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Totgeschossen, totgeschwiegen

Warum die "taz" doch keinen Homo-Orden bekommt

  • 16. Juni 2016, 11:51h 22 2 Min.



Seit Dienstag denken wir darüber nach, der "taz" unseren Homo-Orden zu verleihen – wegen ihrer herausragenden Berichterstattung nach dem Massaker in Orlando.

"Die Welt braucht den Regenbogen", lautete die gelungene Titelschlagzeile des links-alternativen Blattes vom 14. Juni. Ein bunter Riesenregenbogen erstrahlte quer über die Seite und fiel an den Zeitungskiosken schon von weitem auf. Außerdem wurde die Kopfleiste als Zeichen der Trauer schwarz eingefärbt. Ein solch starkes Zeichen der Solidarität hat keine andere deutsche Tageszeitung gesetzt.

Auch viele gute Texte haben wir in den letzten Tagen in der "taz" gelesen. Manuel Schubert kritisierte etwa treffend den ARD-Brennpunkt, der die absurde Frage stellte, ob der Anschlag homophob oder islamistisch sei. Jan Feddersen forderte als erste Reaktion einen besonderen Schutz für muslimische Lesben und Schwule. Und die stellvertretende Chefredakteurin Katrin Gottschalk kritisierte Merkels Verschweigen der LGBT-Opfer. Besonders beeindruckt hat uns der Kommentar "Gemeint waren wir" von Martin Reichert, der ganz hervorragend die Bedeutung von queeren Clubs für die Community erklärt.

Doch ausgerechnet Bettina Gaus, die politische Korrespondentin der "taz", hat trotz der Aufklärung der Kollegen nicht das Geringste verstanden. In einem Kommentar für "radio eins" nannte sie es heute "erstaunlich", dass sich so viele Homosexuelle "beschweren", dass sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel als Opfergruppe nicht angemessen genannt und gewürdigt werden. "Man sollte vorsichtig sein, Leuten vorzuschreiben, auf welche Weise sie ihre Trauer ausdrücken", warnte sie Lesben und Schwule, den Bogen ja nicht zu überspannen. "Bei Trauer und Erschütterung sollte die Political Correctness aufhören."

Totgeschossen, totgeschwiegen. Nein, einer Zeitung, deren politische Korrespondentin Homophobie nicht erkennt, sie sogar verharmlost und selbst fördert, möchten wir keinen Homo-Orden verleihen! (mize)

-w-

#1 ValentinDAnonym
  • 16.06.2016, 14:01h
  • Ich finde nicht, dass die ganze Zeitung für die Meinung einer Redakteurin verantwortlich gemacht werden sollte. Es gibt überall Homophobie - auch bei linken Tageszeitungen. Doch wenn sich der Großteil einer Zeitung gegen Homophobie richtet, ist das durchaus würdigenswert.
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#2 usererEhemaliges Profil
  • 16.06.2016, 14:05h
  • Danke queer.de, danke (mize).

    Außerdem bin ich entsetzt, dass Gaus so etwas mit meiner Medien-Zwangsabgabe im öffentlich-rechtlichen rbb von sich geben darf. Das wird in weiten Teilen AfD-Brandenburgs für Applaus sorgen. Dass so eine Frau bei der taz schreiben darf ...
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#3 Musthave---Anonym
  • 16.06.2016, 14:22h

  • Ich bin aber auch eher der Meinung von Bettina Gaus. Wo steht den genau festgeschrieben wie man Soetwas kommentiert. Das es ein Schwulenclub ist war ja jedem Bekannt.
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