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Das Brandenburger Tor zum Abschluss der Mahnwache (Bild: LSVD)

Zu der von Ryan Stecken und Margot Schlönzke organisierten Mahnwache erstrahlte das Brandenburger Tor in Regenbogenfarben.

Sechs Tage nach dem Angriff auf den LGBT-Club "Pulse" in Orlando im US-Bundestaat Florida haben am Samstagabend tausende Menschen in Berlin den 49 Todesopfern, ihren Angehörigen und den Verletzten gedacht.

Bereits am Montag hatten gegen Mittag zahlreiche Menschen, darunter auch Politiker, bei einem kurzfristig organisierten stillen Gedenken an der US-Botschaft teilgenommen und Blumen niedergelegt (queer.de berichtete). Die Berliner Szenegrößen Ryan Stecken und Margot Schlönzke wollten aber ein weiteres Zeichen setzen und noch mehr Berlinern die Möglichkeit geben, ihrer Trauer und ihrer Solidarität Ausdruck zu geben. Nach einigem öffentlichen Druck hatte die Stadt zudem beschlossen, das Brandenburger Tor in Regenbogenfarben zu erleuchten (queer.de berichtete) – auch der Funkturm sollte am Samstag eine entsprechende Beleuchtung erhalten.

Bei der Mahnwache, bei der Communitymitglieder Fotos der Getöteten hielten und zu der viele Menschen Kerzen und Blumen mitgebracht hatten, freute sich der amerikanische Botschafter John B. Emerson über die "unglaubliche" Teilnehmerzahl – in der Tat war der Pariser Platz vor seiner Botschaft und vor dem Brandenburger Tor prall gefüllt.

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"Sinnloser Akt"


Viele Menschen legten Blumen und Kerzen vor der US-Botschaft nieder (Bild: Klaus Lederer)

Erst vor einem Jahr habe man an gleicher Stelle die Ehe-Öffnung für gleich­geschlechtliche Paare gefeiert, erinnerte sich der Botschafter – und nun müsse man sich erholen von "einem sinnlosen Akt der Gewalt und des Hasses". Es sei eine "herzbrechende Woche" gewesen für Mitglieder der LGBT-Community, wie auch für die Bürger Englands, deren Botschaft um die Ecke liegt – und eine herzbrechende Woche für "alle von uns, die unsere Mitbürger lieben und sich um sie sorgen".

Bei der Veranstaltung sprach auch Mr. Gay Florida, Aalucard Holidai, der früher oft im "Pulse" perfomt hatte: "Das 'Pulse' war nicht nur ein Nachtclub, es war Hoffnung für alle von uns." Er habe einige seiner besten Freunde verloren, das "Pulse" so viele Menschen – nun habe der Himmel "wunderschöne Engel" erhalten. Ryan Stecken verlas die Namen aller Getöteten und stellte sie kurz vor, um im Anschluss John Lennons "Imagine" anzustimmen.

Youtube | Ein Video der kompletten Mahnwache von "DieWeddingerFilmer"

Fotos von der Mahnwache verbreiteten selbst die Bundesregierung und das Auswärtige Amt in ihren Profilen in sozialen Netzwerken – wie auch die US-Botschaft in Berlin.

Auch bei anderen Veranstaltungen am Samstag spielte der Anschlag eine Rolle: So meinte Österreichs Bundeskanzler Christian Kern beim Abschluss der Wiener Regenbogenparade, der "feige Mord" erinnere daran, "was unser gemeinsamer Gegner ist: Der Hass, die Intoleranz, die Gewalt" (queer.de berichtete). Bereits unter der Woche hatte es zahlreiche Mahnwachen in gut 20 Städten gegeben, darunter in Hamburg, Köln und München.

US-Präsident Barack Obama, der am Donnerstag Orlando besucht hatte (queer.de berichtete), ging am Samstag in seiner wöchentlichen Ansprache ebenfalls noch einmal auf den Anschlag ein. Amerika und die Welt stehe an der Seite von LGBT und werde immer an deren Seite stehen. Anlässlich des Vatertags am Sonntag meinte Obama, es sei wichtig, "dass unsere Kinder von uns hören, warum Toleranz und Gleichheit wichtig sind", und dass Verschiedenheit keine Bedrohung, sondern ein Geschenk sei.

Youtube | Barack Obama mit einer Botschaft an alle Väter, alle LGBT und alle anderen
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#1 Lawrence
  • 19.06.2016, 00:16h Bamberg

  • Danke dafür, dass ihr das Video von der Veranstaltung veröffentlicht habt. So kann man auch in der Ferne daran teilhaben.
  • Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Es stammt von den Jungs von Enough is Enough, denen auch unser Dank gilt.
#2 Rosa SoliAnonym
  • 19.06.2016, 00:39h
  • Das war in der Tat eine beeindruckende Veranstaltung! Vielen Dank an die Organisator*innen!

    Und ganz nebenbei freut es mich, dass der werte Herr Dr. Berger, der sich gerne als Stimme einer schweigenden Mehrheit verkauft und zum Boykott der Veranstaltung ("Ihr seid nicht Orlando") aufgerufen hat, mal wieder bis auf die Knochen blamiert ist. Tausende Teilnehmer*innen haben heute gezeigt, was für eine Bedeutung seine Worte für die Community haben. Null!
  • Direktlink »
#3 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 19.06.2016, 10:09h
  • Antwort auf #1 von Lawrence
  • DANKE!!!

    Mir standen die ganze Zeit die Tränen in den Augen.

    Danke auch, Mr. Obama, für Ihre klaren und mitfühlenden Worte. Kaltlands Kanzlerin würde solche Worte nie finden, weil sie ihre Kinder eben NICHT alle gleich lieb hat. Wer so eine "Mutti" hat, muss sich eine andere Familie suchen.

    Lasst uns als Community enger zusammenwachsen und weniger zerfleischen. Wir bekommen sehr wenig Schutz von außen und immer weniger Schutz aus der Allgemeinbevölkerung, von der es inzwischen wieder 40% ekelhaft finden, wenn wir unserer Liebe Ausdruck verleihen und uns küssen.

    Wir müssen dem etwas entgegenhalten. Die Veranstaltung in Berlin war ein kraftvolles Zeichen der Community. Wie gern wäre ich dabei gewesen.

    Wir brauchen mehr davon. VIEL mehr.
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