https://queer.de/?26405
US-Wahlkampf
Apple geht wegen Trump auf Distanz zu Republikanern

Apple-Mitarbeiter marschieren bei der CSD-Parade in San Francisco (Bild: Apple)
- 20. Juni 2016, 15:24h 3 Min.
Tim Cook, offen schwuler CEO von Apple, entzieht den Republikanern wegen des schrillen Spitzenkandidaten die Unterstützung. Unterdessen wirbt Trump um LGBT-Wähler.
Der Apple-Konzern hat dem republikanischen Spitzenkandidaten für den US-Wahlkampf eine deutliche Absage erteilt: Wegen Donald Trump werde der Konzern nicht wie bei den letzten Wahlen üblich technisch und materiell den republikanischen Parteitag unterstützen. Das berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend. Nach Angaben der US-Wahlkommission betrug die Unterstützung im Wahlkampf 2008 noch 140.000 US-Dollar. Andere Tech-Firmen, darunter Google und Facebook, halten jedoch offenbar an ihrer Unterstützung des Wahlkampfes beider großer Parteien fest.
Trump hatte im Wahlkampf wiederholt Tim Cook, der seit 2011 den Apple-Konzern anführt und sich 2014 outete, persönlich angegriffen. Kritisiert hatte er insbesondere die Weigerung des Konzerns, für den amerikanischen Sicherheitsbehörden Nutzerdaten zu entschlüsseln. So rief Trump vor einigen Monaten zu einem Apple-Boykott auf.
Auch wegen anderer Themen gibt es Auseinandersetzungen zwischen Trump und Apple. So unterstützt der Konzern Aktionen gegen den Klimawandel, während Trump schlicht dementiert, dass der menschliche Einfluss das Klima verändert. Auch bei LGBT-Rechten gibt es Unterschiede: Während Trump die Öffnung der Ehe wieder rückgängig machen will, hatte Apple bereits vor acht Jahren Aktivisten unterstützt, die sich für die Gleichstellung engagierten (queer.de berichtete).
Trump wirbt nach Orlando um LGBT-Stimmen
In der vergangenen Woche hatte Trump derweil auch in der LGBT-Community um Stimmen geworben. So behauptete er bei Wahlkampfauftritten, Homosexuelle am besten vor Terrorangriffen schützen zu können: "LGBT fangen an, Donald Trump sehr zu mögen", meinte er vor Anhängern in Dallas. Bei einem Auftritt in Atlanta sagte er: "Fragen Sie doch die Schwulen, was sie denken und was in Saudi-Arabien und vielen derartigen Ländern mit der Gay-Community gemacht wird. (…) Wer ist deren Freund? Donald Trump oder Hillary Clinton?"
Der Republikaner kritisierte dabei die Clinton-Foundation, die Wohltätigkeitsorganisation von Bill Clinton, weil sie auch von arabischen Ländern Geld erhalten hatte. In Nachrichtensendern verwiesen Demokraten allerdings sofort darauf, dass Trump in vielen Verfolgerstaaten große Geschäfte gemacht habe – so habe er Millionen mit einem Golfplatz in den Vereinigten Arabischen Emiraten verdient, obwohl dort Homosexuellen die Todesstrafe droht.
Trumps Wahlkampfteam äußerte die Hoffnung, dass Trumps Versprechen nach einem Einreiseverbot für ausländische Muslime und der Überwachung amerikanischer Muslime auch unter Schwulen und Lesben Anhänger findet. Allerdings zeigten Umfragen in den letzten Monaten kaum Unterstützung für den Milliardär: So sprachen sich im vergangenen Monat bei einer Befragung von "Whitman Insight Strategies" (PDF) 84 Prozent der befragten LGBT für Clinton aus, Trump erhielt dagegen nur 16 Prozent. Auch die Human Rights Campaign, die größte LGBT-Organisation in den USA, hatte bereits im Januar Clinton ihre Unterstützung ausgesprochen (queer.de berichtete). (dk)














