https://queer.de/?26370
Katholische Kirche
EU-Bischofskommission begrüßt Urteil gegen Homo-Paare

Die katholischen Kirche sieht ein zivilrechtliches Ehe-Verbot für Schwule und Lesben als positiv für die nationale Identität an (Bild: flickr / Keoni Cabral / by 2.0)
- 16. Juni 2016, 12:15h 2 Min.
Drei Tage nach dem Massaker von Orlando hat die Europäische Bischofskommission (COMECE) das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs begrüßt, wonach Schwule und Lesben aus der Europäischen Menschenrechtskonvention heraus kein einklagbares Recht auf Eheschließung haben.
Das Straßburger Gericht hatte das Urteil vergangene Woche veröffentlicht (queer.de berichtete). Am Mittwochabend begrüßte die COMECE gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur KNA die Entscheidung. Die Bischöfe hofften dem Bericht zufolge, dass der Gerichtshof auch in den kommenden Jahren ähnliche Entscheidungen treffen werde. Dieses Thema sei zentral für nationale Identitäten und Traditionen.
COMECE ist eine Kommission der nationalen katholischen Bischofskonferenzen in der Europäischen Union. Ziel der Kommission ist es nach eigenen Angaben, "den politischen Prozess der Europäischen Union in den Gebieten, die für die Kirche von Interesse sind, zu beobachten und zu analysieren".
Volker Beck, der religionspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, zeigte sich am Donnerstag über die Aussage der Bischöfe enttäuscht: "Die staatliche Gesetzgebung im Ehe- und Familienrecht gründet auf Werten wie Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit und dem Schutz von Ehe und Familie, aber nicht auf dem sakramentalen Verständnis der Ehe oder Naturrechtslehre des Thomas von Aquin."
Aus diesem Grund sei der immer häufiger scheiternde Versuch der katholischer Bischöfe, die staatliche Ehe nach katholischem Verständnis auch zivilrechtlich zu prägen, ein Ärgernis. Er empfahl den Bischöfen, sich mehr darum zu kümmern, "dass im Namen der katholischen Lehre Homosexuelle nicht in Afrika strafrechtlich und gesellschaftlich verfolgt werden und durch Gefängnisstrafen, Folter oder gar Todesstrafe in ihren Menschenrechten verletzt werden". (pm/dk)














Drei Tage nach so einem Massaker noch Diskriminierung und Homophobie zu begrüßen, zeugt von einem grenzenlosen Zynismus.
Wenigstens in solchen Tagen, wo die Opfer von Homohass noch nicht mal unter der Erde sind, kann man auch mal einfach den Mund halten. Zumal das Urteil ja eh da ist, egal ob die Bischofskommission das begrüßt oder nicht.