über einen vermeintlichen Skandal berichten, prüfen wir in jedem einzelnen Fall, ob die Quellenlage auch wirklich stimmt. Weil wir unser journalistisches Handwerkszeug gelernt haben!
3. Wir sind und bleiben Teil der LGBT-Bewegung
Wir nennen queer.de im Untertitel nicht ohne Grund (und Selbstironie) das "Zentralorgan der Homo-Lobby". Über queere Themen zu berichten, ohne Haltung zu zeigen, ist für uns ein Unding! Wir verstehen uns bewusst als Plattform für alle Initiativen, die sich für LGBT-Rechte einsetzen, und freuen uns, über ihre Aktivitäten, Diskussionen und Events zu informieren.
4. Wir üben Kritik, wo es nötig ist
Zur solidarischen Begleitung der queeren Community gehört auch manchmal die Kritik. Wir versuchen dabei fair zu sein. Es geht uns um Inhalte, nicht um das Ausbreiten schmutziger Wäsche oder persönliche Rachefeldzüge. Die Wahrheit haben wir natürlich auch als "Zentralorgan" nicht gepachtet, Widerspruch ist erwünscht. queer.de lebt von der Diskussion auch im Kommentarbereich, wir lassen unterschiedliche Standpunkte zu Wort kommen und wollen in Zukunft noch häufiger Debatten führen.
5. Wir zeigen Flagge gegen rechts
Für Intoleranz haben wir jedoch null Toleranz – auch innerhalb unserer Community. Wir nehmen Rassismus genauso ernst wie Homo- und Transphobie. Den erstarkenden Rechtspopulismus sehen wir als große Gefahr für die Demokratie und das friedliche Zusammenleben in unserem Land. Bei AfD, "Demo für alle" und "Besorgten Eltern" haben wir es mit Gegnern zu tun, die LGBT aus der Öffentlichkeit am liebsten verbannen wollen. Wir beobachten diese Bewegungen so genau wie kaum ein anderes Medium und werden auch weiterhin über ihre Machenschaften aufklären – auch weil die homophoben Aspekte anders als die fremdenfeindlichen in Mainstreammedien kaum berücksichtigt werden.
6. Wir bleiben überparteilich, aber parteiisch
Für die Homosexuellen in der AfD zählt queer.de zusammen mit dem LSVD zum "Linksterror" in Deutschland – eine Bezeichnung, die uns ausgesprochen ehrt. Weil wir selbstverständlich überparteilich sind, aber parteiisch für unsere Belange und Rechte. Homo- und Transphobie haben wir schon in allen Parteien kritisiert. An Union und SPD können wir an dieser Stelle nur appellieren: Macht in der Bundesregierung 'ne bessere Politik für LGBT, öffnet endlich die Ehe, dann gibt's auch weniger zu meckern!
7. Journalismus ist und bleibt unsere Haupttaufgabe
Es gibt Webseiten, da sind die Artikel nur austauschbare Füller neben den Bannerplätzen oder dienen dazu, den Handel mit Dildos oder Reisen anzukurbeln. Uns geht es ausschließlich darum, guten Journalismus für die queere Zielgruppe zu bieten. Hinter queer.de steckt kein großer Konzern, sondern eine kleine, mit dem Mindestkapital ausgestattete GmbH im Besitz von Gründern und Mitarbeitern. Das Portal ist und bleibt unser einziges Produkt.
8. Wir informieren umfassend und aktuell
Ein Onlinemedium lebt von der Aktualität, so auch queer.de. Unsere Redaktion ist gut vernetzt, sowohl im Inland wie im Ausland. Oft gelingt es uns, zuerst über wichtige Themen zu berichten, die dann Tage später von den Mainstreammedien aufgegriffen werden. Und vor allem bieten wir eine einzigartige Grundversorgung, bei der keine relevante Nachricht unter den Tisch fällt. Kein anderes deutsches LGBT-Medium wird deshalb so oft zitiert wie queer.de.
9. Wir teilen unser Wissen und unsere Erfahrung
Wir arbeiten teilweise seit über 25 Jahren im queeren Journalismus und können ganz unbescheiden behaupten, dass wir den Durchblick haben. Uns kann so schnell niemand für dumm verkaufen! Wir wissen etwa noch genau, wer wann wie im Bundestag abgestimmt hat. Von unserem Wissen und unserer Erfahrung profitiert auch die Community, etwa wenn wir an passender Stelle an frühere Debatten oder Ereignisse erinnern. Ebenso hilfreich ist unser einzigartiges Online-Archiv mit rund 20.000 Artikeln seit 2003.
10. Wir werden besser
Dass wir im Allgemeinen recht zufrieden sind mit der inhaltlichen Entwicklung von queer.de in den letzten 13 Jahren, heißt nicht, dass wir noch viel, viel besser und vielfältiger werden können. Wir kennen unsere Schwächen. Wir haben so viele Ideen, darunter hervorragende Anregungen von Lesern, die wir aus Kostengründen und mangelnden Kapazitäten (noch) nicht realisieren können. Schon jetzt ist es angesichts sinkender Werbeeinnahmen (u.a. wegen der Verlagerung des Traffics auf die mobile Seite) eine immer größer werdende Herausforderung, das Niveau zu halten. Jedes einzelne freiwillige Abo hilft mit, queer.de besser abzusichern und weiter zu entwickeln.
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