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Noah Galvin geht auf Colton Haynes los
Coming-out-Zickereien unter schwulen US-Schauspielern

Noah Galvin (aus der Sitcom "The Real O'Neals") attackiert Colton Haynes (hier in einer Szene aus "Teen Wolf") (Bild: ABC/MTV)
- 10. Juni 2016, 12:04h 3 Min.
Noah Galvin kritisiert seinen Schauspielkollegen Colton Haynes wegen dessen vorsichtigen Coming-outs als "Allerschlimmsten". Inzwischen tut ihm sein Ausbruch Leid.
Zwischen den beiden offen schwulen Schauspielern Noah Galvin und Colton Haynes kracht es: Der 22-jährige Galvin, der die Hauptrolle in der Dan-Savage-Sitcom "The Real O'Neals" spielt, sagte in einem am Donnerstag im Magazin "Vulture" veröffentlichten Interview, Haynes sei der "Allerschlimmste", weil sich der 27-Jährige so vorsichtig geoutet habe: "Das ist kein Coming-out. Das ist 'fucking pussy bullshit'. Das ist wie wenn genug Leute denken, dass ich mit Männern schlafe, und ich stimme nur ein bisschen zu, dass ich ein oder zwei Schwänze geblasen habe. Das hilft den kleinen Schwulen nicht weiter, außer mit neuem Wichsmaterial."
Haynes, der mit Hauptrollen in den Fernsehserien "The Gates", "Teen Wolf" und "Arrow" bekannt geworden ist, hatte sich Anfang des Jahres sehr zurückhaltend geoutet: Im Januar reagierte er in einem sozialen Netzwerk auf einen Nutzerkommentar, in dem ihm eine "geheime schwule Vergangenheit" unterstellt worden war, mit dem Kommentar: "War das ein Geheimnis?" (queer.de berichtete). Erst im Mai sprach er in einem Interview erstmals offen über seine Homosexualität und dass er zuvor so große Angst vor einem Outing gehabt hatte, dass er sich in psychologische Behandlung begeben musste (queer.de berichtete).
Haynes: "Sollten wir nicht einander unterstützen?"
Kurz nach der Veröffentlichung des Interviews reagierte Haynes verständnislos via Instagram auf die Anschuldigungen des Sitcom-Stars. "Ich möchte klarstellen, dass ich diesen Jungen nie getroffen habe, daher ist es unangebracht, dass er über mich urteilt, ohne mich zu kennen und ohne zu wissen, was ich durchgemacht habe. Das ist eher peinlich für ihn", so Haynes. Er fragte: "Sollten wir uns nicht alle einander unterstützen?" Die Mitteilung, die innerhalb weniger Stunden über 100.000 Likes und mehr als 4.000 Unterstützer-Kommentare angesammelt hat, unterschrieb er mit "Colton Pussy Haynes".
Nach viel Kritik in sozialen Netzwerken tut Galvin das Interview nun offenbar Leid. Am Freitagmorgen schrieb er auf Twitter, dass das ganze Interview in 'Vulture' der "LGBTQ-Community geschadet" habe. Er sprach direkt Colton Haynes und LGBT-Jugendliche an: "Ich habe kein Recht vorzuschreiben, wann und wie sich jemand outet. Ich weiß, wie schwierig und beängstigend der Coming-out-Prozess sein kann, und ich wollte nie etwas tun, was das noch beängstigender macht."
Galvin entschuldigte nicht nur bei Haynes für seine Ausführungen, sondern auch bei Eric Stonestreet, über den er sich in dem Interview ebenfalls abfällig geäußert hatte. Galvin hatte den heterosexuellen "Modern Family"-Schauspieler, der den schwulen Cameron spielt, vorgeworfen, "die Karikatur einer Karikatur eines Klischees eines Klischees" zu spielen. Galvin sagte in seiner Entschuldigung, er sei neu in diesem Geschäft und werde zukünftig mehr darüber nachdenken, was er sage. (dk)














